Mittelständische Unternehmen sind bei Video Content oft (noch) zurückhaltend. Sie haben das „Why?“ verstanden, tun sich aber mit dem „What?“ und „How?“ schwer. Dabei ist es doch ganz leicht, kurze Videos zu produzieren. Dieser Artikel liefert erste Ansätze für B2B Marketer.
Videos müssen heutzutage nicht ausschließlich mit professionellem Kamera-Equipment gedreht werden. IPhones sind eine gute Alternative.
Lagerfeuer war einmal. Das vor dem TV meine ich. Als man vor der Kiste „Wetten, Dass…???“ als Familienevent erlebte. Michael Jackson sang plötzlich im Wohnzimmer und selbst Oma konnte ihre Füße unter dem Wohnzimmertisch nicht stillhalten. Die Erinnerung hat einen wohligen Platz in meinem und wohl auch Ihrem Gedächtnis, auch weil es heute völlig anders ist bei uns zu Hause.
Die ältere Tochter kann stundenlang TikToks schauen, während die jüngere die Welt in den Kika-Nachrichten entdeckt. Meine Frau scrollt für ihr Leben gern durch Instagram und für mich sind „Earth, Wind and Fire“ nur einen Klick entfernt, wenn mich der Rappel packt. Wir alle sitzen übrigens verteilt im Haus, praktisch jeder für sich mit seinem Lagerfeuer.
Erstaunlich ist: obwohl es das Fernsehevent, die Nachrichtensendung, die Tageszeitung bei uns nicht mehr gibt – letztes nur als Digital-Abo – können wir lebhaft über das diskutieren, was in der Welt passiert. Und zwar von Klimaklebern bis Ukraine-Krieg bis Taylor Swift. Beim Abendbrot, wohlgemerkt. Diese Familientradition haben wir beibehalten.
82 Prozent des weltweiten Internetverkehrs werden durch Videos erzeugt
Wer auf TikTok die Tagesschau sucht und findet, wird erstaunt sein. Nachrichten und Weltgeschehen lassen sich auch in 50 Sekunden Videos unterhaltsam und informativ vermitteln. In 9:16. Schon mal gehört? Zumindest beim NDR, der die Tagesschau produziert, hat man verstanden, wer junge Zielgruppen ansprechen will, muss deren Sprache sprechen. Die Belohnung: fast 1.5 Millionen Follower.
Unternehmen tun sich schwer, Schritt zu halten. Verständlich! Wer einen Marketingauftrag hat, nebenbei den Vertrieb aus dem Silo befreien und demnächst auch noch den Mitarbeiterengpass lösen soll, kann keine Videos aus dem Ärmel schütteln. Dafür gibt es Dienstleister oder Partner.
Outsourcen mag entlasten, ist aber der falsche Weg. Noch nie war die Zeit besser, in eigene Videokompetenz zu investieren, eigene Strukturen aufzubauen, Technik anzuschaffen und die Video Content Produktion in die eigene Hand zu nehmen. Hier noch eine beeindruckende Zahl am Rande, die die Wichtigkeit von Videos im digitalen Zeitalter unterstreicht: 82 Prozent des weltweiten Internetverkehrs wird durch Videos erzeugt, so Cisco.
Wer Videos produzieren möchte, braucht heute nur ein iPhone
Was wie ein Apple-Mantra klingt, ist Alltag in deutschen Medienhäusern und Produktionsfirmen. Nur nicht in Unternehmen. Hier sind Videoproduktionen immer noch besondere Projekte. Oft zu groß, zu teuer und zu ressourcenbindend, warum viele Ideen nie das Licht der Welt erblicken.
Wer mit Videos starten möchte, sollte klein anfangen. Nicht mit dem unternehmerischen Imagevideo zum Firmenjubiläum, sondern mit kleinen Stories aus dem Unternehmen. Authentische Einblicke schaffen Sichtbarkeit und bauen Vertrauen auf - auch mit Versprecher und Wackelkamera. Mit Job-Description-Videos und Mitarbeiter Stories gibt es darüber hinaus spezielle Videoformate, die im „war for talents“ Unternehmen herausstechen lassen.
Webinare, 80 Prozent Videos und Case Videos sind die relevantesten Videoformate für B2B Unternehmen
Auch im Vertrieb und im Marketing haben Videos nach dem „one-size-fits-all“-Prinzip ausgedient. Genauso wie es aus der Mode gekommen ist, den eigenen Bauchladen herumzutragen. Belohnt werden Unternehmen, die sich Mühe machen. Zeitgeist ist: Kunden und deren Pain Points anzusprechen und in Videos, Lösungen aufzuzeigen. Dies geht besonders gut in Case Videos und Webinaren. Genial einfach ist die Idee sogenannter „80 Prozent Videos“, die darauf basieren, dass Kunden zu Dienstleistungen oder Produkten häufig die gleichen Fragen stellen. Warum nicht diese Fragen in Form von Videos beantworten und in einer Video Library veröffentlichen?
Wer dem Vertrieb mit einem Video etwas Gutes tun will, sollte vorher mit ihm sprechen. Klingt logisch, ist in der Praxis kein Gesetz. Videos müssen einen Zweck erfüllen - in der Akquise helfen oder in der Beratung unterstützen. Noch zu selten gehen hier Marketing und Vertrieb Hand in Hand.
Eine Video Marketingstrategie ist wichtig – eine Videokultur noch wichtiger
Wer nicht von Video zu Video denken will, entwickelt eine Video Marketingstrategie und etabliert die Video Kultur im Unternehmen gleich mit. Wertschätzung, Fehlertoleranz und gutes Onboarding sind elementar. Gerade im Thema Employer Branding leben Unternehmen von der Bereitschaft, dass Mitarbeiter, vor die Kamera zu hüpfen. Wer delegiert statt motiviert, erreicht schnell das Ende der Fahnenstange.
Den richtigen Partner für eine Videoproduktion finden
Bleibt noch zu klären, an welcher Stelle Unternehmen einen Partner für ein Video Projekt brauchen, wenn Selbermachen zu kompliziert ist. Das kann jedes Unternehmen nur für sich definieren. Workshops und einfache Fragen helfen. „Für wen wollen wir Videos produzieren und warum?“.
Stand: 08.12.2025
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Wer sich im Team diese und andere Fragen stellt, merkt, ob Beratungsbedarf besteht, konzeptionell unterstützt oder produziert werden soll. Anforderungen, Gedanken und Ideen sollten in einem schriftlichen Briefing festgehalten werden, um Partner abzuholen, und schnellstmöglich ins Sparring zu kommen. Stimmt die Chemie, nimmt ein Video Projekt Fahrt auf, entfaltet Begeisterung und entwickelt eine ganz besondere Stimmung im Unternehmen. Fast so wie einst am Lagerfeuer.
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