Arbeitgeberkommunikation

Employer Branding und Recruiting – Mittelstand zeigt Nachholbedarf

| Redakteur: Burkard Müller

Wie Mittelständler Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting betreiben, beleuchtet eine aktuelle Studie.
Wie Mittelständler Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting betreiben, beleuchtet eine aktuelle Studie. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die Studie „Arbeitgeber Mittelstand: Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung“ zeigt, dass Mittelständler im Vergleich zu Großkonzernen viel aufzuholen haben. Gute Beispiele für Employer Branding und Recruiting liefern laut Studie Unternehmen, wie Brose, VEKA, Schüco International und TRUMPF.

Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting deutscher Mittelständler – das sind die Hauptthemen, mit denen sich die Studie „Arbeitgeber Mittelstand: Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung“, herausgegeben von Prof. Dr. Beck von der Hochschule Koblenz, Potentialpark und TERRITORY Embrace, beschäftigt. Dazu wurden Karriereseiten, Online-Bewerbungen und soziale Netzwerke hinsichtlich der Themen analysiert. Die Ergebnisse zeigen nun auf, wo mittelständische Unternehmen in Deutschland noch Nachholbedarf haben.

Wichtige Resultate der Studie

Das Ergebnis: Die topplatzierten Mittelständler liegen nach dem Schulnotensystem nicht besser als im befriedigenden Bereich. Prof. Dr. Christoph Beck von der Hochschule Koblenz ist überzeugt: „Der Mittelstand muss aus der Deckung kommen. Viele Mittelständler können mit ihrer Kultur und ihren Werten nämlich ausgezeichnet punkten. Das können potentielle Arbeitnehmer jedoch nur dann erkennen, wenn diese authentisch und professionell über die richtigen Kanäle kommuniziert werden.“

Social Media – die richtige Ansprache finden

Großkonzerne verwenden Social Media-Plattformen bereits aktiv für Personalmarketingmaßnahmen. Bei den meisten mittelständischen Unternehmen herrscht in diesem Bereich jedoch Nachholbedarf. Nur 17 Prozent dieser Betriebe nutzen zum Beispiel einen Facebook-Karrierekanal, auf Instagram sind es sogar nur acht Prozent. Über genau diese Kanäle sind Studierende und Absolventen jedoch am besten zu erreichen, denn sie nutzen diese Plattformen am häufigsten (Facebook: 86 Prozent, Instagram: 64 Prozent).

„Es ist für den Recruiting-Erfolg entscheidend, die Zielgruppe zu kennen und die richtigen Kanäle zu wählen, um diese auch zu erreichen“, konstatiert Gero Hesse, Geschäftsführer von TERRITORY Embrace. „Gerade für den Mittelstand ist es wichtig, Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben, selbstbewusst und authentisch zu agieren und mit gutem Storytelling zu überzeugen.“

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Wie die Best-Platzierten der Studie agieren

Was machen die Top-Platzierten wie Brose, VEKA, Schüco International oder TRUMPF besser? „Den Top 10 der deutschen Mittelständler in Sachen Employer Branding und Recruiting ist gemein, dass sie ihre Karriere-Auftritte vom Kandidaten her denken. Sie haben erkannt, dass herkömmliche Methoden der Personalgewinnung nicht mehr ausreichen“, so Julian Ziesing, Head of Innovation bei Potentialpark.

Als Gesamtsieger dieser Studie geht der Mittelständler Brose hervor. Brose ist in allen drei Bereichen (Social Media, Karrierewebseite und Onlinebewerbung) sehr gut aufgestellt. Das Unternehmen ist auf den meisten Social-Media-Kanälen zu finden und bietet mit abwechslungsreichen Beiträgen eine der besten Karrierewebseiten des Mittelstands.

Arbeitgeber Mittelstand: Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung
Arbeitgeber Mittelstand: Kommunikation in Zeiten der Digitalisierung (Bild: TERRITORY)

Wo besteht insgesamt Verbesserungsbedarf?

Für die Allgemeinheit besteht mit Blick auf die Karrierewebseiten Verbesserungspotential: Die Seiten der Mittelständler bieten meist wenig Anreiz zum Bewerben. Vorbilder in diesem Bereich sind Familienunternehmen wie Hansgrohe oder die Wieland-Gruppe. Sie informieren Interessenten über aktuelle Ausbildungs- und Studienangebote, geben Einblicke in verschiedene Berufsbilder und animieren, indem sie spannende Events mit ihren Followern teilen.

Für diese Studie wurden 300 Unternehmen des Mittelstands, Familienunternehmen und Konzerne mit weniger als 30.000 Mitarbeitern zu den Faktoren Social Media, Karrierewebseite und Onlinewerbung untersucht. Zusätzlich wurden 3.320 Studierende und Absolventen zu ihren individuellen Informationsbedürfnissen befragt.

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