Studie zu B2B-Marktplätzen

Einkäufer erkennen Vorteile von B2B-Plattformen

| Redakteur: Georgina Bott

Die wichtigste Bezugsquelle im Einkauf ist nach wie vor der Direktkontakt. Gleich danach kommen jedoch Online-Shops und Marktplätze, da Produkte hier schnell und unkompliziert gefunden werden können.
Die wichtigste Bezugsquelle im Einkauf ist nach wie vor der Direktkontakt. Gleich danach kommen jedoch Online-Shops und Marktplätze, da Produkte hier schnell und unkompliziert gefunden werden können. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Online-Plattformen und -Marktplätze werden vor allem für die schnelle Auffindbarkeit von Produkten geschätzt, liefern aber noch zu wenig detaillierte Produktinformationen. Das ist das Ergebnis einer Studie zur Rolle von Plattformen und Marktplätzen im B2B.

Auch im B2B-Bereich gewinnen Online-Plattformen und -Marktplätze immer mehr an Bedeutung. Gerade die schnelle Auffindbarkeit von Produkten und das einfache Erschließen neuer Märkte sind positive Faktoren, die auch Einkäufer für sich entdeckt haben. Um den Status Quo von B2B-Marktplätzen abzufragen, hat die B2B-Plattform „Wer liefer was“ eine Online-Studie mit Einkäufern aus dem B2B aufgesetzt. Schwerpunkt der Befragung war zum einen das Nutzungsverhalten und zum anderen die Herausforderungen, die ihnen im Zusammenhang mit Plattformen und Marktplätzen begegnen.

Der Status Quo

Die wichtigste Bezugsquelle im Einkauf bleibt nach wie vor der Direktkontakt, das bestätigten 59,4 Prozent der befragten. Gleich danach kommen jedoch Online-Shops (53,4 Prozent) und Marktplätze (45,9 Prozent). Messen (36,9 Prozent), Branchenverzeichnisse (27,8 Prozent), eigene Liefersysteme (11,1 Prozent) und andere Bezugsquellen (11,9 Prozent, hier wurden Google und persönliche Empfehlungen am häufigsten genannt) liegen deutlich dahinter. Plattformen und Marktplätze werden überwiegend für die Suche nach konkreten Produkten (67,3 Prozent) und nach neuen Lieferanten (47,9 Prozent) genutzt. Lediglich rund ein Drittel der Befragten führt auch Bestellungen durch.

„Die Umfrage zeigt, dass Online-Plattformen und -Marktplätzen für die Suche nach Produkten bei den Unternehmen an Bedeutung gewinnen”, erklärt Peter F. Schmid, CEO von „Wer liefert was“ und Chairman von EUROPAGES. „In der Tendenz ist der persönliche Kontakt erst relevant, nachdem sich der Einkäufer bereits online über die möglichen Lieferanten informiert hat”, erklärt Schmid.

Qualität der Angebote

Einkäufer benutzten Plattformen und Marktplätze, da Produkte hier schnell gefunden werden können (36,6 Prozent). Aber auch die Vergleichbarkeit von Preisen (18,9 Prozent) und Produkten (13,6 Prozent) sowie eine große Auswahl an Produkten (16,6 Prozent) spielen eine Rolle. „Die Umfrage hat gezeigt, dass Online-Plattformen und -Marktplätze sehr effizient und daher besonders beliebt sind”, sagt Peter F. Schmid. Der CEO von „Wer liefert was“ und Chairman von EUROPAGES erkennt im Ergebnis der Umfrage auch brachliegendes Potenzial.

„Es gibt seitens der Unternehmen einen großen Aufholbedarf, wenn es darum geht, genügend Detailinformationen online zur Verfügung zu stellen”, erklärt Peter F. Schmid. Der Grund: Rund 45,8 Prozent der Teilnehmer sehen das Fehlen detaillierter Produktinformationen sowie eine mangelhafte Suchfunktion (35,9 Prozent) als kritisch an. Auch dass Kontaktinformationen versteckt und schwierig zu finden seien (33,9 Prozent) wurde bemängelt.

Die Plattformökonomie

Insgesamt blicken die Befragten optimistisch in die Zukunft und zeichnen ein positives Bild. Plattformen und Marktplätze werden vor allem als Treiber des eigenen Geschäfts gesehen, da sie das einfache Erschließen von neuen Beschaffungsmärkten (45,5 Prozent) ermöglichen, die Kosten im Einkauf (39,2 Prozent) senken und Wachstums-, vor allem aber wichtige Innovationstreiber (41,8 Prozent) sind. Nur 4,6 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass es keinerlei Änderungen geben werde. Bei aller Zuversicht erkennen die Befragten jedoch auch die Dominanz von GAFA an und befürchten, dass Europa zunehmend in die Abhängigkeit gedrängt wird (36,4 Prozent).

Das europäische Ausland im Vergleich

Die Umfrage wurde zeitgleich von der europäischen Plattform EUROPAGES durchgeführt. Hier haben rund 900 internationale Teilnehmer (überwiegend aus Europa) an der Befragung teilgenommen. Insgesamt ähneln sich die Ergebnisse in allen Bereichen. Auch hier ist die wichtigste Bezugsquelle für die Einkäufer der Direktkontakt (63 Prozent), gefolgt von Online-Shops (45,6 Prozent) und Marktplätzen (36,9 Prozent). Die Plattformen werden vor allem für die Recherche spezifischer Produkte eingesetzt (57,9 Prozent). Bei den genutzten Plattformen zeigt sich dagegen ein unterschiedliches Bild zum DACH-Raum: Im englischsprachigen Raum ist Alibaba (52,7 Prozent) wesentlich verbreiteter als andere Plattformen. In Frankreich liegt das chinesische Unternehmen auf Platz zwei (37,3 Prozent) – hinter EUROPAGES (51,1 Prozent).

Hauptgrund für die Nutzung ist die schnelle Findbarkeit der Produkte (24,6 Prozent), größte Hürden sind versteckte Kontaktinformationen (37,6 Prozent) und fehlende oder unvollständige Produktinformationen (40,1 Prozent). Die Vorteile werden auch hier erkannt: 41,3 Prozent gaben an, dass sich mittels der B2B-Plattformen und Marktplätze neue Beschaffungsmärkte einfach erschließen lassen und dass mittelständische Unternehmen die Kosten im Einkauf senken können (35,6 Prozent).

Peter F. Schmid ist CEO bei „Wer liefert was“
Peter F. Schmid ist CEO bei „Wer liefert was“ (Bild: Copyright: www.otzipka.de)

„Die Studie zeigt deutlich, dass Plattformen und Marktplätze im B2B weiter an Relevanz gewinnen. Der Einkauf erkennt mittlerweile ihr Potenzial – sieht aber auch, dass Europa zunehmend in eine Abhängigkeit getrieben wird. Umso wichtiger ist es, dass sich europäische Player als Gegengewicht etablieren”, sagt Peter F. Schmid, CEO von „Wer liefert was“ und Chairman von EUROPAGES.

Über die Studie

Die Studie wurde von „Wer liefert was“ im Zeitraum vom 21. August bis 25. September 2017 durchgeführt. Insgesamt wurden 1.313 Einkäufer aus der DACH-Region befragt. 44,6 Prozent der Teilnehmer arbeiten in einem Unternehmen mit 1 bis 9 Mitarbeitern. 35 Prozent der Teilnehmer arbeiten in einem Unternehmen mit 10 bis 249 Mitarbeitern. Die übrigen Teilnehmer arbeiten in einem Unternehmen mit 250 oder mehr Mitarbeitern. Die Teilnehmer gaben folgende Branchen an, in denen sie arbeiten:Elektronik und Elektrotechnik, Oberflächentechnik, Mess-, Regel- und Steuerungstechnik, Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik, Verpackungstechnik, Baugewerbe, Maschinen- und Fahrzeugbau, Verkehr und Lagerei, Einzel- und Großhandel, Energie- und Wasserversorgung, Herstellung von Metallerzeugnissen, Metallerzeugung und -bearbeitung, Handel mit Kfz, Sonstige.

Über Wer liefert was

„Wer liefert was“ ist der führende B2B-Marktplatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als meistbesuchte Internetplattform für den professionellen Einkauf bietet wlw Zugriff auf Millionen von Produkten und Dienstleistungen im B2B-Segment. Auf wlw.de, wlw.at und wlw.ch treffen monatlich 1,3 Millionen Einkäufer mit echtem Bedarf auf rund 560.000 Lieferanten, Hersteller, Händler und Dienstleister in rund 47.000 Kategorien. Die präzise und einfache Suche liefert Einkäufern jeden Monat verlässliche Informationen zu Unternehmen und ihren Produktportfolios – inklusive aktueller Kontaktdaten. Das Angebot von wlw ist für Einkäufer und als Standardprofil für Inserenten kostenfrei. „Wer liefert was“ hat seinen Hauptsitz in Hamburg und beschäftigt 200 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde 1932 gegründet und gab als erster Anbieter gedruckte Nachschlagewerke für gewerbliche Einkäufer heraus. Seit 1995 bietet wlw seine Services ausschließlich online an.

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