Im Interview: Mobile Geeks

„Nicht aufgeben. Anders sein.“

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Wir haben ja irgendwann mal angefangen Wege, Straßen und Autobahnen zu bauen, um Infrastrukturen zu stärken, um Infrastrukturen zu definieren. Autobahnen natürlich auch, um Menschen und Güter von A nach B zu bewegen. Was wir physisch von A nach B geschoben haben, das machen wir heute digital. Wir schicken Gedanken, Stimmungslagen und irgendwelche Fotos von A nach B.

„Datenautobahn  das ist so ein tolles deutsches Wort. Ich würde gerne mal wissen, wer sich das überhaupt mal ausgedacht hat.”

Wenn wir die Datenautobahnen ausbauen, frei machen und als Grundbedürfnis ansehen, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat auf das Internet zuzugreifen – ein Recht auf einen Breitbandanschluss, ein Recht auf einen mobilen Anschluss – warum machen wir das dann auch nicht kostenlos?

Wir subventionieren jeden Scheiß. Wenn ich mir anschaue wie die Kohleindustrie viele Jahrzehnte subventioniert wurde. Wenn ich mir anschaue wie irgendwelche Landwirte Geld bekommen, wenn sie ihre Flächen brach liegen lassen oder Geld dafür bekommen, um Lebensmittel zu zerstören, dann denke ich mir: Wie kann man so einen Schwachsinn überhaupt noch subventionieren? Da müssen die sich einen anderen Job suchen! Sorry!

Die Welt hat sich geändert. Es gibt auch heute noch recht wenige Küfer, weil wir weniger Fässer benutzen, um Sachen zu lagern. Weil wir heute alle einen Kühlschrank haben. Wir sind in einem stetigen Wandel. Wenn wir Internet für jeden verfügbar haben – also diese Infrastrukturen schaffen – dann sieht hier die StartUp City auf dem Mobile Media Day in fünf Jahren anders aus.

Das ist ein tolles Event und mit über 600 Leuten hier super besucht. Aber dann habt ihr hier 6.000 Leute hier sitzen, weil mehr Leute die Möglichkeit haben die Vorteile und die Infrastruktur des Netzes zu nutzen. Ich glaube, das ist extrem wichtig.

Du sprichst die Geisteshaltung an. Wir sind auf dem Mobile Media Day. Wo steht denn aus deiner Sicht Mobile Media heute und wo geht die Reise hin?

Ich glaube, dass Mobile Media zumindest für meine Generation eher eine Time-Killing-Geschichte ist. Ich setze mich jetzt nicht hier in die Ecke und lese DIE ZEIT auf meinem Smartphone. Ersten hätte ich keine Zeit dazu – was für ein schöner Kalauer – und zweitens finde ich, das ist Mickey Mouse-Kino auf 5 oder 6 Zoll. Da schaue ich mir das doch lieber auf einem großen Tablet an oder meinem Laptop oder vielleicht kaufe ich mir sogar eine Ausgabe. Ab und zu ist ja Totholz vielleicht ja auch mal was ganz Spannendes.

Ich glaube mobiler Medienkonsum ändert sich noch viel viel schneller als die Hardware und Technologien, die sie bei unseren Smartphones heute einsetzen. Dieses Jahr ist ein ganz gutes Beispiel. Diese Like-&-Look-at-me-Gesellschaft, die wir alle machen und von der ich mich nicht ausnehme. Natürlich poste ich ein tolles Foto wo ich gestern am Genfer See vorbeigefahren bin: Guck mal hier, ich bin in Genf. Wie geil sieht das denn aus? Und natürlich freut man sich, wenn man darauf Likes bekommt.

„Die Generation Selfie und Groufie wird zur Generation Ego-Caster.“

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