Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen liegen viele Marketing Tools außerhalb des Budgets. Dennoch sind sie ein wichtiger Bestandteil für das moderne Marketing Management. Eine gute Alternative bieten Open Source Lösungen.
Mit diesen fünf Open Source Marketing Tools können sich Marketer Ihren eigenen Werkzeugkasten für das moderne Marketing schaffen.
Das Angebot an Marketing-Software – auch als „MarTech“ bezeichnet – wächst so rasant, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Seit 2011 erfasst der Experte Scott Brinker in seiner Marketing Technology Landscape die relevanten Anbieter und Lösungen. Im Jahr 2020 umfasst die Sammlung rund 8.000 Einträge, was einem Wachstum um etwa das 50-fache seit Beginn der jährlichen Bestandsaufnahme entspricht.
Nicht überraschend ist daher, dass immer mehr Anbieter auf integrierte Lösungen setzen. Hierzu gehören unter anderem die Adobe Marketing Suite, die HubSpot Enterprise Suite, Oracle CX Marketing oder die SAP Marketing Cloud. Derartige Pakete beinhalten in der Regel alle wichtigen Funktionalitäten für digitales Marketing und Vertrieb, wie ein Customer Relationship Management (CRM)-System, Analyse-Funktionen, das E-Mail-Marketing oder auch die Steuerung der Social-Media-Kanäle. Diese Lösungen haben den Vorteil, dass sich alle wichtigen Funktionen aus einer Hand bedienen lassen. Doch nicht für jedes Unternehmen machen derartige Angebote Sinn.
Open Source bietet im MarTech-Bereich spannende Alternativen
Denn auch wenn die angebotene Vielfalt auf den ersten Blick sehr im Sinne der Anwender ist haben kommerzielle Lösungen wie die oben genannten auch Nachteile. Dazu gehören zunächst hohe Lizenzgebühren, die besonders für Start-Ups und kleine Unternehmen einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor darstellen.
Die meisten MarTech-Anbieter setzen zudem auf Software-as-a-Service, was bedeutet, dass Daten in der Cloud gespeichert werden. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Einhalten von Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen führen. Und nicht zuletzt lässt sich der gefürchtete „Vendor Lock-in“ auch bei MarTech-Lösungen nicht vollständig verhindern. Dies gilt insbesondere für „Gratis“-Angebote, die häufig zu Beginn zur Kundenbindung eingesetzt werden. Nach einer Weile können sich die Lizenzbedingungen ändern, sodass das Angebot an Attraktivität verliert.
Wiegen die Nachteile zu schwer, lohnt sich ein Blick auf quelloffene Software. Sie erfordern keine Lizenzgebühren oder Verträge und lassen sich auf den unternehmenseigenen Servern installieren sowie individualisieren. Gerade in Unternehmen, die dem Marketing eine restriktive Policy beim Einkauf und Einsatz von Softwarelösungen vorgeben, lässt sich ein Open-Source-Ansatz als Alternative in Erwägung ziehen. Wie folgt finden Sie eine Übersicht über fünf nützliche Open Source Lösungen, mit denen Sie Ihre eigene Marketing Suite aufbauen können, ohne für die Software selbst oder eine Lizenz etwas zu bezahlen.
Insbesondere im Zuge der vor zwei Jahren eingeführte DSGVO hat Matomo (vormals Piwik) als Alternative zu Google Analytics und Co. größere Bekanntheit erlangt. Wie alle hier vorgestellten Open-Source-Lösungen lässt sich Matomo auf dem eigenen Server installieren. Dadurch bleiben alle Daten in der Hand des Anwenders. Es ist daher auch kein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig. Zudem entfällt die Problematik, dass die Tracking-Lösung Kontakt mit einem fremden Server aufnimmt und Besucherdaten dorthin übermittelt – wie dies beispielsweise bei Google Analytics der Fall ist. Matomo enthält weitreichende Funktionen zur Anonymisierung, die dem Schutz der Privatsphäre der Webseitenbesucher zu Gute kommen. Dabei müssen Anwender jedoch keineswegs auf mächtige und detaillierte Analysefunktionen verzichten.
SuiteCRM ist die Open-Source-Schwester der beliebten CRM-Lösung von SugarCRM und wird von einer lebhaften Community laufend weiterentwickelt. In der Software lassen sich Kundendaten für Vertrieb oder auch Support speichern sowie die Interaktionen mit den Kunden dokumentieren. Darüber hinaus stellt SuiteCRM Funktionen bereit, mit denen sich Leads nachverfolgen oder auch Routineaufgaben im Workflow automatisieren lassen. Die Installation auf dem eigenen Server vereinfacht auch hier die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen.
3. Socioboard – Social Media Management und Analytics
Wer mehrere Social-Media-Konten parallel verwaltet, hat sicher schon von Software-Angeboten wie Buffer, Hootsuite oder Sprout gehört. Die derzeit einzige Open-Source-Alternative hierzu ist Socioboard. Laut Dokumentation lassen sich in der aktuellen Version 4.0 Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und YouTube einbinden. Über ein zentrales Dashboard lassen sich Timelines, Kommentare und Metriken bequem verfolgen. Zudem ist es möglich, Beiträge und Kommentare über Socioboard zu posten oder auch zeitversetzt zu planen.
Stand: 08.12.2025
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4. OpenEMM – E-Mail Marketing
Wer ansprechende Newsletter erstellen und versenden möchte, findet mit OpenEMM die Open-Source-Alternative zu Tools wie MailChimp, MailJet oder Constant Contact. Neben Templates und einem grafischen Editor für die E-Mails beinhaltet OpenEMM auch Funktionen für das Tracking sowie die Erstellung automatisierter E-Mail-Kampagnen.
5. Mautic – Marketing Automation
Über den Funktionsumfang von OpenEMM geht Mautic als Marketing Automation Software hinaus. Neben E-Mail-Kampagnen lassen sich dort mithilfe eines grafischen Editors zum Beispiel auch Landingpages zur Leadgenerierung erstellen. Ebenso lassen sich Social-Media-Profile integrieren. Die Automatisierungsfunktionen ermöglichen es, auf Basis von Nutzerinteraktionen bestimmte Aktionen folgen zu lassen, um einen Lead über einen längeren Zeitraum hin immer wieder anzusprechen („Lead Nurturing“).
Kosten entfallen, aber IT-Kenntnisse sind notwendig
Mit diesen fünf kostenlosen Open-Source-Werkzeugen stehen die Möglichkeiten moderner digitaler Marketingtechnologie jedem Unternehmen oder auch Solo-Selbständigen offen. Dank Open Source entfallen Lizenz- beziehungsweise Abo-Gebühren wie auch Verträge. Bei vielen Anwendungsfällen kommen Installation und Betrieb auf dem eigenen Server (oder Webspace) außerdem dem Datenschutz entgegen.
Ein Haken besteht allerdings darin, dass ein gewisses Maß an IT-Kenntnissen nötig ist. Im Gegensatz zu einem SaaS-Angebot muss die Open Source Software nämlich selbst installiert werden. Der Schwierigkeitsgrad dabei unterscheidet sich: So führt beispielsweise SuiteCRM auf einer grafischen Browseroberfläche durch die Installation, vergleichbar mit dem Workflow bei WordPress. Dagegen erfordert die Installation von Socioboard auch etwas kompliziertere Kommandozeilenbefehle.
Erfahrene Systemadministratoren dürften solche Vorgänge aber kaum vor größere Probleme stellen, zumal jede der vorgestellten Lösungen auch eine detaillierte Dokumentation vorweist. Somit bleibt auch der Aufwand an Arbeitsstunden für die Bereitstellung der Open Source Software überschaubar.
* Felix Schönherr ist selbstständiger Sales- und Marketing-Experte mit Fokus auf der IT-Branche.