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Expertenbeitrag

 Sereina Schmidt

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Beraterin, Rednerin

CEO-Reputation Zehn Impulse für den Chef und seinen (guten) Ruf

| Autor / Redakteur: Sereina Schmidt / Annika Lutz

Der größte Fehler, den CEOs machen können ist, die Reputation sich selbst zu überlassen. Denn: Der Ruf bildet sich aus der Gesamtheit von Eindrücken, Erfahrungen und Beziehungen, die andere mit dem Chef/der Chefin und/oder dem Unternehmen haben.

CEOs sollten sich gezielt Gedanken über Reputationsarbeit in ihrem Unternehmen machen.
CEOs sollten sich gezielt Gedanken über Reputationsarbeit in ihrem Unternehmen machen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Genau das ist das Reputationskapital. Fakt ist: Unternehmen können ein gutes Image kurzfristig mit einer Werbekampagne einkaufen, den guten Ruf aber nicht. Nur durch Interaktionen, im Idealfall das eigene aktive Handeln, bildet sich die Reputation. Wer seinen Ruf nicht aktiv beeinflusst, braucht nicht überrascht sein, wenn andere es tun. Unter der Voraussetzung, dass CEOs nur einen Ruf (zu verlieren) haben und wie schwer es ist, diesen möglicherweise wieder aufzupolieren, muss man sich manchmal tatsächlich wundern, wir fahrlässig Unternehmen damit umgehen!

Vernachlässigter Bereich

Unternehmen machen sich viele Gedanken. Gedanken, wie man die eigenen Produkte oder Dienstleistungen bestmöglich präsentieren kann. Gedanken, wie man den Mehrwert optimal kommuniziert. Man beschäftigt sich mit Zielgruppen, wer also wann was kauft und warum. Mit PR baut man schließlich kontinuierlich Vertrauen in die eigene Marke auf. Fragt man Unternehmer allerdings, was sie in ihre persönliche Reputation investieren, erntet man oft nur einen fragenden Blick oder ein Schulterzucken, verbunden mit der oftmals sogar etwas entrüsteten Frage: „Stimmt vielleicht irgendetwas nicht mit meinem Ruf?“

Kopf in den Sand stecken – besser nicht!

Diese Frage allein gibt schon eine Antwort auf die wahrgenommene Bedeutung des eigenen Rufes. Viel entscheidender ist allerdings, was man aktiv dafür oder unbewusst dagegen tut. Viele Unternehmer leben immer noch mit der Haltung, dass schon nichts passieren wird, wenn man sich nur ruhig verhält. Weit gefehlt! Die Gefahr lauert in jedem Fall und ganz unabhängig davon, ob man selbst auf Social-Media-Kanälen unterwegs ist oder nicht. Außerdem: Wenn wir selbst nicht lesen können, was andere über uns schreiben, können wir auch nicht darauf reagieren.

Ist der Ruf erst ruiniert…

Postet der CEO auf Twitter nur eine falsche Aussage, ist der vormals teuer erkaufte Vertrauensaufbau schnell gefährdet. Außerdem hat ein Reputationsverlust natürlich auch für den CEO persönlich weitreichende Konsequenzen. Kein Wunder, dass viele Unternehmer sich inzwischen eine Checkliste wünschen, anhand derer sie das Thema „Reputation“ abarbeiten und damit ad Acta legen kann. Fakt ist: Reputation ist eine Aufgabe, die nie erledigt ist. Deshalb haben wir hier auch kein 10-Punkte-To-Do-Programm, sondern 10 Impulse, die CEOs anregen sollen, über ihren (guten) Ruf und die Möglichkeiten einer gezielten Reputationsarbeit nachzudenken:

1. Status-quo
Beurteilen Sie Ihren aktuellen Ruf: Wie gut ist Ihr Name bereits – hoffentlich positiv – verankert? Wann haben Sie sich das letzte Mal selber gegoogelt? Das hat nichts mit übersteigertem Ego zu tun, sondern mit praxisgerechter Reputationsarbeit. Denn schließlich sollten Sie hinhören, wenn man über Sie redet. Live aber auch im Internet.

2. Wer sind Sie wirklich?
Machen Sie sich Gedanken darüber, wie und wer Sie tatsächlich sind. Welche Werte sind für Sie wesentlich und was ist Ihnen generell wichtig in der Zusammenarbeit mit anderen Menschen. Daraus können Sie für sich als CEO eine klare Positionierung entwickeln (lassen).

3. Das Wertesystem
Analysieren Sie das Wertesystem Ihres Unternehmens. Trägt es Ihre persönlichen Werte? Sind Ihre „Spielregeln“ hier aktiv? Wie wurden diese Werte im Unternehmen implementiert? Hat sich daraus bereits eine Unternehmenskultur entwickelt?

4. Authentizität
Wie bewusst sind Sie Vorbild und leben Werte und Regeln vor?

5. Kommunikationsarbeit, Teil 1
Wie wirken Sie in der direkten Kommunikation? Von wem erhalten Sie echtes, professionelles Feedback? Wie bewusst sind Sie sich Ihrer Körpersprache und nonverbalen Kommunikation? Wie inspirierend sind Sie? Mitarbeiter lassen sich nicht mehr durch ein Jahresziel „doppelter Umsatz“ motivieren, sondern nur noch mit „echten“ Zielen inspirieren.

6. Kommunikationsarbeit, Teil 2
Wie transparent kommunizieren Sie? Das heißt, dass Sie grundsätzlich alle Fakten, Tatsachen und Meinungen auf den Tisch legen (sollten).

7. Online-Kommunikation
Wie fit sind Sie in der Online-Kommunikation und wie gut kennen Sie sich in Social-Media und Online-Marketing aus?

8. Expertenstatus
Nehmen Sie öffentlich zu Themen Stellung, die Ihren Expertenstatus und Ihre Expertise untermauern?

9. Networking
Wie aktiv ist Ihr Netzwerk und wo können Sie dieses sinnvoll und effektiv ausbauen?

10. Monitoring
Haben Sie ein aktives Reputations-Management und ein entsprechendes Monitoring?

Reputationsarbeit sollte für CEOs nicht nur Pflicht, sondern eine Selbstverständlichkeit sein – für sich selbst, vor allem aber gegenüber dem Unternehmen. Schließlich geht es um das große Ganze, den eigenen guten Ruf und den des Unternehmens und davon profitieren alle: der Chef, das Team und die Firma – gerade auch, wenn es darum geht, zukünftig neue Mitarbeiter zu gewinnen.

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