Kreativität und B2B – wie passt das denn zusammen? Na wie die Faust aufs Auge, sagt jedenfalls die fischer group. Warum beweist das Unternehmen mit seinem YouTube-Kanal „die Festmacher“. Moritz Lewin, Head of Online Marketing bei fischer, erzählt uns im Gespräch, was es mit diesem Kanal auf sich hat.
Die fischer group auf YouTube. Moritz Lewin, Head of Online Marketing, zeigt uns, was hinter den Festmachern steckt.
Guten Content zu kreieren ist im Content Marketing das A und O. Über Social Media ausgespielt, soll er natürlich möglichst viele Leute ansprechen und effektiv verbreitet werden. Doch ein bestimmtes Netzwerk scheint im Social Media-Marketing dabei immer etwas in Vergessenheit zu geraten. Nämlich YouTube!
Die fischer group, welches zu den weltweit größten Anbietern von Befestigungssystemen und -lösungen gehört, hat als eines der wenigen Traditionsunternehmen jetzt seine Content Marketing-Strategie auch auf YouTube ausgeweitet. Mit ihrem, vor ungefähr einem Jahr gegründeten, Kanal „die Festmacher“ sind sie nun regelrecht am Durchstarten. Sie haben es so geschafft, Content zu kreieren, der nicht nur das Unternehmen repräsentiert, sondern zudem eine Verbindung mit den Kunden auf einem ganz anderen Level möglich macht. Aber was steckt eigentlich hinter dem Kanal „die Festmacher“? Und wie genau wurde die neue Marketing-Strategie umgesetzt?
Interview mit einem B2B Content Marketing-Experten
Wir haben dazu mit Moritz Lewin, Head of Online Marketing von fischer group, gesprochen. Er gibt Einblicke hinter die Kulissen des YouTube-Kanals „die Festmacher“ und verrät, worauf B2B Marketer bei dieser Art von Content achten sollten.
marconomy: Um was geht es auf dem Kanal „die Festmacher“?
Moritz: Der Kanal richtet sich vornehmlich an Handwerker, Planer und Statiker, also an die Profi-Zielgruppe, und wird folglich nicht jedem geläufig sein. „Die Festmacher“ klingt vielleicht nicht ganz so seriös und professionell, wie man vielleicht erwarten würde, aber das ist auch bewusst gewählt. Wir wollen mit diesem Kanal auf Augenhöhe, also von Handwerker zu Handwerker, kommunizieren. Ein Kernbestandteil der Strategie ist, dass wir eigene Mitarbeiter als Kanalhosts einsetzen. Dankeswerter Weise haben wir Kollegen, die wir überzeugen konnten und die aber auch von sich aus Lust und Spaß daran haben, sich vor die Kamera zu stellen und unsere Produkte vorzustellen.
Woher kam bei euch der Impuls, auf YouTube zu setzen?
Als produzierendes Unternehmen kommen beziehungsweise kamen wir oft vom Produkt, sprich unsere Kommunikation ist logischerweise sehr Produkt-lastig. Wir sind auch sehr stolz auf unsere Produktinnovationen. Dem Nutzer, also dem Anwender, nämlich dem Handwerker hilft es aber im Alltag meistens, wenn wir bei der Anwendung anfangen. Also wenn wir seinen konkreten Pain-Point auf der Baustelle, dem er tagtäglich ausgesetzt ist, lösen. Und so vollziehen wir gerade diesen Paradigmenwechsel. Wir sagen immer, wir wollen viel stärker weg vom Produkt hin zur Anwendung. Dafür eignet sich eben das Format Video bestens. Das ganze Fachwissen, was wir bei uns im Haus haben, in unserer Akademie beispielsweise, fand bisher nicht online statt. Über Videoinhalte lässt sich das jedoch wunderbar abbilden und gleichzeitig transportieren. Und laut Zahlen ist es auch tatsächlich so, dass ein Großteil der Beschäftigten im Handwerk in Deutschland regelmäßig auf YouTube nach Produktinformationen oder Installationsanleitungen von Herstellern sucht und vergleichsweise wenig Infos findet. Zumindest wenig ganz konkret an Anwendungen aufbereiteter Content, der wirklich den Pain-Point adressiert. Und da lag es für uns nahe, YouTube in unseren Marketing-Mix zu inkludieren.
Wie viel Aufwand und Man-Power fließen denn in den Kanal rein?
Die Drehtage an sich sind nicht unerheblich. Wir sind an unserem Standort glücklicherweise von den Räumlichkeiten sehr gut ausgestattet. Die Redaktions- und Drehplanung ist tatsächlich dann ein Co-Projekt aus meinem Online-Marketing-Team, vornehmlich den Kollegen und Kolleginnen aus Social Media, die dann auch letztendlich Kanalverantwortung für YouTube haben, und den Protagonisten (die Festmacher), der Anwendungstechnik und unserer fischer-Akademie. Noch zu ergänzen ist, dass wir hier nicht alles komplett selbst machen, sondern noch Agenturunterstützung haben. Einerseits arbeiten wir mit einer tollen Videoproduktionsagentur zusammen, die uns bei Produktion und Post-Produktion der Inhalte unterstützt, sodass wir auf dem Kanal konsistent sind. Bei der Ausspielung, also der bezahlten Ausspielung vor allem auch auf YouTube, arbeiten wir auch mit einer weiteren sehr guten Agentur zusammen, die uns hier bei der Pay-Schiene unterstützt, sodass der Kanal auch gut wächst.
Welche Videoarten setzt ihr auf eurem Kanal um?
Wir verfolgen die „Help-Hub-Hero“-Strategie. So lassen sich unsere Videoformate sehr gut unterteilen und einsortieren. Vielleicht mal bei „Help“ angefangen, wo wir auch eine Vielzahl an Videos vorproduziert haben und wo regelmäßig pro Woche Videos live gehen. Dort geben wir wirklich ganz konkret auf den Anwendungsfall bezogene Tipps und Tricks für den alltäglichen Ablauf auf der Baustelle. Das heißt, wir wollen wirklich dieses vorhandene Suchvolumen rund um die Pain-Points der Handwerker bedienen, was uns als Befestigungsexperten etabliert. Dann haben wir noch unsere „Hub“-Formate, welche etwas bunter sind und über unsere Produkte hinaus gehen. Da geht’s eher darum, Handwerker zu besuchen und über ihre Bauprojekte zu berichten, also das Handwerk zu feiern. Wir suchen quasi immer „den Festmacher“ mit seinem „Festmacher-Moment“. Und dann gibt es noch die „Hero“-Projekte, welche viel geringer frequentiert sind. Da geht es eher in Richtung Virals, in Richtung Aufmerksamkeit. Darum eben neue Abonnenten für den Kanal zu gewinnen, die wir dann über „Hub“ schließlich zu „Help“ auf unsere Produkte führen und die erfolgreiche Anwendung eben unterstützen.
Stand: 08.12.2025
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Was ist in Zukunft noch geplant?
Ein großes To-Do: mutiger werden. Wir sind da allerdings aber immer noch sozusagen im internen Pitch mit unseren Konzepten. Die sind sehr bunt, mutig und bisweilen auch etwas lauter, als man es vielleicht bisher von unserer Marke gewohnt war. Das braucht vielleicht noch etwas Zeit und Überzeugungskraft. Was wir aber tatsächlich jetzt schon tun ist, unsere Zielgruppe über das Handwerk hinaus zu erweitern, Richtung Planer und Statiker.
Aber was für eine konkrete Marketing-Strategie steht dahinter? Wie kann man mit seinem YouTube-Kanal in dieser Masse von Videos die Aufmerksamkeit der Nutzer generieren? Und worauf sollten vor allem B2B Marketer achten? Mehr dazu hat Moritz Lewin bei marconomy Moderatorin Alicia Weigel im B2B Hero Podcast erzählt. Neugierig?
Dann hören Sie gleich rein:
Das erwartet Sie in dieser Folge:
Ab Minute 02:55: Die Festmacher
Ab Minute 5:26: Wieso YouTube?
Ab Minute 07:36: Videoformate und -inhalte
Ab Minute 11:59: Aufwand und das Team dahinter
Ab Minute 13:22: Die Marketing-Strategie
Ab Minute 15:31: Zur Lead Generierung
Ab Minute 18:37: Erfolge und KPIs
Ab Minute 21:32: Zukunftspläne und -formate
Ab Minute 23:59: Tipps für B2B Marketer
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