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SEO: Nofollow, Sponsored, UGC Das sind die neuen Linkattribute im Überblick

| Autor / Redakteur: Alexander Hundeshagen* / Lena Müller

Viele Webmaster sind seit Googles Ankündigung, zwei neue Linkattribute einzuführen, verunsichert. Wie stark Sichtbarkeiten betroffen sein werden, kann bisher nur geschätzt werden. Dieser Beitrag gibt Ihnen eine Übersicht über neue sowie bereits verwendete Linkattribute.

Time for change! Um den Rückstand bei Linkanalysen aufholen zu können, führt Google neue Linkattribute ein.
Time for change! Um den Rückstand bei Linkanalysen aufholen zu können, führt Google neue Linkattribute ein.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Der Grund für die Einführung der neuen Linkattribute

Mit der Einführung der neuen Linkattribute möchte der Suchmaschinenriese seinen Rückstand bei Linkanalysen aufholen. Zwar gilt bereits seit 15 Jahren das Attribut Nofollow, aber damit ist der Verwendungszweck nicht bestimmbar. Hier schließt sich unter Umständen der Kreis bezüglich der Neuerung von Google: Vermutlich haben die Bots den Überblick über Spam, Bezahllinks und minderwertigen Inhalt verloren. Google konnte bisher nur erkennen, wenn gezielt Spamlinks ohne Nofollow-Tag aufgebaut wurden und bestrafte betroffene Webseiten mit Abstufungen im Ranking. Die Furcht, dass externe Seiten nicht den Qualitätsansprüchen von Google genügen und mögliche resultierende Rankingeinbuße haben allerdings dazu geführt, dass rel=„nofollow“ eher zu oft als zu wenig zum Einsatz kam.

Alle Linkattribute im Überblick

Mit UGC und Sponsored kommen nun zwei neue Attribute hinzu, die die Verlinkungsstruktur von Webseiten ändern. Im Wesentlichen ist die Differenzierung wie folgt:

rel=„dofollow“

Das Attribut Dofollow existiert offiziell nicht und wurde von SEOs lediglich als Kontrast zu Nofollow definiert. Es kennzeichnet eigene und vertrauenswürdige externe Inhalte unter der Prämisse, dass es sich um hochwertigen Content handelt. Jeder Link mit und ohne Dofollow-Kennzeichnung ist automatisch eine Erlaubnis für Google den Link zu crawlen und zu bewerten. Hat die verlinkende Domain ein starkes Linkprofil, gibt sie mit dem Backlink einen gewissen Teil ihrer Linkkraft an die verlinkte Seite weiter. Je stärker die verlinkende Seite ist, desto mehr profitiert die Sichtbarkeit der verlinkten Seite von der Kraft.

rel=„nofollow“

Das Linkattribut existiert seit 2005, um Spam zu unterbinden. Es gilt für alle Zielseiten, deren Erwähnung sich zwar lohnt, denen jedoch keine Empfehlung zugesprochen wird. Ebenso sollten in der Vergangenheit bezahlte Links mit Nofollow getaggt werden. Der vermeintliche Sinn hinter Nofollow ist, dass Google diese Links ignoriert, ihnen nicht folgt und diese daher keinen Einfluss auf die Indexierung haben. Da hinlänglich bekannt ist, dass die Suchmaschine einen großen Sammeleifer hegt, ist fraglich, ob Nofollow tatsächlich vollkommen ignoriert und nicht zumindest doch gecrawlt wurde, vor allem da Nofollow nun mit den neuen Attributen kombiniert werden kann. Sicher ist aber, dass die Crawling-Bots ab 01.03.2020 rel=„nofollow“ folgen.

rel=„ugc“

Rel=„ugc“ soll ab sofort für die Kennzeichnung von User Generated Content verwendet werden, der einen Link enthält. UGC kann in Blogbeiträgen, eigenen Texten und Kommentaren Anwendung finden. Ziel ist, der Suchmaschine zu zeigen, dass ein User Urheber der Inhalte ist und nicht der Webseitenbetreiber. Dieser spricht den Inhalten somit nicht unbedingt eine Empfehlung zu, möchte Usern aber dennoch ermöglichen, darauf zu verweisen, ohne für Spam oder schlechte Qualität zu bürgen.

rel=„sponsored“

Das Attribut rel=„sponsored“ gilt für finanzierte Verlinkungen mit werblichen Inhalten. Google erhält dadurch einen eindeutigen Hinweis, dass der Link gekauft wurde und kann diesen entsprechend bewerten. Dieser fließt gemäß den Richtlinien nicht in das Ranking ein und verbessert daher auch nicht die Sichtbarkeit. Einsatz findet der Tag bei Advertorials und möglicherweise auch bei Affiliate Links. Da Google hierzu noch keine Informationen veröffentlicht hat, empfiehlt sich an dieser Stelle vorsorglich die Verwendung von Sponsored.

Bedeutung der Linkprofile in der B2B-SEO

Auch für SEOs im B2B-Bereich gelten die neuen Linkattribute, sie müssen ebenso sorgfältig genutzt werden, wie bei allen anderen Webseiten auch. Die Relevanz von eindeutigen Linkprofilen ist insbesondere im B2B-Marketing sehr hoch. Die in der Regel wesentlich kleinere Zielgruppe bewegt sich auf anderen Plattformen als der Otto Normalverbraucher und nutzt spezielle Keywords, die nur einen geringen Streuverlust aufweisen. Umso wichtiger ist es, dass konforme Links und der dazugehörige Content hochwertig sind. Spammige Weiterleitungen können im B2B verheerende Folgen für die Sichtbarkeit und somit die Unternehmensziele haben.

Übersicht Linkattribute
Übersicht Linkattribute
(Bild: Löwenstark Brand Marketing GmbH)

Handlungsempfehlungen für SEOs im B2B-Marketing

Bauen Sie sich also ein hochwertiges Linkprofil auf – mit Inhalten, die Ihren Usern einen Mehrwert bieten. Das gilt sowohl für den Content als auch für die Vertrauenswürdigkeit der Linkverweise. Eine große Chance bieten hierbei Kunden und Geschäftspartner. Im B2B-Bereich sind die geschäftlichen Beziehungen oft dauerhaft, sodass die gemeinsamen Synergien auch im Linkbereich in Form von Empfehlungen genutzt werden sollten. Darüber hinaus werden Fachartikel und professioneller branchenspezifischer Content mit einem hohen Trust verbunden und lassen sich wunderbar in ein hochwertiges Linkprofil einbauen, das Google mit steigender Sichtbarkeit belohnt.

Für das Linkbuilding mit gekauften Links bedeutet dies gleichermaßen im B2B-Marketing, dass gekaufte Links mit redaktionellem Mehrwert nicht unbedingt als Sponsored markiert werden sollten. Nehmen Sponsored Links überhand, können negative Entwicklungen des Rankings entstehen, wenn von der anderen Seite – den Dofollow-Links – zu wenig Linkkraft generiert wird. Rel=„nofollow“ erscheint zwar auf den ersten Blick wertlos für den Linkaufbau, sollte aber nicht falsch bewertet werden. Auch wenn der Tag keine Linkkraft weitergibt, bringt er verlinkten Seiten im besten Fall Traffic. Mehr Traffic führt zu einer steigenden Relevanz für Google und kann somit ebenfalls einen positiven Effekt auf das Ranking haben. Darüber hinaus sind sie wichtig für ein natürliches Linkprofil. Linkprofile, welche ausschließlich direkte Empfehlungen enthalten, erachtet Google als verdächtig, sodass es im Worst-Case zu einer Penalty kommt.

Fazit: Ruhe bewahren

Mit der Einführung der neuen Linkattribute sollen zum einen Linkprofile transparenter werden und faire Rankings erfolgen. Auf der anderen Seite liegt die Vermutung nahe, dass Google die Linkanalyse wieder bewältigen möchte und die Neuerungen dafür als Indikatoren benötigt. Um dies durchzusetzen, haben die Tags einen Einfluss auf die Indexierung und das Ranking. Werden die Attribute nicht pflichtbewusst genutzt, kann es zu empfindlichen Abstrafungen kommen und die Webseite verliert an Sichtbarkeit.

Die tatsächlichen Auswirkungen der neuen Attribute auf das Ranking können frühestens ab dem 01.03.2020 abgesehen werden. Google setzt bis dahin auf die Eigenverantwortlichkeit von Webmastern, die neuen Attribute anzuwenden, damit das Ranking nicht in Gefahr gerät, wenn diese verpflichtend werden. Am meisten dürfte SEOs interessieren, dass sie nicht nachträglich ihr gesamtes Linkprofil umstrukturieren müssen. Somit lautet die Devise: Ruhe bewahren und neue Linkattribute ab sofort nutzen. Dafür müssen SEOs das nötige Feingefühl für ihr Linkprofil entwickeln. Das beinhaltet auch, das eigene Linkprofil regelmäßig präventiv zu prüfen und mögliche schadhafte Links zu entfernen.

*Alexander Hundeshagen ist Geschäftsführer bei Löwenstark Brand Marketing GmbH.

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