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Gleichberechtigung in der Führung Nicht schon wieder: Warum Frauen die Gender-Thematik auf den Keks geht

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Falscher Optimismus in Sachen Gleichberechtigung auf Führungsebene? Eine Studie zeigt, dass Unternehmen das Reputationspotenzial weiblicher Executives nicht nutzen.

(Bildquelle: Pixabay, CCO Public Domain)

Laut Weber Shandwick’s neuester Studie Gender Equality in the Executive Ranks: A Paradox – The Journey to 2030 glauben fast drei Viertel aller Führungskräfte globaler Unternehmen (73 Prozent), dass bis 2030 die Führungsetagen der meisten weltweit tätigen Unternehmen in gleichem Maße von Frauen besetzt sein werden wie von Männern. Nichtsdestotrotz berichten mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent), ihr Unternehmen verfolge derzeit keine formalen Ziele für diesen Wandel, und nur 39 Prozent stufen Diversität innerhalb der Führungsetage als wichtig ein. Gerade Arbeitnehmerinnern sind zunehmend davon überzeugt, dass eine Gleichberechtigung nur noch durch Zwangsmaßnahmen – wie zum Beispiel Gesetze zur Gleichstellung von Gehältern – entstehen kann.

„Es ist paradox“, reflektiert Christiane Schulz, CEO von Weber Shandwick Deutschland. „Allen ist bewusst, dass ein weiblicher Anteil in der Führungsetage jedem Unternehmen gut tut. Man braucht aber nicht einfach nur mehr Frauen, diese sollten auch über ähnliche Erfahrungen und Qualifikationen verfügen wie ihre männlichen Kollegen. Wenn Unternehmen nicht die nötigen Maßnahmen hierfür ergreifen, ist es klar, dass Frauen der Gender-Thematik früher oder später überdrüssig werden.

Infografik zur Studie: Die Forderung nach mehr Frauen in Führungsetagen war nie größer.
Infografik zur Studie: Die Forderung nach mehr Frauen in Führungsetagen war nie größer.
(Bildquelle: Weber Shandwick – Screenshot DE_Gender Equality -Infografik.pdf)

Push- und Pull-Faktoren

Der Studienreport zeigt signifikante Treiber und Impulse zur Förderung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Zu diesen treibenden Faktoren gehören unter anderem ein erhöhtes Diskussionsaufkommen zum Thema Geschlechtergleichstellung in Medien und Sozialen Netzwerken, der Einfluss von weiblichen Führungskräften auf ihre Stakeholder und die Bedeutung von Frauen in der Führungsriege für Millennials. Gleichzeitig deckt die Studien Faktoren auf, die die Entwicklung zu einer Gleichberechtigung der Geschlechter hin beeinträchtigen. Zu ihnen gehören u.a. die Priorisierung anderer Geschäftsstrategien und damit schlichtweg die Vernachlässigung des Themas sowie das häufige Fehlen formaler Ziele im Hinblick auf eine Gleichstellung. Etwaige Maßnahmen sind daher oft unausgereift und wenig effektiv.

Neben diesen einzelnen Faktoren stellt der Report Beispiele aus Unternehmen vor, bei denen die Gleichstellung der Geschlechter Priorität hat. Ihre Ansätze dienen als strategische Guidelines für diejenigen Unternehmen, die sich künftig eine genderorientierte Reputation aufbauen wollen.

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