Core Web Vitals im Marketing Die neue Ranking-Faktoren von Google und wie Sie im Marketing davon profitieren

Autor / Redakteur: Klaus Kurz* / Antonia Röper

User-Experience auf Websites wird als Ranking-Faktor noch wichtiger. Wir erklären, warum es sich auch fürs Marketing und für SEO lohnt, die neuen Core Web Vitals zu beachten.

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Die Onsite-SEO Regeln sind nicht out, sie entwickeln sich bloß weiter und heutzutage nennt man sie Core Web Vitals.
Die Onsite-SEO Regeln sind nicht out, sie entwickeln sich bloß weiter und heutzutage nennt man sie Core Web Vitals.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Ab diesem Juni ergänzen neue Ranking-Faktoren, die so genannten „Core Web Vitals”, den Google-Algorithmus. Damit beurteilt Google die User-Experience auf Websites. Wir erklären in diesem Beitrag, warum Marketer sich überhaupt um das Thema kümmern sollten und welcher Zusammenhang zwischen Google Ads-Preisen und guter User Experience besteht.

Was sind die Core Web Vitals?

Google kündigte im vergangenen November an, dass künftig drei neue Metriken gelten, um Benutzerfreundlichkeit zu bewerten. Diese Parameter – zusammengefasst als Core Web Vitals (CWV) – messen die Ladezeit (Large Contentful Paint/LCP), die Zeit zwischen Aktivität des Users und Reaktion des Browsers (First Input Delay/FID) sowie die visuelle Stabilität einer Website (Cumulative Layout Shift/CLS). Damit möchte Google noch exakter die Qualität der User Experience messen und bewerten als mit den früheren Lighthouse-Detaildaten. Dieses Tool ermöglichte Performance Audits von Websites in den Bereichen Performance, Best Practices, Accessibility, SEO und Progressive Web Apps. Mit den neuen Ranking-Faktoren sollen Webmaster und SEO-Verantwortliche nun noch präziser Websites optimieren und Budgets noch detaillierter planen können. Außerdem vereinfacht das jetzige Update ihr Reporting.

Die drei Evaluierungsfaktoren Expertise, Authority und Trustworthiness gelten aber immer noch und spielen weiterhin eine zentrale Rolle in der Bewertung von Seiteninhalten, denn Websites sollten für Menschen, nicht für Maschinen programmiert sein.

Dennoch ist es wichtig, die Performance einer Website zu messen. So ergab eine Google-Studie über Millionen von Seitenaufrufen beispielsweise, dass Nutzer den Besuch einer Website mindestens 24 Prozent seltener vorzeitig abbrechen, wenn die Website die empfohlenen Schwellenwerte für die Core Web Vitals-Metriken erfüllt.

Großartige User Experience sorgt also für bessere Kunden-, bzw. Nutzer-Bindung und verbessert die Konversionsraten. Schnelle Websites und großartige Kundenerfahrungen entsprechen dem Ziel von Google, Websites mit den besten Erfahrungen und relevanten Inhalten zu fördern. Wenn Sie die Core Web Vitals beachten, schlagen Sie also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Core Web Vitals im Marketing

Traffic-Akquise steht in direktem Zusammenhang mit den Core Web Vitals, arbeiten Sie also gerade bei diesem Thema eng mit den Entwicklern zusammen. Wenn Google seinen Algorithmus ändert, um Websites mit starken CWV zu priorisieren und zu belohnen, sollten Sie sich das genau anschauen. Google betrachtet diese Ranking-Faktoren als Indikatoren für ein großartiges Benutzererlebnis. Machen Sie sie sich dies also zu Nutze, um den Besuchern Ihrer Website ein besseres Erlebnis zu bieten – nicht nur hinsichtlich des Contents, sondern auch in Hinblick auf die Performance.

Längere Seitenladezeiten wirken sich erheblich auf die Absprungrate aus (Quelle):

  • Wenn sich die Seitenladezeit von 1 auf 3 Sekunden erhöht, steigt die Absprungrate um 32 Prozent.
  • Erhöht sich die Seitenladezeit von 1 auf 6 Sekunden, steigt die Absprungrate um 106.

Vodafone verbesserte sein LCP um 31 Prozent, was zu einer Umsatzsteigerung von 8 Prozent führte, da es die Lead-to-Visit-Rate um 15 Prozent steigerte und die Cart-to-Visit-Rate um 11 Prozent erhöhte.

Dabei zählt jede Millisekunde: Bing hat beispielsweise herausgefunden, dass ein Ingenieur, der die Server-Performance um 10 Millisekunden (das sind 1/30 der Geschwindigkeit, mit der unsere Augen blinzeln) verbessert, seine jährlichen Kosten für die Volllast mehr als amortisiert. (Quelle)

Mehr Budget dank besserer Core Web Vitals

Die Seitengeschwindigkeit (inkl. Core Web Vitals), die Relevanz des Inhalts (Keywords) und das Kundenverhalten wirken sich alle auf die Qualitätsscore von Google aus. Achten Sie auf diese Attribute, dann lohnt sich das direkt und Sie haben mehr vom Budget, denn Google belohnt gute Nutzererfahrungen mit einem niedrigeren Cost-per-Click (CPC) für die Anzeige. Schlechte Core Web Vitals hingegen wirken sich negativ auf Ihre Qualitätsbewertung in Google Ads aus; Anzeigen mit einem schlechten Qualitätsscore werden mit einen höheren CPC ausgeben. Arbeiten Sie also mit den Dev-Teams zusammen und achten Sie gemeinsam auf die Qualität und Performance Ihrer Website. Passende Tools und Observability-Plattformen wie beispielsweise New Relic melden Ihnen automatisch die Core Web Vitals für jede Seite. Das macht es Ihnen leicht, auch ohne SEO- oder Programmierkenntnisse diese Daten fürs Marketing zu nutzen. Auch wenn Sie vielleicht keine technischen Änderungen vornehmen werden, hilft New Relic Ihnen zu verstehen, dass wichtige Bestandteile der Website in puncto User Experience nicht den Erwartungen von Google entsprechen und Ihr organischer Traffic und Ihre CPC-Kampagnen beeinträchtigt werden könnten. So verhindern Sie, dass Ihre Kosten erhöht werden und Ihre potenzielle organische Einnahmequelle verringert.

Der genaue Blick auf die Werte der Core Web Vitals hilft Ihnen zudem, ein tieferes Verständnis Ihrer Zielgruppe(n) zu bekommen - jenseits von Clustern, Personas und Methoden qualitativer Untersuchungen. Sie wissen selbst: Eine stringente und konsequente Analyse Ihrer User hilft Ihnen auf vielen Ebenen. Daten wie geografische Hotspots, bevorzugte Browser und die Frage, ob Ihre User die Website mehr mit Mobile oder Desktop aufrufen, können allesamt Schlüsselfaktoren auf dem Weg zur Optimierung sein.

Nun erhalten Sie, wenn Sie Ihre Core Web Vitals beobachten, zusätzliches Wissen, um erfolgreicher sein zu können. Die Attribute der CWV-Ereignisdaten sind der Schlüssel, um zu verstehen, ob Sie Maßnahmen ergreifen müssen und wenn ja, welche Maßnahmen in welchem Umfang nötig sind und welche Auswirkung sie haben werden. Durch Beobachtungen einer Metrik wie "Erste Interaktion" können Sie beispielsweise verstehen und nachvollziehen, wie geduldig oder ungeduldig Ihre Nutzer sind, wenn sie sich mit Ihrer Website beschäftigen. Liegen die Werte von LCP/ und FID sehr nahe beieinander, dann ist die Reaktionsfähigkeit Ihrer Website von großer Bedeutung.

SEO ist tot, es lebe SEO?

Die alten Regeln der Onsite-SEO sind nicht out. Sie entwickeln sich weiter, vieles davon gehört mittlerweile zum Standard. Jeder macht es. Jeder nutzt SEO-Tools, um seine Seiten auf Keyword-Dichte, Meta-Beschreibungen, hohe Schreibqualität und einzigartigen Inhalt zu optimieren und Netzwerke von hochwertigen Backlinks zu schaffen.

Wie heben Sie sich ab? Da Google seinen Ranking-Algorithmus weiterentwickelt, haben Aspekte wie "Mobile friendly" und Sicherheit mehr Bedeutung erlangt. Ist Ihre Seite sicher für Nutzer und enthält sie keine Malware? Stellen Sie sie als HTTPS bereit, auch wenn Sie keine Logins oder Checkouts haben. Treffen Sie Popover-Entscheidungen, die den primären Inhalt abdecken und Auswirkungen auf den Endnutzer haben, und stellen Sie sicher, dass eine Seite schnell lädt und ein stabiles Erlebnis liefert – also all das, was Google jetzt unter dem Begriff Core Web Vitals zusammenfasst. Dies sind die Maßnahmen, nach denen Google Sie beurteilen wird.

* Klaus Kurz ist Director, Solutions Consulting Central Europe bei New Relic.

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