Online Fokus Konferenz Marketing Welche Themen beschäftigen die Marketing-Welt von morgen?

Redakteur: Antonia Röper

Vom 17. bis 21. Mai 2021 widmete sich die von B2B Insider veranstaltete „Online Fokus Konferenz Marketing“ den aktuellen Themen der Marketing-Welt: von Social Media Trends bis hin zu der immer größer werdenden Bedeutung von Employer Branding. In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Keyfacts für Sie zusammengefasst.

Firma zum Thema

Auf der diesjährigen Online Fokus Konferenz Marketing warteten wieder spannende Themen auf die Teilnehmer. Den Anfang machte Facebook mit einem Vortrag über die neuesten Social Media Trends.
Auf der diesjährigen Online Fokus Konferenz Marketing warteten wieder spannende Themen auf die Teilnehmer. Den Anfang machte Facebook mit einem Vortrag über die neuesten Social Media Trends.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Mit den Worten: „Es wird eine spannende Woche“, eröffnete Tanja Grünwald die Online Fokus Konferenz Marketing. Und mit diesen einleitenden Worten hatte sie nicht zu viel versprochen: Geplant waren täglich bis zu 7 Webinare mit spannenden Referenten, Praxiscases und Anwendungsbeispielen. Mit circa 150 Teilnehmern startete die Konferenz an Tag eins mit den Schwerpunktthemen Trends & Strategie am Vormittag und Content Management am Nachmittag.

Social Media Trends: Verändertes Werbeökosystem, flexiblere Kaufprozesse und neue Videoformate

Der Auftakt der Konferenz erfolgte durch Nadine Neubauer, Leiterin des Produkt Marketings bei Facebook in Berlin, die in ihrem Vortrag die neuesten Social Media Trends vorstellte. Laut Neubauer befinden wir uns aktuell in einem Spannungsverhältnis, was das Thema Werbung betrifft. Zum einen ist für 91 Prozent der Verbraucher personalisierte Werbung nicht wegzudenken, zum anderen fordern 97 Prozent den Schutz ihrer Daten. Für die Zukunft ist es daher von großer Wichtigkeit, den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu beeinflussen. Unternehmen müssen sich dahingehend auf eine „Cookieless Future“ einstellen, denn ab 2022 werden die meisten Webbrowser keine Cookies mehr unterstützen. Doch wie kann ein Unternehmen ohne Cookies überhaupt noch personalisierte Werbung schalten. Und werden die Kosten für die eigenen Kampagnen nicht höher, wenn keine Daten von Drittanbietern mehr zur Verfügung stehen? Neubauer empfiehlt dahingehend sich schon jetzt mit Kampagnen-Tools vertraut zu machen, die Verbrauchern Transparenz und Kontrolle geben und ihm trotzdem personalisierte Werbung ausspielen. Wichtig ist vor allem: Verringern Sie Ihre Abhängigkeit von Third-Party-Cookies. Facebook selbst nutzt seine Conversions API, um die eigene Datenstrategie zukunftssicher zu machen. Diese bietet die Möglichkeit, sich über den eigenen Server direkt mit Facebook zu verbinden, sodass weniger Cookies benötigt werden.

Doch das Werbeökosystem ist nicht das einzige, was Unternehmen anpassen müssen. Unsere Welt hat sich besonders durch das letzte Jahr sehr stark verändert – wir leben noch digitaler und ohne mobile first geht heutzutage nichts mehr. Das wirkt sich auch auf die Kaufprozesse aus. Kaufprozesse müssen flexibel sein und ohne Reibungspunkte schnellstmöglich von statten gehen. Frau Neubauer empfiehlt Unternehmen daher, sich auf den Kanälen einzurichten, die eine Shopping-Möglichkeit anbieten, beispielsweise Instagram Shopping oder Facebook Shops.

Außerdem haben Unternehmen neue Chancen mittels Social Media, beispielsweise TikTok, mit Kunden in Kontakt zu treten. Dazu müssen Sie sich als Marketing-Verantwortliche jedoch mit den neuen Formaten vertraut machen. Videos erlangen beispielsweise immer mehr Wichtigkeit für Kunden, mit einer Brand in Kontakt zu treten.

Worauf es bei der Einführung eines PIM-Modells ankommt

Ein sogenanntes PIM-Modell (Produkt Marketing Information Process Model) verbessert Qualität und Konsistenz der eigenen Produktdaten über alle Kanäle hinweg. Als Marketer stellen Sie mittels eines PIM Modells folglich eine kanalübergreifende Produktdarstellung sicher. Michael Giesen, Abteilungsleiter IT-Consulting von Laudert, und Jürgen Bauer, Leiter Data Management von Warema, berichteten sowohl von Erfahrungen mit PIM als auch über Faktoren für eine erfolgreiche PIM-Einführung. Warema führte PIM ein, um die jährliche Katalogerstellung zu vereinfachen. „Ohne PIM war das immer ein großer Kraftakt“, so Bauer.

Laut Giesen kommt es bei einer PIM Einführung auf folgende Punkte an:

  • 1. Ein erfolgreiches Team: Da PIM kein reines IT-Projekt ist, müssen Stakeholder frühzeitig eingebunden und Ressourcen geplant werden.
  • 2. Agiles Vorgehen: Wichtig bei der Einführung eines PIM-Modells ist es, kleine Schritte zu veranschlagen. Bauer berichtet, dass bei Warema dazu ein Mix aus Wasserfall- und Scrum-Technik verwendet wurde.
  • 3. Change Management: Um mit einer Einführung von PIM Systems zu starten, müssen Prozesse neuer und digitaler gestaltet werden. Prozesse sollten in keinem Fall eins zu eins übernommen werden.
  • 4. Ziele definieren: Von Anfang an sollte es klare Projektziele geben. Auch nicht-Ziele müssen definiert werden.
  • 5. Budget: PIM ist kein einmaliges Projekt, die Anforderungen verändern sich ständig. Daher sollte man im Vorhinein das Budget konkret planen.
  • 6. Migration beachten: Eine Migration muss früh geplant werden, denn ein PIM-Projekt ist sehr komplex. Daher sollte man sich dazu einiges an Zeit einkalkulieren. Die Pflege der Daten ist dabei besonders wichtig, diese sollten vorher korrekt überführt werden. Warema nutzte beispielsweise die Migration, um bei sich „aufzuräumen“: Texte wurden bearbeitet, Struktur der Texte verbessert, Bildformate reduziert und es wurde verstärkt versucht kanalübergreifend zu denken.
  • 7. Standards nutzen: Bei der Einführung eines PIM-Systems sollte man sich zunächst auf Standards beschränken und auf Sonderprogrammierungen verzichten. Es empfiehlt sich nur in Sonderfällen davon abzuweichen.
  • 8. Auswahlprozesse: Da Warema beispielsweise keine Erfahrungen mit PIM hatte, zog das Unternehmen einen Dienstleister hinzu, der bei der Auswahl des PIM-Modells unterstützte.

Fünf Tipps für schnelle Erfolge in der Frontend Performance

Die Optimierung von Websites, Portalen und E-Commerce Auftritten im Punkt Frontend Performance ist seit Jahren ein wichtiges Thema, was sich jedoch kontinuierlich ändert. Daher sollte die Frontend Performance stets angepasst werden. Sie reduziert nicht nur die Absprungraten, sondern steigert Umsatz, unterstützt bei einem höheren Ranking durch Google und steigert die Conversions. Wie im echten Leben zählt auch hier der Grundsatz: Der erste Eindruck zählt. Und wer surft schon gerne auf langsamen Websites? Kai Kroker, Bereichsleiter bei adesso, stellte in seinem Vortrag heraus, wie Unternehmen eine solche Perfomance hochhalten können. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sich die Benutzer auf der Website sofort gut abgeholt fühlen. Die direkt sichtbaren Bereiche, die für den ersten Eindruck wichtig sind, sollten daher direkt als erstes optimiert werden. Denn das, was der Besucher zuerst sieht, entscheidet, ob er auf der Website bleibt oder nicht. Insgesamt hält Kroker fünf Tipps bereit, die für schnelle Erfolge in der Frontend Perfomance sorgen:

  • 1. Plan: Legen Sie klare KPIs und Rahmenbedingungen fest.
  • 2. Manage: Bleiben Sie aktiv und beobachten Sie kontinuierlich die Auswirkungen.
  • 3. Automate: Setzen Sie geeignete Tools in der Build-Pipline ein, um dann Standardoptimierungen zu automatisieren.
  • 4. Monitor: Überwachen Sie vereinbarte Benchmarks und Ihre festgelegten KPIs.
  • 5. Optimize: Stellen Sie Verbesserungsmaßnahmen aus dem auf, was Sie beobachtet haben und lassen Sie diese in Ihre Entwicklung mit einfließen.

Der Weg zur erfolgreichen Arbeitgebermarke durch Employer Branding

Das Herzstück einer Arbeitgebermarke ist die Positionierung. Die Arbeitgeberpositionierung definiert das Bild, das durch Employer Branding über Jahre nach innen und außen etabliert werden soll, so dass Ihr Unternehmen zu einer erfolgreichen Arbeitgebermarke wird. Employer Branding bildet dabei die Marketing Strategie, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Babara Moser arbeitet bei der DEBA GmbH und ist überzeugt, dass eine gute Arbeitsgeberpositionierung wichtig ist, um ein Unternehmen zukunftsrelevant zu machen. Dabei sollten sich Unternehmen an den folgenden drei Punkten orientieren: Treiber, Differenziator und Anker. Der Treiber treibt organisationale Veränderungen an und richtet die Arbeitgebermarke an der Zukunft aus. Der Differenziator hingegen sorgt für Differenzierung auf den Arbeitsmärkten und erhöht damit die Aufmerksamkeit und Wiedererkennung des Arbeitgebers. Im Gegensatz dazu bildet der Anker das Fundament. Er stärkt die Unternehmenskultur und Unternehmensidentität und gibt der Arbeitgebermarke eine interne Glaubwürdigkeit und Stabilität. Somit können sich auch die eignen Angestellten besser mit der Brand identifizieren. Denn Mitarbeiter gewinnen ist das eine, sie zu halten das andere. Employer Branding setzt sich somit auch zum Ziel, Mitarbeiter zu binden und ihre Produktivität sowie Effektivität zu steigern.

Bis zur nächsten Online Fokus Konferenz Marketing

Mit dem Vortrag zum Thema "Chancen und Herausforderungen von New Work im Agenturleben: Ein Rückblick auf 365 Tage Homeoffice, Gleitzeit und All-in-Deployment" schloss die Konferenz am Freitagnachmittag. Abschließend wies Tanja Grünwald auf die kommende Online Fokus Konferenz Marketing im nächsten Jahr hin und bedankte sich bei allen Teilnehmern.

(ID:47452854)