Thought-Leader-Stories

„Wir wollen das Unbekannte bekannt machen“

| Redakteur: Georgina Bott

Andreas Klug ist CMO von ITyX.
Andreas Klug ist CMO von ITyX. (Bild: ITyX / Tomas Rodriguez)

Thought Leadership – was bedeutet das eigentlich? In der Artikelserie „Thought-Leader-Stories“ zeigen wir Erfolgsgeschichten von Thought Leadern aus B2B-Unternehmen. In diesem Teil der Serie sprechen wir mit Andreas Klug von ITyX im Interview darüber.

„Wir wollen das Unbekannte bekannt machen. Wir wollen, dass Menschen, die mit Computern oder mit Prozessen arbeiten, immer wissen, was in ihrem Handlungs-Kontext wichtig ist – natürlich immer auf die Herausforderungen bezogen, die es im Service-Umfeld gibt.“ – Andreas Klug, Marketing Vorstand der ITyX AG, gilt als Evangelist für den Digitalen Wandel, mit dessen Ausprägungen er sich in Vortragsreihen, Fachzeitschriften und in Blogs regelmäßig auseinandersetzt. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises „Artificial Intelligence“ im Digitalverband Bitkom und Mitbegründer der i-Service Initiative.

Thought Leadership – Buzzword oder gewinnbringende Strategie?

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Thought Leadership – Buzzword oder gewinnbringende Strategie?

30.08.19 - Thought Leadership – wieder einmal ein Schlagwort, das allmählich aus den USA nach Europa schwappt. Eines, das schnell wieder vergessen werden kann? Oder eines mit Mehrwert für Unternehmen? In der Artikelserie „Thought-Leader-Stories“ zeigen wir Erfolgsgeschichten von Thought Leadern aus B2B-Unternehmen. lesen

Um dem Thema „Thought Leader“ mehr Sichtbarkeit zu verleihen und anderen Hidden Champions Mut zu machen, interviewt ein Team von TBN Public Relations Meinungsführer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und zeigt Erfolgsgeschichten von Thought Leadern auf. In diesem Teil: Andreas Klug von ITyX.

Was macht ITyX?

Andreas Klug: Wir sind Pioniere in Künstlicher Intelligenz und entwickeln seit vielen Jahren intelligente Software-Lösungen für Marken wie Bosch, Comdirect, Generali, IKEA oder Samsung. Unsere Lösungen erfassen und analysieren Korrespondenz in Dokumenten oder E-Mails. Unsere Mission: die Produktivität am Arbeitsplatz steigern. KI sorgt dafür, dass jedem Mitarbeiter im richtigen Moment genau passend zum jeweiligen Kontext genau die richtige Information auf dem Bildschirm zur Verfügung steht.

Was bedeutet KI für Sie?

Die vielleicht bedeutendste Erfindung seit der Dampfmaschine. KI wird dafür sorgen, dass die Beziehung zwischen Menschen und Maschinen entscheidend verbessert werden wird. Maschinen werden uns in die Lage versetzen, einfach und mit höchstem Komfort alltägliche Aufgaben schneller und effektiver zu lösen.

Seit wann beschäftigt sich ITyX mit KI?

ITyX ist 1996 als Spin-Off der Fakultät für Computerlinguistik in Koblenz von einigen Absolventen gegründet worden. Damals war KI ein Thema für Nerds. Es gab noch nicht die Rechenkapazitäten, um die konzeptionelle Idee von KI tatsächlich nutzbar zu machen und zu skalieren. Im Gegensatz zu heute haben wir in unseren ersten Jahren nicht darüber gesprochen, dass wir Methoden der KI in unserer Software einsetzen. Für unsere Kunden war es damals nie ein Einstiegskriterium. Heute ist KI das Tor in eine innovative Zukunft und wird überall diskutiert.

Welche Marketing-Maßnahmen nutzt ITyX?

Zunächst einmal Content-Marketing. Wir haben früh erkannt, dass die Leute nicht lesen wollen, was unsere Produkte genau leisten. Sie wollen stattdessen hören, was die Herausforderungen auf dem Weg zu einer höheren Produktivität, besseren Qualität oder schnelleren Abwicklung sind. Also: mehr Hintergrundinformationen und mehr zum Zwischen-den-Zeilen-lesen. Insofern war unsere Strategie, unsere Thought-Leader-Stellung durch aktuelle und frei verfügbare Publikationen zu stärken.

Dann arbeiten wir mit Retargeting und mit Marketing Automation, wodurch wir für uns und für den Vertrieb herauskristallisieren, wer sich wie stark mit welchen Inhalten auseinandersetzt. So versuchen wir einen möglichst schmalen Sales Funnel zu schaffen. Dadurch muss der Vertrieb nicht mehr 1000 Leuten fragen, ob sie ein Produkt kaufen oder testen wollen, sondern nur drei – mit demselben Erfolg.

Wann hat ITyX ein Narrativ entwickelt?

Ich glaube vor ungefähr acht Jahren. Unser Narrativ ist eigentlich schon seit langer Zeit „Good to know“. Wir wollen das Unbekannte bekannt machen. Wir wollen, dass Menschen, die mit Computern oder mit Prozessen arbeiten, immer wissen, was in ihrem Handlungs-Kontext wichtig ist – natürlich immer auf die Herausforderungen bezogen, die es im Service-Umfeld gibt.

Führen Sie doch weiter aus, wie Sie Ihr Narrativ verbreiten.

Zum einen haben wir seit 2007 einen Blog und sind im Bereich Online-Marketing sehr aktiv. Seit fünf Jahren arbeiten wir mit Retargeting und verwenden soziale Medien, um unsere Zielgruppe zu erreichen. Die Brücke zur Zielgruppe ist, dass wir Opt-Ins generieren und das schaffen wir durch Content – durch unsere E-Books, Whitepaper und Webinare. Dabei versuchen wir über interessante Inhalte zu sprechen. Weiterführende Inhalte sollen irgendwann so in der Wahrnehmung der Zielgruppe angekommen sein, dass sie sich automatisch bei ITyX oder unserer neuen Marke ThinkOwl über weitere Informationen im Zusammenhang für ihre Lösung informieren. Wenn wir die Opt-Ins haben, betreiben wir in Form von Kampagnen Lead Nurturing – also: wir bespielen unsere Zielgruppe mit nützlichen Informationen. So sind wir immer „bei unseren Kunden“.

Und das macht Ihr Marketing-Team?

Wir sind derzeit sieben Mitarbeiter – davon sind drei für die USA zuständig und vier für Deutschland. Wir unterscheiden online und offline. Der Offline-Bereich umfasst zum Beispiel Events oder die klassische Zusammenarbeit mit Medienvertretern und der Presse. Der Online-Bereich wächst stetig und wird immer wichtiger. Zu Beginn sind hier vor allem Inbound-Marketing und Growth Hacking relevant. Kampagnen sollen bei gewissen Zielgruppen über eine bestimmte Phase hinweg Aufmerksamkeit für unsere Inhalte und Produkte erzeugen.

Seit vier Jahren versuchen wir Publikationen industrie- bzw. branchenspezifisch zu gestalten – meistens denken wir dabei in Kampagnen. Beim Entwerfen einer Kampagne überlegen wir ganz genau, welche branchenspezifischen Nachrichten beim Empfänger dazu führen können, dass er denkt: „Wow, da gibt es genau etwas für mich und mein Problem!“

Gibt es Unterschiede in den verschiedenen Ländern?

Mir ist bewusst, dass gewisse Dinge in den USA funktionieren, die in Deutschland nicht funktionieren und andersherum. Insofern versuche ich die Mitarbeiter möglichst autark arbeiten zu lassen und die Seiten immer zu benchmarken. Wir arbeiten also nach dem Prinzip: „Was funktioniert wo am besten?“

Insbesondere die Amerikaner haben kein Problem damit, jemanden ganz direkt anzusprechen und Produkte anzupreisen. Für den Deutschen ist das zu offensichtlich und zu direkt. Um ein Beispiel zu nennen: Wir verwenden derzeit intensiver LinkedIn, um dort unsere Buyer Persona genau zu eruieren und überlegen, wie wir Kontakt zu dieser Buyer Persona knüpfen könnten. Bei Amerikanern sind wir viel direkter und nutzen offensivere Vorlagen. In Deutschland gestalten wir den Prozess unauffälliger. Hier müssen wir zunächst ein sauberes Opt-In generieren, um dann im nächsten Schritt mit unseren Messages ein kaufnahes Verhalten auszulösen.

Wie wichtig ist diese Verbandsarbeit für ITyX und Thought Leadership?

Ich glaube, dass Thought Leadership Verbandsarbeit benötigt, weil man über den Tellerrand gucken muss. Umschwünge bekommt man nur dann mit, wenn man sich auf Verbandsebene oder im stetigen Austausch mit anderen auf den neuesten Stand der Dinge bringt. Dabei gilt es dann noch einmal zu unterscheiden, wie stark ein Thema in Bewegung ist – Künstliche Intelligenz ist ein Thema, das enorm stark in Bewegung ist. Wenn du heute Thought Leader im Bereich KI sein willst, musst du immer mitbekommen, was die neuesten Trends sind und wie die Stimmung in der Anbieterlandschaft ist.

Abschließend noch eine letzte Frage: Was macht für Sie einen Thought Leader aus?

In erster Linie: Glaubwürdigkeit und die Fähigkeit ein Thema packend zu erklären, so dass sich man sich selbst darin wiederfindet. Glaubwürdigkeit in dem Sinne, dass andere einem zum Beispiel einfach abkaufen ein „Verrückter“ zu sein, wie bei Elon Musk oder Steve Jobs. Zum anderen muss es ein Thema sein, das mich in den Bann zieht und irgendetwas in mir auslöst. Ich nenne diese beiden Dinge ganz bewusst, weil es super glaubwürdige Typen gibt, die aber über spezifische Themen sprechen, die nichts für eine breite Zielgruppe sind – man muss also beides miteinander verknüpfen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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