In den letzten Wochen wurden reihenweise große Messen abgesagt oder verschoben, zum Beispiel die Hannover Messe oder die OMR. Spätestens seitdem die Regierung öffentlich dazu angeraten hat, alle „nicht notwendigen“ Veranstaltungen (unter 1.000 Teilnehmern) abzusagen, ist auch dem letzten B2B Marketer bewusst: Corona hat enorme Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Leere Hallen und keine Menschen in den Konferenzräumen: In den letzten Tagen wurden reihenweise große Messen abgesagt oder verschoben.
Mit 160 bis 180 nationalen wie internationalen Messen, 180.000 Ausstellern und circa 10 Millionen Besuchern jährlich ist der Messeplatz Deutschland die unangefochtene Nummer 1. Messen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland sowohl für große Unternehmen als auch den Mittelstand. Gerade die B2B-Branche hält auf das Messewesen große Stücke, denn anders als im Konsumgütergeschäft hat Industriekommunikation eine durchaus komplexe Einkaufs- und Kundenstruktur, die einen vertrauensbildenden persönlichen Kontakt braucht.
Doch nun hat die Messe-Welt ein großes Problem und das heißt Covid-19. Für die Investitionsgüterindustrie bedeuten Verschiebungen und Absagen, einen ihrer Hauptauftragswege zu verlieren. Für eine Vielzahl von Unternehmen im Bereich Messebau, Hotellerie und Gastronomie droht schwerer wirtschaftlicher Schaden.
„Es ist zu befürchten, dass viele Anbieter die Krise nicht überleben und im großen Umfang Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen werden“, warnt Rainer Pfeil, Geschäftsführer, bluepool GmbH Messen & Events und Vorstand des BVIK.
Welche Auswirkungen hat Corona genau auf den Messestandort Deutschland?
Nur durch die bisher bekanntgegebenen Absagen bzw. Verschiebungen sind Einbußen für die Gesamtwirtschaft in Höhe von fast drei Milliarden Euro zu erwarten. Mehr als 24.000 Arbeitsplätze sind betroffen und dem Fiskus gehen über 470 Millionen Euro Steuereinnahmen verloren. Das hat das Institut der Deutschen Messewirtschaft im AUMA hochgerechnet (Grundlage: Berechnungen des ifo Instituts zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Messen von 2018).
In den genannten Summen sind nicht die den Unternehmen entgangenen Umsätze enthalten, die sie sonst auf Messen getätigt hätten. Diese Werte liegen um ein Vielfaches höher als die oben genannten Summen und können nur in begrenztem Umfang durch andere Maßnahmen substituiert werden.
Der Vorsitzende des AUMA, Philip Harting, sieht die Situation kritisch: „[…] Der Beitrag der Messewirtschaft von jährlich über 28 Milliarden Euro zur gesamten Wirtschaftsleistung könnte um rund 10 Prozent sinken.“ Doch nicht nur die aktuelle Situation ist bedenklich. In einem Statement äußert Harting außerdem, dass sichergestellt werden müsse, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen auch in Zukunft das hocheffiziente Instrument Messe nutzen können und der Branche auch in Zukunft starke Dienstleister zur Verfügung stehen müssen. „Das wird ohne staatliche Unterstützung kaum zu realisieren sein, trotz hoher Anstrengungen der Branche selbst,“ ist sich der Vorsitzende des AUMA sicher.
Entscheidender Ruck für die Digitalisierung im B2B-Marketing?
Es gehe jetzt darum, den Weg nach vorne zu gestalten, meint Ramona Kaden, Geschäftsführerin und Vorstand des BVIK. „Das derzeitige Geschehen ist wahrscheinlich der letzte, entscheidende Ruck nach vorn für die Digitalisierung im B2B-Marketing. Digitale Kommunikations- und Vertriebswege zu installieren verursacht jedoch hohe Kosten – jetzt Marketing-Budgets zu kürzen, wäre daher die denkbar schlechteste Maßnahme“, erläutert die Marketing-Expertin. Ramona Karden ist davon überzeugt, dass im Industriesektor der intelligente Mix aus direktem Mensch-zu-Mensch-Kontakt und High-Tech-Anwendungen wie Virtual und Augmented Reality oder auch Marketing-Automation-Lösungen den Erfolg in Zukunft sichert.
Nachdem China die Ausfuhr von Hygieneartikeln wieder erlaubt hatte, zögerte der der deutsche Hersteller spezieller Landtechnik für den Ackerbau nicht lange und spendete mehr als 8.000 Atemschutzmasken an Ärzte, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und andere Firmen an seinen deutschen Standorten (direkt bestellt über die chinesische Tochterfirma). Die Spende geht an die Naabresidenz in der Region Schwandorf und auch an Ärzte in Regensburg. In Ronneburg wird das regionale Krankenhaus in Gera unterstützt und im Raum Landau freuen sich ebenfalls einige soziale Einrichtungen über die Hilfe.
Was sich hier in Sachen VR/AR machen lässt, hat unter anderem der chinesische Technologiekonzern Huawei vorgeführt, der für die Promotion seiner 5G-Mobilfunkinfrastruktur auf immersive Techniken setzt. Um einem breiten Publikum zu verdeutlichen, welchen Einfluss das neue 5G-Netz auf die Geschwindigkeit des mobilen Internets haben wird, wurde ein virtuelles Autorennspiel entwickelt.
Dabei treten ein Rennwagen im („langsamen“) 4G-Netzwerk und einer im („schnellen“) 5G-Netzwerk gegeneinander an. Während die Mobilfunktechnik von Huawei für eine stabile Verbindung sorgt, sind sowohl die ferngesteuerten Autos als auch die VR-Brillen mit der 360 Grad-Kamera verbunden, die das Autorennen live an den Spieler überträgt. Hierbei werden durch die deutlich höhere 5G-Netzgeschwindigkeit sowie die verringerte Latenz die drastischen Unterschiede zum 4G-Netzwerk bestens visualisiert. Der Sieger sitzt logischerweise im 5G-Rennwagen.
Stand: 08.12.2025
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Könnten die Turbulenzen am Messemarkt nicht eine Chance für digitale „Alternativen“ sein?
Wir glauben daran! Messen und Konferenzen im virtuellen Raum bringen die globale Vernetzung und den Austausch voran. Entsprechende Plattformen haben das Potenzial, die Qualität der Fachkommunikation zu revolutionieren. Und das über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg, flexibel und frei von gesundheitlichen Risiken. Verschiedene Funktionalitäten einer solchen Webplattform ermöglichen es unter anderem, einen großen Teil der Face-to-Face-Kommunikation von Messen und großen Konferenzen zu ersetzen. Die Möglichkeiten reichen hierbei von Business-Matching über Unternehmens- und Produktpräsentation bis hin zu thematischem Austausch und Generierung von Fachwissen. Alles nur wenige Klicks voneinander entfernt und von jedem Ort der Welt aus innerhalb weniger Sekunden erreichbar. Je vernetzter die Welt wird, desto wichtiger werden solche Angebote werden.
marconomy hat für die digitale Vernetzung bereits ein tolles Beispiel geliefert: Die Vorträge des diesjährigen Lead Management Summits wurden am 1. und 2. April über Live-Webinare abgebildet. Ein, wenn auch neues, aber tolles Erlebnis für Teilnehmer und auch die Referenten. „Für uns ist es ganz klar: wir werden nie auf unsere Face-to-Face Veranstaltungen verzichten. Es ist und bleibt etwas ganz Besonderes, gemeinsam mit Gleichgesinnten zwei Tage verbringen zu können. Diese Atmosphäre ist digital nicht möglich. Für die aktuelle Situation war die digitale Konferenz allerdings die beste Lösung für alle und wir freuen uns darüber, so viel positives Feedback bekommen zu haben,“ fasst Julia Oppelt die Live-Webinare des Lead Management Summit 2020 zusammen.
Doch das ist noch nicht alles: Die Vogel Communications Group präsentiert mit der neugeschaffenen Plattform „industrial generation network“ einen innovativen Kommunikationsweg für die Unternehmen. Die internationale Digitalplattform ermöglicht als wirkungsvolle Ergänzung von Branchenevents eine umfassende Vernetzung: Digitale Begegnung und Kontaktanbahnung sowie Produktpräsentation und thematischer Austausch stehen im Zentrum. Künftig ermöglichen Tools wie Terminvereinbarung und Videokonferenzen es Industrieunternehmen, die Umsatzeinbrüche durch abgesagte und verschobene Live-Events und Messen teilweise zu kompensieren. Damit ersetzt die Plattform die aktuell stark eingeschränkte Face-to-face-Kommunikation der Unternehmen – vor allem auf nationalen und internationalen Messen.