Im Interview: Mobile Geeks

„Nicht aufgeben. Anders sein.“

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Wir sind doch alle kleine Expressionisten. Das muss ja auch nichts schlimmes sein. Das ist ja völlig ok. Ich weiß ja auch, dass die Leute Spaß haben, das zu sehen und umgekehrt sehe ich das ja auch bei anderen Leuten ganz gerne. Aber ich glaube, dass man in diesem Jahr ganz gut sehen konnte, wie sich mobiles Livestreaming den Weg gebahnt hat: Natürlich mit Meerkat und mit Periscope und mit Facebook Moments.

Das heißt, die Generation Selfie und Groufie (Groufis sind die Selfies mit mehreren Menschen, also in der Gruppe) wird zur Generation Ego-Caster. Narzistische Ego-Caster. Ich hab ja auch ganz viel Periscope gemacht, jeden Tag ein, zwei. Jetzt seit vier Wochen etwa nicht mehr. Und viele, viele Menschen haben mir darauf zugeschaut. Aber man zeigt ja erstmal die Welt durch seine Augen bzw. zeigt sich und präsentiert sich ja auch in einer gewissen Art und Weise und stellt sich dar. Das ist dieses Jahr sehr, sehr stark geworden.

Auch die Kids setzen sich bei YouNow vor die Webcam und erzählen irgendeinen Tinnef. Ich habe auch schon vor Periscope irgendeinen Schwachsinn erzählt. Und auch mal morgens um 5 Uhr aus der Bar, was ich jetzt nicht unbedingt empfehlen möchte. Das ist, glaube ich, ein ganz großer Trend, dass Content der mobil länger konsumiert werden soll, auch ein bisschen anders aussehen muss als der Content den ich auf einem Laptop habe.

„Mein Gott, mach ein horizontales Video!“

Persicope sieht auf einem Laptop scheiße aus. Auf einem Big Screen noch beschissener, weil die Auflösung so schlecht ist. Jeder war schon mal in so einer Situation, wo er denkt: Mein Gott, mach ein horizontales Video! Dreh das Handy bitte um 90 Grad nach rechts oder links! Das kann man jetzt übrigens mit Periscope machen.

Also: Es gibt andere Distributionskanäle und anderen Content für Mobile. Den konsumiere ich mobile. Und es gibt Content, wo ich mir sage: Pass auf, ich setze mich jetzt auf die Couch und möchte ein bisschen was lesen oder möchte ein Spiel spielen oder mir ein Video anschauen. Dann schnappe ich mir doch nicht das kleine Smartphone.

Von dir selbst vielleicht noch eine Einschätzung wo deine/eure Reise im nächsten Jahr hingeht? Auf welche Pallenberg-Projekte können sich deine Leser und Zuschauer freuen?

Live, Live, Live und nochmals Live. Ich habe meinen ersten Livestream 2008 gemacht. Ich habe ein Netbook ausgepackt. Danach hat mir der Streaming-Service eine Mail geschickt mit der Frage, was ich denn da gemacht hätte, weil 20.000 Leute zugeschaut haben. Dann sage ich: Ja, ich habe da so ein Netbook ausgepackt. Das waren doppelt oder dreimal soviele Zuseher wie deren Übertragung von der 2. Eishockey Bundesliga.

„Ich habe keinen Bock mehr auf YouTube.“

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