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Expertenbeitrag

 Oliver Schumacher

Oliver Schumacher

Verkaufstrainer, Autor, Redner

Sales-Strategie Wie Sie mit Neid im Verkauf umgehen können

| Autor / Redakteur: Oliver Schumacher / Annika Lutz

Neid im Verkauf ist keine Seltenheit. Kein Wunder, werden doch ständig Leistungen gemessen und Umsatzzahlen verglichen. Und wer ist nicht froh, wenn er im Wettbewerb die Nase vorne hat?

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Der Neid unter Mitarbeitern im Verkauf ist oft groß.
Der Neid unter Mitarbeitern im Verkauf ist oft groß.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der eigene Name auf den vorderen Plätzen

Mitarbeiterrankings lassen schnell erkennen, wer das Rennen im Vertrieb macht. Ranglisten sollen gute Verkäufer motivieren, noch besser zu werden – beziehungsweise ihren Platz zu verteidigen – und schwächere, „endlich“ Gas zu geben. Doch oftmals ist genau das Gegenteil der Fall: Der Neid ist groß! Empfindsame Gemüter tun sich schwer, mit dieser Missgunst umzugehen. Da helfen auch wohlklingende Sprüche à la Wilhelm Busch „Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung“ oder Oscar Wilde „Die Anzahl unserer Neider bestätigt unsere Fähigkeiten“ nicht weiter. Umgekehrt haben es auch Neider nicht leicht. Missgunst kann Menschen regelrecht zerfressen – was sich weder positiv auf die Leistung im Verkauf noch auf das persönliche Wohlbefinden auswirkt. Doch wie soll man am besten mit Neidern umgehen?

Neidfaktor Erfolg

Wenn Kollegen mehr Umsatz erbringen als man selbst, ist der Neid schnell groß. Das erlebe ich als Verkaufstrainer immer wieder, wie folgende Geschichte zeigt: Im Anschluss an ein Verkaufstraining bei einem mittelständischen Großhändler begleitete ich die Verkäufer im Außendienst. Ziel war es, neue Kunden zu gewinnen. Mit einem dieser Verkäufer habe ich gemeinsam 40 potenzielle Kunden besucht. Er konnte vor Ort 13 Termine vereinbaren – und gewann so letztlich sieben Neukunden. Ein hervorragendes Ergebnis.

Keine Anerkennung

Das Spannende aber war die Reaktion seiner Kollegen auf das Ergebnis. Es dauerte nicht lange, da rief der erste bei ihm an und sagte: „Hey du, hör auf so viel zu verkaufen. Wie stehe ich denn sonst da?“ Das muss man sich einmal vorstellen. Da leistet jemand sehr gute Arbeit und wie ist die Reaktion? Nicht Anerkennung, sondern Neid. Warum ist das so? Schwache Kollegen sind besorgt, wie sie bei ihrem Chef ankommen, wenn jemand anders eine viel bessere Quote erreicht. Aber was für eine Haltung besitzt so ein Mensch? Um selbst etwas besser dazustehen, wäre es vielen tatsächlich lieber, andere würden versagen oder zumindest nicht so deutlich erfolgreicher sein.

Ohne Fleiß kein Preis

Der Verkauf ist einer der ehrlichsten Berufe der Welt. Anhand von Zahlen und Quoten kann man feststellen, wie gut ein Verkäufer ist. Eigenverantwortung ist allerdings Grundvoraussetzung für den Erfolg. Die Spitzenverkäufer bekommen auch nicht alles geschenkt – selbst wenn das andere oft meinen. Auch lassen sie nicht nach 37,5 Stunden den Stift fallen, um ins wohlverdiente Wochenende zu gehen. Aber wie der österreichische Bühnen- und Filmschauspieler Peter Weck so schön sagte „Der Neid ist meistens eine Nummer größer als der Fleiß“.

Eigenverantwortung

Neidische Menschen sind für das gesamte Unternehmen extrem anstrengend. Denn sie sind Energieräuber. Statt zu überlegen, wie sie leichter auf Augenhöhe verkaufen, lästern sie oft lieber ab. Besser wäre es getreu dem Motto „Wenn der das kann, kann ich das auch“ erfolgreichere Kollegen als Vorbild zu nehmen. Und vor allem selbst etwas dafür zu tun. Natürlich muss ein Arbeitgeber seine Verkäufer unterstützen, damit diese besser werden und ihre Verkaufsziele erreichen. Aber Bildung ist auch eine Holschuld. Wer also meint, dass sein Arbeitgeber für sein persönliches Fortkommen alleine verantwortlich ist, liegt falsch.

Neid verdienen

Wenn jemand Neid erfährt, dann ist das ein gutes Zeichen, denn wie heißt das Sprichwort: „Mitleid bekommt man geschenkt, Neid nicht!“ Verkäufer dürfen sich also durchaus fragen, was sie tun können, um noch mehr Neid zu bekommen. Wenn es im Sinne der Kunden und des Unternehmens ist, darf man im Vertrieb auch einmal unbequem werden. Wenn man jedoch für sich selbst zu der Erkenntnis gekommen ist, dass es an Motivation mangelt, dann sollte man nicht mit Neid auf den Erfolg der Kollegen reagieren.

Mehr zu „Neid im Verkauf“ in diesem Video:

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