Wie Unternehmen mit der passenden PR Strategie ihre Zielgruppen noch besser erreichen können, teilt Jochen Kalka, Mitglied der Geschäftsleitung bei schoesslers GmbH, im Interview. Er verrät außerdem Best Practices, an denen Marketer sich orientieren können.
Jochen Kalka, Mitglied der Geschäftsleitung bei schoesslers GmbH, verrät, wie Unternehmen mit einer erfolgreichen PR Strategie den direkten Weg zu ihrer Zielgruppe finden.
Um als Unternehmen seine Produkte erfolgreich an potenzielle Kunden zu vermarkten, ist es entscheidend das Vertrauen dieser zu gewinnen. Dazu muss die eigene Sichtbarkeit erhöht werden und eine klare Positionierung stattfinden. All dies funktioniert nur mit der richtigen PR Strategie. Sie ermöglicht einen langfristigen Erfolg.
In vielen Unternehmen ist es üblich, dass Marketing und PR in einer Abteilung oder sogar von einer Person gemacht werden. Jochen Kalka, Mitglied der Geschäftsleitung bei schoesslers GmbH, erklärt daher, wie eine erfolgreiche PR Kampagne aufgebaut sein muss und wie die richtigen Botschaften und Kanäle gefunden werden.
Interview mit einem PR Experten
Im Interview hat Jochen Kalka, Mitglied der Geschäftsleitung der PR Agentur schoesslers GmbH, Tipps für eine erfolgreiche PR Strategie mit uns geteilt.
marconomy: Welche Rolle spielt PR in der heutigen Geschäftswelt, insbesondere im digitalen Zeitalter?
Jochen Kalka: Der Journalismus hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Durch die Digitalisierung haben sich alle Medienkanäle verschoben. Jeder kann zum Medienunternehmen werden. Jede Person und jedes Unternehmen verfügt im Idealfall über alle Kanäle. Dadurch verschiebt sich auch die Gewichtung von seriösen Nachrichten und unsicheren Quellen. Das macht es schwierig und es müssen, wie im Dschungel mit der Machete, geschickte Wege gefunden werden, um die richtigen Leute zu erreichen. Das Schöne ist, dass es überall Wege gibt, und sie nur gefunden werden müssen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass dabei keine überflüssige Energie verloren geht und der direkte Weg zu den Zielgruppen gefunden wird.
Wie starte ich nun mit meiner PR Strategie?
Kalka: Zuerst muss geschaut werden, was ein Unternehmen eigentlich erreichen will und welche Ziele es verfolgt. Das Lustige ist, dass viele Unternehmen das gar nicht wissen. Sie machen seit Jahren das Gleiche, aber wenn genauer hingeschaut wird, wird festgestellt, dass sie in bestimmten Bereichen vielleicht sogar Weltmarktführer sind. Wir haben überall in Deutschland Weltmarktführer, die gar nicht wissen, was sie eigentlich als USP kommunizieren können. Das erste ist also, das Ziel zu definieren: Was will ein Unternehmen, wenn es mehr Umsatz will. Dann braucht es mehr Bekanntheit, mehr Aufmerksamkeit, mehr Sichtbarkeit. Sichtbarkeit wiederum schafft Vertrauen. Das gilt für jede Marke im B2B Bereich. Die Bedeutung von Vertrauen ist nicht zu unterschätzen.
Gerade Bekanntheit als Ziel in der PR ist schwer zu erfassen, richtig?
Kalka: Oft wollen Unternehmen nur Leads generieren. Aber PR ist kein 1-zu-1-Leadgenerator. PR wird über Bande gespielt. Wenn ein Unternehmen seinen Wert, seine Produkte und das, was es tut, kommuniziert, wird der Mensch hinter den B2B Marken immer relevanter. Vor 20 Jahren wollten die Medien nur Fakten schreiben. Das ist auch heute noch wichtig, aber der Mensch dahinter gewinnt an Relevanz in der Aufmerksamkeit. Deshalb müssen die Menschen dahinter positioniert werden, das kann sowohl der Chef sein aber auch Experten. All diese Dinge führen zum Ziel. Die Bekanntheit ist an sich schwer zu messen, aber sie werden merken, dass sie dann tatsächlich leichter Leads generieren. Vor allem, da ihr Unternehmen bereits wahrgenommen wurde und mit ihrer Marke auch ein gewisser Wert verbunden wird. Deshalb sage ich immer, Marketing, Werbung oder PR sind keine Ausgaben, sondern Investitionen.
Bei PR würden viele zuerst sagen, dass Journalisten die Zielgruppe sind, aber eigentlich wollen wir ja auch an die Kunden dahinter, oder?
Kalka: Eines darf nicht vergessen werden: Journalisten publizieren nicht zum Selbstzweck, sondern sie sind das Spiegelbild der Zielgruppe, also der Menschen, die erreicht werden sollen. Journalisten sortieren nach Relevanz und Wertigkeit und das alles im Sinne und im Auftrag der Leser. Gerade für Fachjournalisten oder Wirtschaftsjournalisten ist es eine besonders schwierige Fähigkeit, die Relevanz zu erkennen und die wirklichen Innovationen zu entdecken. Es muss sich gefragt werden: Welche Zielgruppe will ich eigentlich erreichen? Oft wird hier zuerst an die gedacht, die man bereits hat, was ein Fehler sein kann. Vielleicht gibt es andere relevante Bereiche, vielleicht in anderen Branchen.
Um meine Zielgruppe zu erreichen, brauche ich die richtigen Botschaften. Was muss hier beachtet werden?
Kalka: Zuerst wird geschaut, was die USPs eines Unternehmens sind, die eigentlich jedes Unternehmen hat. Wenn dies geklärt ist, muss ermittelt werden, was die kommunikativen USPs sind. Aus den Botschaften, die kommuniziert werden sollen, die eben das Alleinstellungsmerkmal für ein Unternehmen sind, können sich Türen für neue Geschäfte öffnen. Dann muss definiert werden, für welche Zielgruppe welche Zielbotschaft benötigt wird. Oft werden in der Kommunikation und in der PR die einfachsten und naheliegendsten Dinge vergessen, zum Beispiel die eigenen Mitarbeiter zu informieren. Wenn die Mitarbeiter nicht mitgenommen werden, kommt es schnell dazu, dass es bei 400 Mitarbeitern 399 Pressesprecher gibt und jeder etwas anderes sagt.
Doch wie nutze ich Personas im Kontext PR? Wie überprüfe ich meine eigene PR Strategie? Und welche Rolle spielt Social Media in PR? Mehr dazu hat Jochen Kalka bei marconomy Moderatorin Alicia Weigel im B2B Hero Podcast erzählt. Neugierig geworden?
Stand: 08.12.2025
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Dann hören Sie gleich rein:
Das erwartet Sie in dieser Folge:
Ab Minute 03:12: PR in der heutigen Geschäftswelt
Ab Minute 04:48: Definition PR Strategie
Ab Minute 06:15: Ziele in PR erfassen
Ab Minute 09:14: Zielgruppen
Ab Minute 11:03: Botschaften
Ab Minute 13:34: Personas im Kontext PR und Kommunikation
Ab Minute 15:06: Kanäle
Ab Minute 19:28: Budgetplanung
Ab Minute 22:43: Prüfung der eigenen PR Strategie
Ab Minute 24:43: Social Media im PR
Ab Minute 27:26: Mitarbeiter als Experten
Ab Minute 30:51: Tipps für PR Strategien
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