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Health Care Unternehmen Social Media Trends 2020 – an Influencern und Video Content führt kein Weg vorbei

| Autor / Redakteur: Sarah Kübler, Nadja Müller* / Lena Müller

Kunden und Patienten von Health Care Unternehmen sind online auf verschiedenen Plattformen unterwegs. Das bietet den Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, mit ihnen direkt in Kontakt zu treten und eine Beziehung aufzubauen. Dabei ist es wichtig, seine Zielgruppe zu kennen sowie die passenden Kanäle mit dem richtigen Content auszuwählen.

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Health Care Unternehmen können Social Media Kanäle strategisch nutzen, um mit ihren Zielgruppen in Kontakt zu treten und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.
Health Care Unternehmen können Social Media Kanäle strategisch nutzen, um mit ihren Zielgruppen in Kontakt zu treten und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Erklärvideos funktionieren nicht auf Instagram und ein Austausch im geschützten Rahmen nicht auf YouTube. Wer sich und seine Produkte strategisch auf Social Media platziert und dabei die aktuellen Entwicklungen berücksichtigt, ist dem Wettbewerb einen großen Schritt voraus. Um das Potenzial von Social Media bestmöglich auszuschöpfen, sollten Pharma und Health Care Unternehmen die Trends und Entwicklungen kennen. 2020 ist mit folgenden Entwicklungen zu rechnen.

Influencer Marketing

Influencer Marketing wird eine immer wichtigere Rolle spielen – Health Care Unternehmen können damit ihre Angebote und Produkte gezielt in Communitys platzieren, die eine große Schnittmenge mit ihrer Zielgruppe bietet. Eine gute Strategie kann darin bestehen, sich nicht nur auf die Branchengrößen mit einer großen Followerschaft zu konzentrieren. Microinfluencer zum Beispiel verfügen zwar über eine kleinere Reichweite, ihre Posts und ihr Content leiden dafür aber auch weniger unter Streuverlusten.

Influencer sind nahbar und authentisch. Sie bringen einen Vertrauensvorschuss. Gerade bei sensiblen Themen, wie häufig bei Health Care Produkten der Fall, kann die Erwähnung durch einen Influencer Gold wert sein und eine viel größere Wirkung entfalten als ein reines Werbeversprechen. Produktempfehlungen in einem persönlichen Rahmen sind deutlich effektiver.

Emotionen und persönliche Betroffenheit funktionieren bei Influencer-Posts besonders gut. Schmerzspezialisten mit Erklärvideos oder die Mami mit dem Neurodermitis-Baby: Influencer decken als persönlich Betroffene authentisch in ihrer Tonalität einen Themenbereich ab – es gibt sie für jede Zielgruppe, für ein jüngeres wie ein älteres Publikum.

Professionelle Influencer Marketing Agenturen nutzen das für ihre Kunden: Sie verfügen in der Regel über einen großen Pool und können über entsprechende Filter jene Influencer auswählen, die für eine Kampagne am besten passen. Dabei spielen Kriterien wie Reichweite, Wachstum, User Engagement und Community-Bindung eine Rolle.

TikTok

TikTok ist eine chinesische Social-Media-App für iOS und Android. Sie ist die ideale Plattform für kurze, unterhaltsame Videos, die individuell angepasst und geteilt werden können. So entstehen tausende oder hunderttausende Varianten eines Themas – jeder kann ein TikTok-Star werden und auch kleine Kanäle mit wenig Followern haben über die Struktur und den Aufbau der Plattform die Möglichkeit Hundertausende Aufrufe zu generieren.

Die App ist noch jung und entwickelt einen regelrechten Suchtfaktor. Organische Reichweite wird über Hashtags und Trends generiert, Unternehmen können einen solchen Hashtag und Challenges, zum Beispiel über bezahlte Filter, aber auch initiieren.

Für Health Care Unternehmen bietet TikTok eine Plattform für den offenen Austausch über Krankheitsverläufe und die Möglichkeit, Einblicke in den Alltag zu geben. TikTok lebt von der Kreativität seiner Nutzer, dem Mitmach-Charakter und gute Unterhaltung steht bei den meist 15 Sekunden kurzen Videos im Vordergrund. Gerade in der Gesundheitsbranche nutzen zudem viele Pfleger, Rettungssanitäter oder Ärzte das Tool sehr erfolgreich, um ihre Tätigkeiten aus ihrer Perspektive zu beleuchten. Das Klinikum Dortmund nutzt TikTok sogar zum Recruiting und versammelt bereits über 70.000 Follower.

Wichtig ist, auf diesem Kanal nicht die Produkte in den Vordergrund zu stellen, sondern unterhaltsame Hilfestellung zu bieten. Ein Branded Channel kann dann gezielt mit Unternehmensthemen besetzt werden.

Video Content

Video Content wird immer wichtiger. Eine Studie von Cisco kommt zu dem Ergebnis, dass bereits im Jahr 2022 über 80 Prozent des Traffics online durch Videos erreicht werden wird. Bewegtbild ist die Zukunft, an der auch Health Care Unternehmen nicht vorbei kommen. Viele scheuen das Format aktuell noch wegen der höheren Kosten im Vergleich zu Text und Fotos. Wer jetzt mit Video Content einsteigt, kann sich gegenüber den Mitbewerbern einen Vorteil verschaffen.

Branded Channels auf YouTube

YouTube ist nicht nur die Nummer Eins-Plattform wenn es um Video Content geht, YouTube hat als zweitgrößte Suchmaschine nach Google auch jede Menge SEO-Power. YouTube ist die beliebteste Plattform für Bewegtbildinhalte: In den letzten zehn Jahren konnte sich YouTube neben vielen anderen Plattformen durchsetzen und hält in Deutschland mit rund 81 Prozent (2016) des Marktanteils der Unique User einen hohen Abstand zu ihren Konkurrenten, wie beispielsweise Dailymotion mit 4,5 Prozent des Marktanteils.

Content auf der Plattform ermöglicht Ranking-Synergieeffekte auf Google. Health Care Unternehmen können ihre Marke auf YouTube im eigenen Channel platzieren und so SEO-relevante Instrumente wie Titel, Tags, Vorschau und Suchbegriffe für Krankheiten oder das gewünschte Thema gezielt nutzen und die eigenen Keywords so nicht nur auf der Videoplattform, sondern auch seinem „großen Bruder“ Google besetzen.

Facebook-Gruppen

Auch wenn das jüngere Publikum zu anderen Social Media Kanälen abwandert: Facebook ist noch lange nicht tot – und für Unternehmen der Gesundheitsbranche eine interessante Plattform. Gerade ein weibliches Publikum im Alter zwischen 24 und 44 Jahren ist auf Facebook zu finden. Der Social Media Riese hat angekündigt, 2020 vor allem seine Gruppen pushen zu wollen: Sie haben bereits einen eigenen Reiter in der Facebook-App und werden gegenüber Facebook-Seiten vermehrt bevorzugt ausgespielt. Für Unternehmen bedeutet das, mit dem Fokus auf Gruppen die organische Reichweite verbessern zu können.

Gruppen sind gerade für Health Care Unternehmen schon per se ein ideales Tool, um den Austausch zwischen Betroffenen oder mit Experten zu ermöglichen. Hier sollte der Fokus ganz klar auf der Community und den Inhalten und weniger auf Produktwerbung liegen, Health Care Unternehmen werden zum Veranstalter und Enabler. Private Gruppen haben dann das Potenzial für einen intensiven, vertrauensvollen Austausch und eine rege Interaktion. Sie bieten einen geschützten Rahmen, in denen sich Betroffene offen und ohne Scheu vernetzen können.

Podcasts

Podcasts sind in aller Munde und funktionieren auch im Health Care Bereich gut: Sie bieten viele Ansatzpunkte auch für persönliche Erfahrungsberichte, sind authentisch und individuell. Influencer bieten in ihren Podcasts die Möglichkeit für Produktplatzierungen. Diverse Gesundheitsmagazine, wie Praxis Vita, sind mit erfolgreichen Podcasts unterwegs und natürlich ist auch ein eigener Branded Podcast eine großartige Option, um dieses Trend Medium zu besetzen.

Welcher Kanal und welches Contentformat das richtige ist, hängt immer von der Zielgruppe und den Zielen ab, die erreicht werden sollen. Jede Plattform hat ihre Vor- und Nachteile.

YouTube zum Beispiel ist neben der Suchmaschinenoptimierung ein gutes Tool für den Longtail. Während die Insta-Story innerhalb von 24 Stunden wieder verschwindet, sind YouTube-Inhalte auch in zehn Jahren noch verfügbar und generieren nachhaltig Aufrufe. Auf der anderen Seite ist Instagram über seine Stories optimal, um ein persönliches Gefühl und unmittelbare Nähe zu vermitteln: Der User ist nah dran am Geschehen und an der Person, der er folgt – eine Intimität, die gerade für sensible Themen im Health Care Bereich bedeutsam ist. Insgesamt bietet sich Instagram als Plattform eher für leicht zu erfassende Themen an. Erklärungsbedürftigere Produkte sind bei YouTube besser aufgehoben, da dort auch lange Videos sehr gut angenommen werden und erklärungsbedürftigen Themen daher mehr Zeit eingeräumt werden kann.

Fazit

Health Care Unternehmen können Social Media Kanäle strategisch nutzen, um mit ihren Zielgruppen in Kontakt zu treten und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Dabei ist es unabdingbar, die Eigenheiten der verschiedenen Plattformen zu kennen und auf Trends und Entwicklungen zu reagieren.

*Sarah Kübler ist Geschäftsführerin von HitchOn und Nadja Müller Texterin für Wordfinder PR.

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