Suchen

Digitalisierung Online-Lösungen für KMU in der Corona-Krise

| Redakteur: Veronika Kremsreiter

Groupon Deutschland Geschäftsführer Nils Dantzer spricht über die aktuelle Situation für deutsche KMUs in der Krise, erklärt welche Chancen jetzt in der schnellen Digitalisierung stecken und gibt 5 wertvolle B2B-Tipps für nachhaltigen Erfolg

Firmen zum Thema

Laut dem Stimmungsbarometer Mittelstand sieht sich gar jedes fünfte Unternehmen in naher Zukunft von der Möglichkeit der Insolvenz bedroht. Um dem entgegenzuwirken, ist es jetzt Zeit, umzudenken, flexibel zu sein und den Mut zu haben, Neues auszuprobieren.
Laut dem Stimmungsbarometer Mittelstand sieht sich gar jedes fünfte Unternehmen in naher Zukunft von der Möglichkeit der Insolvenz bedroht. Um dem entgegenzuwirken, ist es jetzt Zeit, umzudenken, flexibel zu sein und den Mut zu haben, Neues auszuprobieren.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Wie steht es derzeit um deutsche KMU?

Die Covid-19-Pandemie hat der Wirtschaft weltweit einen schweren Schlag verpasst und das gilt natürlich insbesondere auch für kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland. Die Mehrheit von ihnen hat mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen und viele haben Kurzarbeit beantragt. Laut dem Stimmungsbarometer Mittelstand sieht sich gar jedes fünfte Unternehmen in naher Zukunft von der Möglichkeit der Insolvenz bedroht. Um dem entgegenzuwirken, ist es jetzt Zeit, umzudenken, flexibel zu sein und den Mut zu haben, Neues auszuprobieren.

Vor welchen Herausforderungen stehen KMU?

Wir alle stehen vor veränderten Bedingungen. Neben dem veränderten Kaufverhalten, etwaigen Beschaffungsproblemen und finanziellen Einbußen müssen sich die Unternehmen auch an die neuen Hygienevorschriften, Abstandsregeln und Öffnungsbeschränkungen anpassen. Die große Herausforderung ist, auch unter diesen Bedingungen Gewinne zu erwirtschaften. Dafür müssen neue Geschäftsmodelle und Strategien - vor allem auch digitale - her. Die Pandemie erweist sich als zusätzlicher Treiber der teilweise bisher verschlafenen Digitalisierung. Noch vor einem Jahr haben wir eine Studie durchgeführt, nach der KMUs durchschnittlich nur ein Fünftel ihres Marketingbudgets für Digitales ausgeben. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, das zu ändern und zum Beispiel durch eine Kooperation mit Groupon auf unkomplizierte Art und Weise sein Business langfristig und nachhaltig online zu bewerben.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Digitalisierung von KMU?

Was in den meisten größeren Unternehmen schon lange Usus ist, wird jetzt im Rekordtempo auch in KMUs aufgeholt: Wo irgend möglich, werden Möglichkeiten zum Homeoffice eingeführt und zunehmend als normal angesehen. Wer außerdem im Jahr 2020 immer noch keine Webseite hatte, lässt jetzt eine bauen. Online-Auftritte, die bisher stiefmütterlich behandelt wurden, sollten jetzt dringend aktualisiert und auf den neuesten technischen Stand gebracht werden. Schnell auffindbare Informationen in einem Design, das auch auf mobilen Endgeräten gut funktioniert, müssen Standard werden. Wo es praktikabel ist, lohnt sich die Investition in einen E-Commerce-Bereich mit eigenem Online-Shop. Und natürlich ist Marketing über digitale Kanäle und Social Media das Gebot der Stunde, da gerade alle sehr viel mehr Zeit vor ihren digitalen Endgeräten verbringen als durch die Fußgängerzone zu bummeln.

Wie wird sich Ihr Vertrieb und/oder Ihr Marketing aufgrund der aktuellen Erfahrungen verändern?

Werden sich die Abteilungen in einer anderen Art und Weise aufstellen müssen? Für unseren operativen Arbeitsalltag waren die Kontaktbeschränkungen gar keine so große Herausforderung, da wir ohnehin regelmäßig im Homeoffice arbeiten und als international agierendes Unternehmen Videokonferenzen eher die Regel als die Ausnahme sind. Viel größer waren die Auswirkungen aber für unsere Partner*innen, von denen viele während der Kontaktbeschränkungen komplett schließen mussten oder ihre Angebote auf die neue Situation anpassen mussten. Wir haben auf unserem Online-Marktplatz Filter integriert, mit denen unsere Kund*innen schnell diejenigen Restaurants finden konnten, die Abhol- und Lieferservice anbieten. Zudem wurden Onlinekurse und andere digitale Angebote unserer Partner*innen immer wichtiger und rückten sowohl auf der Plattform als auch im Marketing in den Fokus. Zum Glück können wir in solchen Situationen flexibel reagieren und unsere Local-Experiences-Strategie adaptieren, um unseren Kund*innen relevante Erlebnisse zu zeigen und unseren Partner*innen zu helfen, ihre Angebote an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Welche Rolle spielt Online-Marketing in diesem Szenario?

Wie gesagt findet während der Pandemie das Leben vieler Menschen noch mehr online statt als ohnehin schon. Wir alle recherchieren online und checken die aktuellsten Öffnungszeiten und Hygienevorschriften, bevor wir in Spezialgeschäften einkaufen, Essen gehen, an Sportkursen teilnehmen, ein Museum besuchen oder ein Kajak mieten. Deshalb sind digitale Werbeformen wichtiger den je, um mit der Kundschaft in Kontakt zu bleiben und neue Umsatzfelder zu erschließen. In vielen Unternehmen fehlen allerdings die Zeit, Know-how und finanzielle Ressourcen, um ein dezidiertes Online-Marketing effizient aufzubauen. Hier hilft es, Synergieeffekte zu nutzen und Kooperationen mit Plattformen wie Groupon einzugehen. Unser Online-Marktplatz bietet KMUs die nötige Infrastruktur und sorgt für eine große Reichweite. Nicht nur kommen unsere Stammkunden regelmäßig zum Stöbern, wir platzieren die Angebote auch auf unseren Social-Media-Kanälen, bei Affiliate-Partnern und als Anzeigenwerbung überall im Web.

Welche 5 Tipps würden Sie KMU geben, die gerade in der Krise stecken?

1. Bedingungen analysieren und Vertriebsstrategie anpassen: Wer sind die Kunden, wie erreichen wir sie? Welche Bedürfnisse haben sie jetzt ganz konkret und wie können wir sie erfüllen?

2. Zuverlässige Partner sein: Spätestens jetzt ist es Zeit, eine digitale Präsenz aufbauen, sie mit allen wichtigen Informationen aktuell zu halten und ggf. um einen Online-Shop und/oder ein Online-Buchungssystem zu erweitern, mit dem sich verminderte Kapazitäten besser händeln lassen.

3. Neue und alte Kunden erreichen und langfristig binden: Online-Marketing und Online-Kommunikation müssen jetzt im Vordergrund der Werbemaßnahmen stehen.

4. Auf Synergieeffekte setzen: Mit anderen Unternehmen im Stadtteil zu kooperieren oder Plattformen nutzen bündelt Kräfte und lässt Energie für neue Ideen.

5. Aus der Krise lernen: Big- und Smart-Data-Analysen helfen, wichtige Kenntnisse zu ihren Verbraucher*innen bzw. Kund*innen zu erhalten. So kann man die Kund*innen besserkennenlernen und langfristig effizienter werben und wirtschaften.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Nils Dantzer ist Geschäftsführer bei Groupon und verantwortet seit 2018 die Aufgabenbereiche Sales, Sales Management und Sales Operations sowie Kunden- und Geschäftsstrategien für den deutschen Markt.

(ID:46668956)