Personal Branding Growth Hacking LinkedIn für erfolgreiches Selbstmarketing

Autor / Redakteur: Björn Radde* / Antonia Röper

Was bei Startups funktioniert, bringt auch die persönliche Marke voran: Growth Hacks. Immer wichtiger für Selbstmarketing wird das Business-Netzwerk LinkedIn, dort bauen viele Unternehmen CEOs und Top-Manager zu Meinungsführern auf. Wie lässt sich das Growth-Hacking-Prinzip anwenden – und wie führt es zu mehr Followern, Engagement, Sichtbarkeit?

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Wie beim Aufbau Ihrer eigenen Marke müssen Sie auch beim Growth Hacking für LinkedIn konsequent dranbleiben, um nachhaltigen Erfolg zu haben.
Wie beim Aufbau Ihrer eigenen Marke müssen Sie auch beim Growth Hacking für LinkedIn konsequent dranbleiben, um nachhaltigen Erfolg zu haben.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Soziale Medien, im internationalen Business-Bereich vor allem LinkedIn, bieten Chancen zur optimalen Präsenz der eigenen Marke. Hier können geschäftsrelevante B2B-Themen platziert werden, die auf Facebook weniger interessant wirken und auf Instagram schwierig darzustellen sind. Da Fach- und Führungskräfte oft im Job ausgelastet sind, helfen schnelle Growth Hacks.

Follow me

Wie bei allen Social-Media-Kanälen ist ein professionelles Profil die Basis, bei LinkedIn ist das etwa die „Profilkarte“. Die Bedeutung von Profil- und Cover-Foto ist klar, letzteres wird jedoch teils noch zu wenig genutzt. Growth Hack Nummer eins: Call-to-Action (CTA) ins Cover-Foto integrieren, also eine Anweisung an den Profilbesucher. Einfach und direkt: Folgen Sie mir!

Relativ neu ist die Option, den eigenen Namen akustisch aufzunehmen. Über ein Lautsprechersymbol können sich Besucher so informieren, wie sie den Namen eines Kontakts korrekt auszusprechen, etwa für Telefonate, Videocalls oder reale Treffen. Über die Option, eine Kurz-URL (Vanity-URL) für das Profil anzulegen, lässt sich das Profil leicht kommunizieren. Wie diese können auch die Profilbeschreibungen mit wichtigen Keywords ergänzt werden.

Contact is King

Die einfachste Variante, das Netzwerk zu erweitern, ist die (bestenfalls personalisierte) Kontaktaufnahme mit anderen Mitgliedern. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einladung angenommen wird. Heutige Studierende könnten die Gründer von morgen sein. Auch CEOs sollten sich nicht zu schade sein, entsprechende Anfragen anzunehmen. Wer dachte 2004, dass die Kontaktanfrage eines unscheinbaren Harvard-Studenten eine Vernetzung mit dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bedeutet hätte?

Eine Besonderheit etwa für Sales-Mitarbeiter: Per App besteht die Möglichkeit, über ein Kamera-Symbol auch eine Video-Nachricht zu versenden. Gewiss hebt sich dies (noch) von vielen anderen LinkedIn-Mitgliedern ab. Auch hier gilt im Sinne des Growth-Hacking-Ansatzes: Probieren geht vor Studieren. Ein weiterer Hack ist es, eine Empfehlung (Recommendation) abzugeben. Positive Worte über das zu bewertende Mitglied erhöhen die eigene Sichtbarkeit, eigene Empfehlungen sollten zudem zusätzlich aktiv angefordert werden.

Content first

Auch auf LinkedIn gilt: Täglich posten, Emojis sparsam verwenden, andere Mitglieder oder Unternehmen taggen und Hashtags einsetzen. Relevante Ziele finden sich über die Suche oder via Google. Drei bis vier Hashtags in einem Post sind ratsam. Auch existieren verschiedene Untersuchungen zum optimalen Posting-Zeitpunkt: Am häufigsten wird der Dienstag- und Mittwochvormittag von 8 bis 12 Uhr genannt. Beim Growth Hacking geht es jedoch auch darum, unkonventionelle Wege auszuprobieren. Daher kann es wertvoll sein, etwa an Wochenenden zu posten und zu schauen was passiert.

Eine weitere Möglichkeit sind selbst erstellte Artikel auf LinkedIn. Diese sollten keine Werbung sein, sondern einen echten Nutzen bringen. So etwa ein Artikel mit Vorteilen darüber, warum andere Mitglieder folgen oder Kontakt aufnehmen sollten – eine kurze Biografie und ein Profillink unter dem Text rundet diesen ab. Die Sektion „Im Fokus“ (vorher: „Vorgestellt“) ermöglicht es zudem, besondere Beiträge, Artikel, Links oder Dateien hervorzuheben. Der erfolgreichste Beitrag sollte zuerst platziert, der zweite Platz mit einem Beitrag inklusive Call-to-Action belegt werden – dazu ein aufforderndes Cover-Bild mit klarer Überschrift.

Tell your stories

Im Oktober 2020 hat LinkedIn nun auch in Deutschland eine Story-Funktion ausgerollt. Wie auf anderen Social-Media-Plattformen kann die LinkedIn-App bis zu 20-sekündige und für 24 Stunden sichtbare Kurzvideos ausspielen. Auch dies sollte thematisch im beruflichen Kontext stattfinden. Möglichkeiten sind die Kommunikation von Events, Frage des Tages, Success- oder Referenz-Stories – aber auch Selfbranding oder Produktwerbung.

Mit LinkedIn Live lassen sich zudem Echtzeit-Videos streamen. Aktuell testet das Netzwerk die Funktion mit einigen Content-Kreatoren, für die Freischaltung müssen sich Nutzer bewerben. War sie erfolgreich, kann und sollte sie zum Reichweitenaufbau genutzt werden.

Mensch vor Bots

Viele mögen denken, der beste Growth Hack sei der Kauf von Followern. Davon ist abzuraten. Denn der Großteil sind nur von Bots übernommene inaktive Accounts oder Fake-Accounts. Sie treiben zwar die Follower-Zahl nach oben – aber sie werden keine Posts liken, Kommentare hinterlassen, nicht auf Veranstaltungen einladen oder ein Geschäft abschließen.

Auch für die Kontaktaufnahme lautet die Empfehlung, keine Software (Automation) zu nutzen. Mitglieder könnten Anfragen als Spam markieren. Hierbei und ebenfalls wenn LinkedIn-eigene Bots unnatürlich viele Anfragen in zu kurzer Zeit merken, kann das Konto gesperrt werden. Dann folgt der Gang ins sogenannten „LinkedIn-Gefängnis“ (LinkedIn Jail), bis der Sachverhalt aufgeklärt wurde. Währenddessen ist ein Einloggen nicht möglich.

Networking is work

Wie beim Aufbau der eigenen Marke gilt es auch in Sachen Growth Hacking, für nachhaltigen Erfolg konsequent dranzubleiben. „Die einzige Arbeit, die sich auf Dauer wirklich lohnt, ist die Arbeit an sich“, sagte schon Friedrich Nietzsche. Weitere und weiterführende Growth Hacks speziell für LinkedIn finden sich in etwa in aktueller Literatur zum Thema. Da nicht alles bei allen Profilen funktioniert, muss stetig probiert und die Aktivitäten auf andere Social Media ausgeweitet werden – unter anderem um Content und Vernetzungseffekte zu nutzen.

*Björn Radde ist Head of Digital Marketing bei T-Systems International GmbH .

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