Experteninterview Mit einer One-Man-Show zum Marketing-Erfolg bei einem Mittelständler

Das Gespräch führte Isabel Schätzle

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Es gibt weder eine Marketingabteilung noch einen Marketingmanager. Ist sowas heutzutage überhaupt noch möglich? Erst vor etwa eineinhalb Jahren entschied sich die SemsoTec Holding GmbH dazu, Marketing die Türen zu öffnen. Wie das Ganze ablief und was so ein Prozess mit sich bringt, erklärt Oliver Gropp, Marketingmanager bei SemsoTec.

Noch kein Marketing in Ihrem KMU? Oliver Gropp berichtet, wie es geht und worauf es ankommt.
Noch kein Marketing in Ihrem KMU? Oliver Gropp berichtet, wie es geht und worauf es ankommt.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Eine Marke ohne Marketing? Das wäre, wie ein Flugzeug ohne Treibstoff. Und dennoch ist das Thema Marketing im B2B noch nicht ganz so hoch angesehen, wie es sein sollte. Einige KMUs haben keine eigene Marketingabteilung und eine damit einhergehende Strategie. Doch das sollte sich ändern. Denn wie wir alle wissen, ist Marketing ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Das B2B Unternehmen SemsoTec Holding GmbH entschied sich vor etwa eineinhalb Jahren dazu, der Marketing-Abteilung eine Chance zu geben – Zu Recht! Doch wie ist es, Marketing von null aufzubauen? Steht jeder hinter dem Projekt? Und wie viele wirken an so einem Projekt mit?

Interview mit einem Marketing-Experten

Wir haben dazu mit Oliver Gropp, Marketingmanager bei der SemsoTec Holding GmbH, gesprochen. Er berichtet von seinen Erfahrungen, in einer „One-Man-Show“ einen kompletten Relaunch der Marke durchzuführen. Außerdem verrät er, was möglicherweise nicht ganz so glatt lief und gibt Tipps, worauf es bei der Entstehung des Marketings ankommt.

marconomy: Welche Erfahrungen bringen Sie mit, sodass Sie das Marketing aufbauen konnten?

Oliver: Ich konnte fast 15 Jahre Erfahrungen bei einem Marktbegleiter sammeln. Dort habe ich ebenfalls das Marketing mit aufgebaut. Ich habe Broschüren kreiert, Messeorganisationen verantwortet und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeitet aufgebaut. Dadurch konnte ich entsprechend Kontakte gewinnen. Auch beim vorherigen Arbeitgeber wurde Social Media noch nicht fürs Marketing verwendet. Somit hatte ich bereits hier die Möglichkeit, auch den Social Media-Bereich mit aufzubauen. Also die ganze Historie – und was mit Sicherheit auch wichtig ist, dass es ein ähnlich geartetes Unternehmen in der Elektronik-Branchen war, hat mir sehr geholfen, das Marketing jetzt auch bei SemsoTec aufzubauen.

Welche Strategie hat sich SemsoTec überlegt und was sind die Ziele?

Vor eineinhalb Jahren hat SemsoTec festgestellt, dass Marketing noch nicht so existent war, wie man es sich für sich selbst gewünscht hat. Man hatte eine brachliegende Webseite, die kaum Leads generiert hat. Der generelle Außenauftritt war nicht so optimal. Da hat man sich dann das Ziel gesetzt, klarer am Markt erkannt zu werden. Das war einer der Gründe, warum ich mit an Bord genommen wurde. Neben dem Automotive-Zielmarkt, den wir seit vielen Jahren bedienen und in dem wir bekannt sind, möchten wir aber auch in weiteren Märkten bekannt werden. Also zum Beispiel in der Medizintechnik oder e-Mobility.

Unser Ziel war erst einmal ein neues Design. Wir haben eine neue Webseite und wir bauen Social Media auf. Es geht uns darum, Bekanntheit in die Märkte zu bringen. Relevante, aktuelle Themen zu positionieren. Wir möchten den Mehrwert, den wir unseren Kunden bieten können, als Inhalte transportieren. Sei es jetzt über Social Media-Kanäle, wie beispielsweise LinkedIn oder auch in relevanten Medien. Das ist ein großes Thema. Natürlich geht es bei uns ebenfalls um Employer Branding. Auch wir haben das Thema Fachkräftemangel, wie viele andere Unternehmen. Es ist ein großes Ziel, dass wir uns stärker aufstellen. Das ist momentan ein großer Schwerpunkt meiner Arbeit.

Warum war und ist eine neue Marke notwendig?

Es war notwendig, um ein ganzheitliches Marketing als Basis für die SemsoTec Group zu schaffen. Somit ist es dann auch möglich, ein Stück Vertrauen potenzieller Stakeholder, Kunden, Lieferanten, Dienstleister et cetera zu gewinnen.

Wie haben Sie es geschafft, sich bei den anderen Abteilungen Gehör zu verschaffen?

Gehör verschaffen konnte ich mir durch zwei Dinge. Erstens verstehe ich mich auch als Dienstleister im Unternehmen. Marketing ist kein Selbstzweck. Ich biete mich immer an, dass Team zu unterstützen. Beispielsweise versuche ich intern die Ingenieure zu unterstützen, um ihre tägliche Arbeit zu erleichtern. Zweitens, wie bekomme ich wertigen Content von meinen Kollegen? Das ist eigentlich immer ein on-going Process, die Kollegen davon zu überzeugen, dass sie sich als Experten für ihr Fachgebiet positionieren. Damit steigern sie auch ihre eigene persönliche Wahrnehmung bei externen Stakeholdern. Wenn sie jetzt beispielsweise Beiträge auf Social Media veröffentlichen, dann wächst dadurch auch ihr eigenes Netzwerk und es entstehen neue technologische Kooperationen.

Gab es beim Marken-Relaunch auch externe Unterstützung?

Eine mir bekannte langjährige Agentur hat mich unterstützt. Zudem war mir ganz wichtig, dass wir auch unsere Mitarbeiter mit ins Boot holen. Wir haben eine Mitarbeiter-Umfrage gestartet, in der wir die Mitarbeiter unteranderem befragt haben. Zum Beispiel stellten wir folgende Fragen: Wie nehmen Sie den aktuellen Außenauftritt wahr? Was sollte gegeben falls geändert werden? Für welche Werte steht unser Unternehme? Dadurch haben wir viel Verständnis für den gesamten Markenprozess gewinnen können. Wichtig an der Stelle waren mir außerdem die Fragen, wie das Marketing unsere Kollegen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen kann, wie Produkte besser vermarktet werden können oder was für interne Dokumente benötigt werden.

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Mehr dazu im B2B Hero Podcast

Doch wie steht der Vertrieb zu dem ganzen Prozess? Wie wird die neue Marke wahrgenommen? Und wer kümmert sich um die Entstehung des Contents? Mehr dazu hat Oliver Gropp bei marconomy Moderatorin Alicia Weigel im B2B Hero Podcast erzählt. Neugierig?

Dann hören Sie gleich rein:

Das erwartet Sie in dieser Folge :

  • Ab Minute 03:00: Marketing von null aufbauen
  • Ab Minute 04:18: Strategie und Ziele
  • Ab Minute 05:55: Akzeptanz der Rolle
  • Ab Minute 07:53: Notwendigkeit einer neuen Marke
  • Ab Minute 08:19: Unterstützung beim Relaunch
  • Ab Minute 10:25: Wahrnehmung der neuen Marke
  • Ab Minute 10:59: Marken Relaunch als One-Man-Show
  • Ab Minute 12:34: Reflektion des Relaunches
  • Ab Minute 13:25: PR-Bereich im KMU
  • Ab Minute 17:01: medium-spezifischer Content
  • Ab Minute 17:31: Zusammenspiel von Social Media, Sales und Social Selling
  • Ab Minute 18:12: Das Erfolgsrezept
  • Ab Minute 20:17: Die drei ersten Schritte

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