Clubhouse ist eine Mischung aus Podcast, Telefonkonferenz und interaktives Radio. Jeder kann eine Talkrunde starten, anderen zuhören oder mitdiskutieren. Die neue App liegt voll im Trend. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie diese für Ihre Marke nutzen können.
In den USA gibt es Clubhouse seit März 2020. Die Entwicklung dort zeigt, dass die großen Accounts von Investoren geführt werden. Offen ist aber noch, wie sich Clubhouse monetarisieren lässt.
Die neue Plattform zieht jeden in ihren Bann: Mit der Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär, dem Bundesvorsitzenden der FDP Christian Lindner und CDU-Mitglied Philipp Amthor diskutieren bereits die ersten bekannten Politiker mit. Aber auch Prominente wie Thomas Gottschalk, Joko Winterscheid, Frank Thelen oder Paul Ripke nutzen Clubhouse bereits.
Der Hype dürfte auch mit der Situation um die Corona-Einschränkungen zu tun haben. Wegen der Pandemie können seit Monaten keine Messen und Kongresse stattfinden. Die Menschen suchen nach neuen Möglichkeiten sich zu vernetzen und auszutauschen. Da kommt eine App, die einfach auf dem Handy zu bedienen ist, direkten Kontakt zur Community ermöglicht und für die es keine aufwändige Videotechnik braucht, gerade zur richtigen Zeit.
Clubhouse alleine reicht aber nicht, um große neue Marken entstehen zu lassen. Man braucht auch auf anderen Kanälen eine gute Reichweite, die sich bestenfalls mit einer sinnvollen Strategie hier ergänzen lässt.
Große Marken sind bereits dabei
EDEKA hat bereits seinen ersten Markenaccount erstellt. Der Lebensmittelhändler stellt dabei seine Kernkompetenz in den Mittelpunkt: gute Lebensmittel und folglich leckere Gerichte. Zudem nutzt EDEKA die App, um seinen neuen Lebensmittel-Podcast zu bewerben. Für das Unternehmen eine gute Gelegenheit mit Kunden ins Gespräch zu kommen, Wünsche und Bedürfnisse herauszuhören oder auch ein Q&A über Nahrungsmittel zu veranstalten. Ich kann mir spontane Newsräume für aktuelle Nachrichten vorstellen, FAQ-Sessions mit Fachexperten oder Meinungsumfragen innerhalb der Zielgruppe. Ich bin davon überzeugt, dass der erste Clubhouse-Room von EDEKA, durch die Sichtbarkeit von Markennamen und Logo, direkt mehrere hundert Zuhörer anzieht.
Clubhouse ist eine reine Audio-App. Kommentieren und Liken ist nicht möglich. Zum Mitmachen braucht es nur das iPhone und vielleicht Kopfhörer. Das bedeutet auch, dass Zuhörer ohne Vorbereitung in eine Talkrunde einsteigen können – aus dem Auto, vom Sofa oder morgens noch im Bett. Wer die Zuhörer im Raum zum Mitmachen animieren möchte, sollte deshalb auch nahbar sein.
Die Richtlinien erlauben zwar keine Aufzeichnung, dennoch hören möglicherweise gleich mehrere hundert Menschen mit. Wichtig ist, dass Sie sich nahbar zeigen, wenn Sie eine Clubhouse-Session veranstalten. Überlegen Sie sich vorher, ob Sie als Unternehmen oder als Mensch hinter dem Unternehmen auftreten möchte – ich empfehle letzteres. Menschen werden nur interagieren, wenn sie das Gefühl haben, mit vertrauenserweckenden Speakern zu sprechen. Steht beispielsweise nur das Unternehmenslogo im Raum, könnte das auf einige Zuhörer abschreckend wirken. Ich empfehle deshalb, den Unternehmens-Account nicht zum Sprechen zu verwenden, sondern die Moderation einem Menschen mit persönlichem Profilbild und offenherziger Ansprache zu überlassen. Das kann ein Mitarbeiter oder ein externer professioneller Moderator sein.
Machen Sie Ihren Zuhörern deshalb deutlich, dass der Unternehmensaccount nur als Anziehungspunkt für den Raum dient und wer sich dahinter verbirgt. Gehen Sie transparent und verantwortungsvoll mit der Rolle des Accounts um. Das wird den Zuhörern mehr Sicherheit geben. Wer sich lieber ohne Firmenlogo einbringen möchte, kann auch die Headline für ein „Presented by…“ geschickt nutzen. Wer schon vorher in seiner Community eine hohe Reputation und ein glaubwürdiges Image aufgebaut hat, könnte seine Reichweite dadurch erhöhen.
Chance für Führungskräfte und Corporate Influencer
Etwas smarter ist die Nutzung für CEOs, Führungskräfte und Unternehmenssprecher mit einem privaten Profil. Diese können sich mit der App von ihrer persönlichen Seite zeigen. Viele Mitarbeiter großer Konzerne, die ihre Chefs bisher nur von einem Foto kannten, können die Bindung zu den Mitarbeitern mit Clubhouse stärken.
Doch auch Sie als Mitarbeiter können mit Ihrer Fachexpertise den Kanal beispielsweise für ein „Behind the Scene“ nutzen. Sie könnten etwa ein FAQ oder eine spannende Talkrunde über Ihr Unternehmen, Ihre Kultur und ihre Ziele veranstalten. Sie könnten mit anderen Ihr Fachwissen teilen oder sich als starker Moderator für Fachthemen platzieren.
SAP-Personalchef Cawa Younosi hat bei LinkedIn sogar angekündigt einen neuen Mitarbeiter bei Clubhouse zu suchen und möchte mit Interessierten in einem Room über die Stelle sprechen.
Das schöne an Clubhouse ist, jeder kann mitmachen und auf die Bühne. Das Schlechte an Clubhouse ist, jeder kann mitmachen und auf die Bühne. Die Qualität der Panels ist also sehr unterschiedlich. Schlecht organisierte Räumen bieten zu viele Gelegenheiten für langweilige Monologe, aufdringliche Werbung und Streitigkeiten unter den Speakern. Deshalb benötigt Ihr Raum dringend eine professionelle Moderation, um die Gespräche erstklassig zu leiten. Zuhören, Verstehen und die Diskussionen auf der Bühne dirigieren ist anspruchsvoll. Bei Clubhouse kommen noch neue technische Anforderungen hinzu, wie Speaker auswählen, zurück in die Audience schicken, den Screen refreshen, Mikrofon muten und optische Signale wie „Applaus“ und „melden“ erkennen.
Stand: 08.12.2025
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Auch die Fluktuation im Raum muss berücksichtigt werden. Gute Moderatoren holen ihre Zuhörer deshalb immer wieder neu ab, indem sie regelmäßig das Thema und die Regeln für Speaker im Raum erklären.
Ist Clubhouse das nächste große Ding oder nur ein kurzfristiger Hype?
In den USA gibt es Clubhouse seit März 2020. Die Entwicklung dort zeigt, dass die großen Accounts von Investoren geführt werden. Offen ist aber noch, wie sich Clubhouse monetarisieren lässt. Noch ist die Nutzung kostenlos, aber das wird sicher nicht ewig so bleiben. Spannend wird auch sein, wie sich die Nutzung nach Corona verändert, wenn die Menschen nicht mehr so viel Zeit zuhause verbringen.
Fakt ist, das Thema ist heiß, denn Audio ist einfach und macht Spaß. Podcasts sind schon lange sehr beliebt und Clubhouse hebt das Format auf ein neues Level. Wer schon auf anderen Social Media Kanälen eine große Community hat und zu den First Movern gehören möchte, sollte sich unbedingt mit der neuen Plattform befassen.
Lead Management Summit 2021
Das war der Lead Management Summit 2021
Stephan Hellwig war 2021 ein Speaker auf dem Lead Management Summit am 1. und 2. Juli. In seinem Vortrag zeigte er, wie das Bestandskundenmanagement bei der OPED GmbH eingeführt wurde. Mehr dazu können Sie im Nachbericht nachlesen.
SAVE THE DATE: Der nächste Lead Management Summit findet am 31. Mai und 01. Juni 2022 statt.