Sie können nicht vor Ort sein, wenn die B2B Communication Days 2025 erstmals ihre Tore öffnen? – Keine Sorge, Sie müssen nicht in Würzburg sein, um von diesem Wissensfeuerwerk zu profitieren! Wir halten Sie in unserem Liveblog auf dem Laufenden, damit keine der wertvollen Einblicke und Strategien an Ihnen vorbeigehen.
In unserem Liveblog nehmen wir Sie in Echtzeit mit auf die B2B Communication Days 2025.
(Bild: Stefan Bausewein)
Erhalten Sie hautnahe Updates von den führenden Köpfen der B2B Branche und erfahren Sie alles zu den zukunftsweisenden Themen wie Hyper-Personalisierung, der Rolle von Social Media im B2B Marketing, kohärenten Omnichannel-Strategien und der Optimierung von E-Commerce-Modellen.
Unser Liveblog bietet Ihnen die Möglichkeit, die Essenz der Vorträge zu verfolgen. Seien Sie online dabei und gestalten Sie die Zukunft der B2B Kommunikation mit – ganz egal, von wo Sie mitlesen!
Begrüßung: Kick-off in die Zukunft der B2B-Kommunikation
Heute erhebt sich die Impact Arena zur Kulisse der B2B Communication Days in Würzburg und begeistert sofort durch ihr Boxring-ähnliches Setting. Die Stimmung ist elektrisierend, als Lucas Neurauter die Bühne betritt, der im echten Leben die Geschäftsführung bei schoesslers unterstützt, jedoch für die nächsten zwei Tage als engagierter Moderator fungiert.
„Wir haben keine halben Sachen gemacht“, verkündet er und verspricht damit zwei Eventttage voller intensiver Sessions voll wertvoller Inhalte. „Monday Readiness“ ist das Schlagwort, das die Teilnehmer zu handelbarem Wissen führen soll – praktische Fähigkeiten, die direkt am Montag in die Tat umgesetzt werden können. Ganz im Sinne von „Weniger Schischi, mehr B2B“ fordert Lucas die Teilnehmer auf, ihre Perspektiven innerhalb der B2B Kommunikation zu erweitern und mutiger sowie praxisorientierter zu gestalten.
Und dann die alles entscheidende Frage: Wie gestaltet sich das B2B Marketing von heute maßgeblich für den Erfolg von morgen? Empowerment ist hier laut Lucas der Pfeiler, auf den alle Ansätze aufbauen.
Gespannt geht es für die Teilnehmer nun in den ersten Impulsvortrag: Sascha Lobo, Digital-Experte, Autor und Blogger berichtet live auf der Bühne über die digitale Transformation. Im Anschluss folgen die Keynotes von Dr. Florian Ilgen und Caroline Trips.
„Wir müssen lernen uns voranzuscheitern.“
Sascha Lobo begeistert in seinem Vortrag „Wie Digitalisierung und KI die Welt verändert und was das für die Transformation von B2B Kommunikation, Wirtschaft und Gesellschaft bedeutet“, mit aktuellen Einblicken in die digitale Zukunft und die Macht der Künstlichen Intelligenz (KI). „Wir müssen lernen, uns voranzuscheitern“, erklärt Lobo eindringlich und betont die Notwendigkeit einer „Kultur des Ausprobierens“, um den Herausforderungen der digitalen Transformation erfolgreich zu begegnen.
Lobo reist in den Sommer 2025 zurück: die Vorstellung von GPT-5 wird von KI-Geeks als bahnbrechende KI-Entwicklung sehnlich erwartet. Doch der Start der neuen GPT-Version fällt ernüchternd aus, wird gar im Internet ins Lächerliche gezogen. Lobo hebt hervor, dass dieses Beispiel verdeutlicht, dass es auf die Lerndaten und den Kontext ankommt. Gleichzeitig gewinnt AI nämlich erstmals Goldmedaillen in der Mathematik-Olympiade.
"Deutschland steht im Zwiespalt von Tech-Avantgarde und Fax-Gerät-Liebhabern", sagt Sascha Lobo.
(Bild: Svenja Ulm, marconomy)
Und: Die Konkurrenz schläft nicht: Google investierte im letzten Jahr dreistellige Milliardenbeträge in KI. Googles CEO trifft die polarisierende Aussage: „A.I. is more important than fire or electricity.” Lobo selber räumt ein: „Inzwischen ist es auch für absolute Fachleute unvorhersagbar, was im Bereich KI künftig noch passieren wird.“ Diese Worte betonen die disruptive Kraft der KI im Alltag und auch der B2B Geschäftswelt.
Während Deutschland zwischen Technologie-Vorreiter und Faxgerät-Liebhabern schwankt, erkennt Lobo dennoch das Potenzial und vor allem die Notwendigkeit eines deutschen KI-Wirtschaftswunders. Der berühmte deutsche Tüftler-Geist mache sich bereits bemerkbar, so Lobo. Gehört doch Deutschland zu den Top-3 der ChatGPT-Nutzer weltweit. Politisch bedarf der KI-Boom aber große Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung, sofern man nicht hinter Ländern wie China langfristig zurückfallen möchte, wo KI bereits ein Pflichtfach in allen Schulformen ist.
Der B2B Sektor kann mutig vorangehen „AI Leadership“ und „AI Literacy“ sind für Lobo die Schlüssel für eine erfolgreiche Integration von KI. Es gehe darum, Mitarbeitende zu befähigen, sowohl mit KI zu arbeiten als auch sie zu führen. “Euer Schwerpunkt ist das, was am besten als AI-Erfolgsfaktor funktioniert, denn AI Literacy bedeutet auch, dass ihr eure Arbeitssphäre nahezu perfekt versteht und präzise beschreiben könnt. Und das ist eure Kernkompetenz.“ Am Ende bleibt vor allem der Appell an die Zuhörer, ihre Kernkompetenzen im Zeitalter der KI zu stärken und die Verantwortung für die digitale Zukunft zu übernehmen: „Was ich in meinem Vortrag weggelassen habe, sind die negativen Folgen einer KI-Transformation. Denn diese kommen mit jeder Transfomation von allein. Für die guten müssen wir gemeinsam intensiv arbeiten – und damit habe ich die gesamte Verantwortung auf der letzten Folie gekonnt an euch abgegeben.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Change Mindset: Transformation in Unternehmen meistern
Nachdem Saschan Lobo mit tosendem Applaus die Bühne verlässt, leitet Lucas Neurauter den nächsten Vortrag mit den Worten ein: „Change betrifft jedes Unternehmen ausnahmslos, und Dr. Florian Ilgen ist unser Wegweiser an der Schnittstelle von KI.“
Dr. Ilgen beginnt mit zwei eindrucksvollen Experimenten, die das Publikum in die Welt des Unterbewusstseins eintauchen lassen. Ein Beispiel: Die Teilnehmer sollen ihre Hände aneinanderlegen und dabei erscheint ein Mittelfinger kürzer. Mit geschlossenen Augen und der Vorstellungskraft, dass der Finger länger wird, schaffen es Ilgens beschreibende Worte, die Wahrnehmung der Teilnehmer so zu beeinflussen, dass der Finger plötzlich länger wirkt. Diese Demonstration zeigt eindrucksvoll, wie Worte Bilder erzeugen und unser Unterbewusstsein verändern können.
Ilgen malt ein Bild des Unterbewusstseins als großer, mächtiger Elefant, der von einem Reiter – dem Bewusstsein – geführt wird. Das Unterbewusstsein folgt seinem eigenen Willen, und nur wenn der Reiter die Sprache des Elefanten spricht, gelingt eine Veränderung.
Verantwortlich dafür, dass uns Veränderung schwerfällt, sind nicht zuletzt die Stresshormone, die bei Veränderungen ausgeschüttet werden. Ilgen zeigt dem Publikum, wie das Bewusstsein das Unterbewusstsein beeinflussen kann und erklärt zwei Schlüsselkonzepte: selektive Wahrnehmung und furchtlose Neugierde.
Selektive Erinnerung: Die Vorstellung „Früher war alles besser“ führt oft zur Romantisierung der Vergangenheit. Sich an Erfolge falsch zu erinnern, kann Innovationen blockieren. Er illustriert, dass die Erinnerung an positive Momente – sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Kontext – wie jene von erfolgreichen Projekten, den Mut geben kann, neue Herausforderungen anzugehen.
Woran wir uns erinnern, bestimmt wie erfolgreich wir sind.
Dr. FLorian Ilgen
Furchtlose Neugierde: Kinder sind ein Vorbild in der Art und Weise, wie sie die Welt erkunden – furchtlos und lernbereit. Fehler sind dabei unvermeidbar und heilsam. „Der einzige wirkliche Fehler ist der, aus dem wir nichts lernen. Und den sollten wir nicht zweimal machen.“ In der Welt der Erwachsenen können diese Fehler Glückshormone freisetzen, die uns optimistisch und offen für Veränderung machen.
Angesichts der rasanten Veränderungen von heute, die nie wieder so langsam sein werden wie jetzt, ist die einzige Konstante die Veränderung selbst. Dr. Ilgen betont, dass die Chance besteht, diese Veränderungen aktiv zu gestalten. Wenn wir das nicht tun, bestimmen die Veränderungen die Richtung unseres Weges.
Key Learnings: Veränderungen in Unternehmen erfordern eine starke Begleitung durch Führungskräfte, die Bewusstsein und Unterbewusstsein gleichermaßen einbeziehen. Führung beginnt mit dem Verstehen und Sprechen der „Sprache des Unterbewusstseins“. Daher rät Ilgen: „Seid neugierig, habt Spaß und schüttet maximal viel Dopamin aus.“
Vom Handwerk zur High-Tech-Lösung: „Erfolg ist planbar“
Nun geht es für die Teilnehmer in die letzte Keynote vor der Mittagspause. Caroline Trips spricht über „Innovation und Transparenz als Erfolgsmotor – die Transformationsreise der TRIPS Group“. Damit einher geht auch die Übergabe an die NextGen des Familienunternehmens, die für 2032 geplant ist.
„Die jungen Leute, der Nachwuchs der Firma, gerade in Familienunternehmen, sollten möglichst früh eingebunden werden“, so Trips. Wenn es darum geht, die Zukunft des Familienunternehmens zu planen, brauche es einen langen Vorlauf und das Eingeständnis, dass es Wandel braucht – auch in der Belegschaft und der Unternehmensspitze.
Hilfe von extern Mit der Strategie „Trips 100“, die mit Hilfe eines ehemaligen CEOs aufgestellt wurde, wurde in der Firma entschieden, dass die Bereiche KI und Digitalisierung fokussiert werden müssen. Seit einem Jahr gibt es daher zum Beispiel die Position des „KI-Managers“, der alle Projekte in diese Richtung bündelt.
„Da spreche ich jetzt als IHK-Präsidentin. Diese Vorgänge sind anstrengend, aber wir dürfen diese Transformation nicht dem Ausland überlassen. Wir können das genauso gut.“
Wichtige Veränderungen bei Trips umfassen:
Vom reinen Schaltschrankbau zum Angebot eines kompletten Projektgeschäfts
Von einer papierbasierten Fertigung zu digitalen und papierlosen Prozessen
Von isolierten IT-Tools zu einem einheitlichem System, in dem Daten automatisch integriert und übergeben werden
Bestehende Prozesse möglichst vereinfachen und integrieren
Von Reaktiven Lösungen wird heute auf kundengetriebene Innovationen gesetzt
Von einem Fokus auf Produktion zu einem Fokus auf Lösungen und Wachstum mit Kunden
KI als relevanter Baustein der Transformation Trippy der KI-Assistent ist eine der neuen Ergänzungen im KI-Bereich bei der Trips Group. Der Assistet kümmert sich beispielsweise um die Stammdatenpflege und die Angebotserstellung. Auch ein Engineering-Chatbot ist in Arbeit.
Jeden Arbeitsplatz, so wie er heute ist, wird es in 10 Jahren nicht mehr geben. Unsere Arbeit wird sich grundlegend verändern.
Caroline Trips
Neben neuen Technologien dürfen laut Trips aber auch traditionelle Werte nicht vergessen werden. „Wir wollen nicht ins Ausland. Wir sind Franken und wir wollen hier auch bleiben.“ Wichtig ist in diesem Zusammenhang das Engagement, ein attraktiver Arbeitgeber in der Region zu bleiben. Dazu gehöre laut der Geschäftsführerin unter anderem die Transparenz über alle maßgeblichen Veränderungen mit den Mitarbeitenden.
Hyperpersonalisierung von B2C zu B2B
Nach der Pause startet für die Teilnehmer das Fachprogramm. Während in der Impact Arena über Hyperpersonalisierung gesprochen wird, erhaltern die Teilnehmer im Marketer Lab alle Infos über Social Media.
Tobias Zwingmann nimmt die Teilnehmer auf eine Reise der Hyper-Personalisierung und erklärt, wie KI wirklich den Unterschied machen kann. In den 50er Jahren gab es in Cafés genau eine Option für eine Tasse Kaffee. Heute sieht das ganz anders aus. Doch wie sind wir vom Einheitskaffe zum Macchiato Caramel Drizzle gekommen und was hat das mit Hyperpersonalisierung im B2B zu tun?
„Hyperpersonalisierung gibt es gar nicht – oder doch?", Session Captain Uwe Seebacher (links) fragt bei Tobias Zwingmann nach.
(Bild: Svenja Ulm, marconomy)
Zwingmann hebt hervor, dass angemessene Personalisierung selbst im B2B herausfordernd ist. Über die drei Phasen – Customization, Curation und Creation – zeigt er, wie Personalisierung im B2B gelingt. Er betont jedoch, dass die Achillesferse des Kuratierens von Inhalten oft durch das Befüllen von Templates in semi-individuellen Resultaten endet. Auch B2B Plattformen wie die Hannover Messe bieten vielfältige Möglichkeiten der Personalisierung. Neue Technologien wie „Meta Vibes“ und „ChatGPT Pulse“ zeigen, wie Hyperpersonalisierung schon heute funktionieren kann. Doch viele kritische Stimmen zeigen, dass rein KI-generierte Inhalte nicht unbedingt als wertvoll wahrgenommen werden. In seinem Vortrag folgt Zwingmann diesem kritischen Gedanken noch einen weiteren Schritt.
KI ist kein Selbstläufer Heute ist es möglich in der Kundenansprache über E-Mail auf die Hilfe von KI zurückzugreifen. Kontaktlisten können angereichert, Unternehmensseiten analysiert werden, um am Ende innerhalb von wenigen Sekunden, 10.000 hyperpersonalisierte Mails rauszuschicken. Doch eine Studie (Bynder, 2025) ergab, dass 56 Prozent der Teilnehmer einen KI-generierten Artikel bevorzugten, sofern sie nicht wussten, dass der Artikel mit KI erstellt wurde. 70 Prozent der Befragten gaben hingegen an, weniger mit Inhalten zu interagieren, wenn sie wissen, dass dieser von KI-generiert wurde.
Das heißt für B2B Marketer: Wenn KI-generierte Inhalte ohne eine menschliche Ebene bleiben, werden sie nicht ankommen, so Zwingmann. „Creation without Creators is soulless.” Am Ende müsse sich also jedes B2B Unternehmen die Frage stellen, ob es erträglicher ist, den KI-generierten Spam in Kundenanfragen zu verwenden oder eine KI-unterstütze Variante zu nutzen, um den menschlichen Kontakt zu optimieren. "Am Schluss brauchen wir also immer die HI – die Human Intelligence."
Nevo: Maßgeschneiderte KI-Interaktion durch unternehmenseigene Daten
Ralph Keser, Principal Specialist Data Analytics bei Diconium und Sufyan Ansari, Global Lead Web and Mobile Apps bei Continental stellen mit Nevo ein Agentic Voice AI-Tool vor, das durch Dialog ein hyperpersonalisiertes Einkaufserlebnis bieten soll. Das Tool ist noch nicht gelauncht. Nevo wird sich nach eigenen Angaben von anderen KI-Tools wie ChatGPT dadurch unterscheiden, dass es nur mit den spezifischen Daten eines Unternehmens arbeitet, um eine kontextbezogene und anpassbare Kundeninteraktion zu gewährleisten.
Die Technik hinter dem Zauber Um eine Hyperpersonalisierung zu erzielen und Relevanz zu schaffen, wird eine Echtzeit-Infrastruktur benötigt, die von einer Customer Data Plattform (CDP) unterstützt wird. Diese sammelt und konsolidiert Kundendaten, um ein umfassendes Kundenprofil zu erstellen. Durch diese 360-Grad-Ansicht lassen sich Verhaltensmuster vorhersagen, wie etwa die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung, was proaktive Kundenbindungsmaßnahmen ermöglicht.
Risiken und typische Stolpersteine einer CDP-Implementierung:
Unzureichende Datenqualität
Komplexe API-Integration
Kultureller Wandel und Teamstruktur
Rechtliche Compliance-Anforderungen (DSGVO, EU AI-Act, …)
Ein weiteres Konzept ist die Edge Delivery, mit den personalisierten Inhalten in Echtzeit angeboten werden können. Die Implementierung einer CDP sollte schlank sein und die typischen Herausforderungen wie unzureichende Datenqualität, komplexe API-Integration, kulturelle Veränderungen und rechtliche Compliance, etwa DSGVO, berücksichtigen.
Beispiele für die Anwendung im B2B Bereich sind personalisierte Landingpages, die in Echtzeit an das Nutzerverhalten angepasst werden, intelligente Wartung und Servicekoordination von Maschinen oder Geräten und Strategien zur Vorbeugung von Kündigungen durch gezielte Maßnahmen.
Wie personalisierte Videos das B2B Marketing revolutionieren
Der Vortrag von Jan-Till Manzius mit dem Titel „Wie du mit hyperpersonalisierten Filmen dein B2B Marketing auf das nächste Level hebst“ bildet den krönenden Abschluss zum Thema Hyperpersonalisierung auf der Bühne der Impact Arena. Manzius betont, dass bei erfolgreichem Marketing Menschen im Fokus stehen: „Menschen sind keine Transaktionen, Menschen sind Emotionen“. Mit personalisierten Videos gelingt es, den „Cocktail-Party“-Effekt zu nutzen, um die Aufmerksamkeit im Marketing zu maximieren.
Die Verbreitung dieser hyperpersonalisierten Videos kann vielseitig erfolgen, sei es über 1:1-Kommunikation, Social Media oder sogar Printmedien. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglicht es, Inhalte, Szenenwahl, Text, Tonalität und Bildanzeige individuell anzupassen. Doch diese Präzision erfordert umfassende Datenpunkte, um effizient zu funktionieren. Zudem lassen sich die Videos multilingual gestalten, um eine breitere Zielgruppe zu erreichen. Trotz der vielen Vorteile bleibt eine Herausforderung: Die generative Natur der KI macht sie gleichzeitig mächtig und schwer vorhersehbar.
Videos sind personalisierbar entlang aller Stufen der Customer Journey.
KPI-Steigerung, beispielsweise 54 Prozent Open-rate, 38 Prozent Click-rate und 98 Prozent Ansichtsrate, sind möglich.
Warum eine CDP für den Unternehmenserfolg unabdingbar ist
Den Abschluss im Hyperpersonalisierungs-Track machen Oliver Zils und Ingo Hofmann. Die beiden führen die Teilnehmer durch eine spannende Session, die sich um die Möglichkeiten der modernen Hyperpersonalisierung dreht. Sie zeigen eindrucksvoll, wie sich Marketing heute drastisch verändern kann, wenn die richtige Technologie zur Verfügung steht.
Ein wesentlicher Bestandteil ist das Konzept der dynamischen Content-Anpassung auf der Landingpage. Hierbei wird der Inhalt abhängig davon angepasst, wer die Seite besucht und was gesucht wurde. Dieser intelligente Ansatz wird durch KI-generierte Whitepapers ergänzt, die den Nutzern personalisiert zum Download angeboten werden – ein großer Schritt hin zur perfekten Kundenansprache.
Zentral für diesen Prozess ist die nahtlose Integration von Daten und Systemen quer durch Marketing, Vertrieb und Service. Zils und Hofmann betonen, wie entscheidend eine Customer Data Platform (CDP) ist. Diese Plattform nutzt KI und Echtzeitdaten, um ein fundiertes Herzstück für Hyperpersonalisierung und Customer Journey zu bieten.
Der Vortrag verdeutlicht, dass der Weg zum erfolgreichen Einsatz dieser Technologien über klar definierte Business Goals, Ziele und KPIs führt. Der Status Quo wird evaluiert mit Hinblick auf vorhandene Daten, Systeme und Stakeholder, gefolgt von einem Proof of Concept, um die Leistungsfähigkeit der Customer Data Platform zu testen. Schließlich erfolgt der MVP-Rollout mit anschließender Bewertung und Iteration, um Skalierungsmöglichkeiten auszuloten.
Key Learnings:
1. Unerlässliche Customer Data Platform: Ohne eine effektive Zusammenführung der Kundendaten ist eine umfassende Hyperpersonalisierung unmöglich. Die CDP ermöglicht die Aggregation dieser Daten und macht personalisierte Erlebnisse über die gesamte Customer Journey möglich.
2. Hyperpersonalisierung geht über die persönliche Ansprache hinaus: Es bedeutet, tiefgreifende, individuelle Erlebnisse zu schaffen, die mehr als nur personalisierte Newsletter umfassen.
„Dein Erfolg ist ein direktes Spiegelbild dessen, wie sehr du dich um Menschen kümmerst.“
Im Marketer Lab erwarten die Teilnehmer zunächst spannende Themen aus dem Bereich Social Media. Die Session beginnt mit einer Einführung durch Torben Fangmann, Sessioncaptain Social Media. Er betont die allgegenwärtige Relevanz von KI in Marketingthemen und stellt fest: Unser heutiger Speaker hat mehr Social Media Erfahrung als er selbst Berufsjahre. Mit über 100.000 Followern und dem Titel als LinkedIn Top Voice ist Alex Khan ein absoluter Experte.
Alex Khan startet seinen Vortrag mit einem Blick zurück auf 2005, als er ein soziales Netzwerk gründete – bis Facebook kam. Diese Erfahrung verdeutlicht die Notwendigkeit der KLT-Methode: Know, Like, und Trust. „Du kannst das beste Produkt haben, aber wenn es keiner kennt, ist es egal. Wichtig ist: Vertrauen aufbauen“, betont Khan. Er führt weiter aus, dass Marken heute ihren Ruf nicht mehr selbst definieren, sondern dass dies vielmehr durch die Interaktionen der Kunden untereinander geschieht.
Er stellt vier zentrale Leitfragen, um Social Media sinnvoll zu nutzen:
1. Warum soll ich Social Media nutzen? Die Antwort ist klar, denn eine überwältigende Mehrheit von 97,4 Prozent der B2B Unternehmen nutzt bereits Social Media. Insbesondere B2B Kaufentscheider sind dort aktiv, bevor sie Anfragen stellen.
2. 2. Was soll ich posten? Khan räumt mit dem Glaubenssatz auf, dass die Anzahl der Follower entscheidend sei – es ist der passende Content, der zählt.
3. Wie soll ich posten? Alex zeigt, dass der Einsatz von KI die Qualität steigern kann, auch wenn KI die Kreativen nicht ersetzt, sondern vielmehr die Unternehmen unterstützt, die sie effektiv nutzen.
4. Wo soll ich posten? LinkedIn ist unverzichtbar, doch auch Plattfomen wie TikTok, YouTube, Facebook und Instagram spielen eine wesentliche Rolle. Google indexiert mittlerweile 9:16 Social Media Videos, was eine Multi-Plattform-Strategie erfordert.
Ein zentrales Element von Khans Vortrag ist die Bedeutung von Prompting bei der Nutzung von KI. „In meinen Augen ist der Prompt die IT in der Zukunft,“ erklärt Khan eindringlich und verweist auf das Easy Framework, das klare Anweisungen für erfolgreiche KI-Einsätze gibt.
Key Learnings:
Warum? Weil es deinem Kunden wichtig ist.
Was? Tools wie „Answer the Public“ nutzen.
Wie? KI-Apps einsetzen.
Wo? Durch eine Multi-Plattform-Strategie, allen voran LinkedIn.
Abschließend teilt Alex seine Überzeugung: „Dein Erfolg ist ein direktes Spiegelbild dessen, wie sehr du dich um Menschen kümmerst.“ Aufmerksamkeit ist die neue Währung, und sie kann verdient werden, indem man relevanten Content teilt.
Warum Mut zur Marke gehört
Nachdem Alex Khan noch einige Fragen der Teilnehmer beantwortet hat, kündigt Torben Fangmann den nächsten Redner an: Michael Hannig. Fangmann hebt seine Doppelrolle als Stratege und Kreativer hervor und beschreibt ihn als „Brückenbauer zwischen Tradition und Innovation“ und als Vorreiter für KI und Menschlichkeit.
Michael Hannig tritt mit der Botschaft auf, dass Mut und Vertrauen in die eigene Vision entscheidend sind, um KI wirkungsvoll für die Schaffung von Marketing Awareness zu nutzen. Storytelling mit Video-Content kann dabei ein mächtiges Werkzeug sein, um Reichweite zu erhöhen, die Markenwahrnehmung zu verbessern und das Sales Team zu unterstützen. Dialog und Interaktion werden messbar, und Hannig nennt konkrete Kosten von 2.600-4.500 Euro für Kurzvideos von 20-30 Sekunden.
Er zeigt eindrucksvoll auf der Bühne auf, wie selbst aus drei statischen Bildern, allein durch den Einsatz von KI, animierte und lebendige Kurzvideos entstehen. Viele mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass größere Wettbewerber mit mehr Ressourcen ausgestattet sind – eine klassische David-gegen-Goliath-Situation. Doch Hannig appelliert daran, die Low-Hanging-Fruits und Quick Wins zu nutzen. Reposting kann hilfreich sein, doch am wertvollsten bleibt Bewegtbild-Content.
Wie nutzt das Team um Hannig Künstlcihe Intelligenz im Bewegtbild-Bereich? Bildmaterial wird über Referenzseiten gesammelt und von verschiedenen Personen subjektiv bewertet, um ein Gefühl für Attraktivität zu gewinnen. Durch geschickte Verwendung von Textprompts lassen sich einzigartige Geschichten erzählen, die emotionalisieren und einem überschaubaren Budget entsprechen. „Die Kreativität sitzt immer vor der Kiste“, sagt Hannig und ermuntert dazu, stets nochmal einen zweiten Blick zu werfen und den Tellerrand zu überschreiten.
Die Vorteile?
Zeitersparnis
Effektives Setting
Kosteneffizienz
Awareness schaffen
Demokratisierung des Wettbewerbsumfelds: Auf Augenhöhe mit Großen agieren
Im zweiten Teil seines Vortrags stellt Hannig den virtuellen B2B Kollegen „Mark Ehting“ vor, einen KI-Influencer, der innovative Technologie mit zielgerichteter B2B Kommunikation verknüpft. Dieses Konzept zeigt eindrucksvoll, wie virtuelle Interaktionen mit KI in Marketingstrategien integriert werden können.
Eine wirksame Verbindung: Wie WAGO soziale Netzwerke erobert
Der Vortrag mit dem Titel „Gib mir mal ne WAGO – Wie ein geflügeltes Wort zum Social Media-Hit wurde“, gestaltet von Anja Jakimenko und Jochen Sadlers, beleuchtet die Erfolgsgeschichte der Marke WAGO in der Bau- und Elektrobranche. WAGO erkannte früh das Bedürfnis der Fachleute, die auf Leitern stehend über Kopf komplizierte Verkabelungen vornehmen müssen. Dabei sahen sie, wie zeitraubend und umständlich das Herumfummeln mit Schrauben in Lüsterklemmen war. Der praktische Nutzen ihrer Lösung setzte einen Standard, wodurch sich „die Wago“ im Lauf der Jahre als Synonym für Verbindungsklemmen etablieren konnte.
Besonders gelungen ist auch das Marketing von WAGO: Die Noten des WAGO-Geburtstagssongs sind von den Zahlen des "Geburtstags" der Federklemme inspiriert, indem die Zahlen in Töne übersetzt wurden. Der Song erhielt viele positive Kommentare auf Social Media. Diese Aktivitäten führten zu beeindruckenden 20 Millionen Impressions und einer Engagement Rate von 35 Prozent. Darüber hinaus stieg die Kaufbereitschaft um 2 Prozent.
Key Learnings:
Elektronikbranche ist eher älter, aber auch Nachwuchs und Jüngere sollten angesprochen werden. Dafür wurde verstärkt über Social Media und Corporate Influencer kommuniziert.
Marke emotional aufladen und damit in den Köpfen der Zielgruppen zu verankern, war erfolgreich für WAGO.
Effiziente Videoproduktion für Awareness und Markenbildung auf Social Media
Gleich zu Beginn stellt Philipp Wolf provokant die Frage: Warum brauchen wir überhaupt Video? Er erläutert, dass Video kein Selbstzweck ist, sondern eine strategische Integration in jede Marketingstrategie benötigt. „Video ist kein Selbstzweck, Video braucht strategische Integration,“ betont Wolf.
Um Videos effektiv einzusetzen, muss die Zielgruppe klar definiert sein, denn nur so kann der Content zielgerichtet wirken. Wolf macht deutlich, dass KI-Tools wie PlayPlay eine neue Effizienzstufe ermöglichen, indem sie URLs in Skripte transformieren und innerhalb von Minuten Blogbeiträge oder Landingpages in Videoentwürfe umwandeln. Diese Geschwindigkeit resultiert aus der Verwendung von Stock-Bibliotheken als Basis.
In der strategischen Planung hebt Wolf hervor, dass Video stets mitgedacht werden sollte – nicht als bloßer Eyecatcher, sondern als integraler Bestandteil eines strategischen Narrativs. Formate wie „Meet the Team“ bieten sich als einfacher, „snackable“ Content an, der nachhaltig umgesetzt werden kann.
Ein wesentlicher Aspekt ist das Content Recycling und Repurposing. Gerade in der schnelllebigen Welt der sozialen Medien lohnt es sich, Videos auf verschiedenen Plattformen zu verwenden, um Effizienz und ROI zu steigern.
Philipps Expertentipp: Ein Pilotprojekt ist ein idealer Startpunkt. Klare Planung und Struktur sind essenziell, und ideal wären Projekte, die für Serienformate geeignet sind. So können Unternehmen in Templates arbeiten und den Testzeitraum potenzieller Tools nutzen, um viele Videos vorzubereiten.
Das Zusammenspiel von Enablement, Storytelling und strategischem Einsatz macht Video zu einem unverzichtbaren Bestandteil erfolgreicher Markenbildungsstrategien auf Social Media.
Was wäre, wenn wir nicht in Funnels, sondern in Orbit-Modellen denken?
Die nächste Session des Tages findet wieder in der großen Impact Arena statt – Fokusthema hier: Omnichannel-Experience. Session Captain Susanne Trautmann zieht zu Beginn des neuen Session Tracks alle Aufmerksamkeit auf sich, indem sie singend ins Thema einführt. Sie bringt das Publikum dazu, genauer hinzusehen – Omnichannel Marketing ist mehr als nur die Summe seiner Kanäle. Es geht darum, Menschen durch diese Kanäle zu verbinden, echte Beziehungen aufzubauen und Communities zu stärken. „Es müsste eigentlich Community Channel Marketing heißen,“ betont sie und leitet damit über zu Carolin Durst, die gekonnt Forschung und Praxis miteinander verbindet.
Das Ende des Marketings, wie wir es kennen
Carolin Durst eröffnet mit einem provokanten Gedankenspiel: Was wäre, wenn wir nicht mehr in Funnels denken, sondern in Orbit-Modellen? Sie erklärt, dass die Authentizität von Inhalten im Internet zunehmend verschwommen ist. Mit der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) werden Kampagnen effizienter, schneller und individueller gesteuert.
Die Konsequenz dieser Entwicklung? Ein Informationsüberfluss, der die traditionellen Funnel-Modelle überfordert und für Kunden nur mit hohen Suchkosten zu bewältigen ist. „Mein Blick in die Zukunft sagt: Die Informationsbeschaffung wird in Zukunft an die Maschinen ausgelagert,“ prognostiziert Durst. Kunden erstellen personalisierte AI Agents, die in ihrem Auftrag die besten Anbieter suchen und Entscheidungen automatisiert treffen.
Durst fordert ein Umdenken: Während AI Agents die digitalen Touchpoints bedienen, müssen Menschen die human Touchpoints pflegen. Hier kommt das Orbit-Modell ins Spiel, bei dem das Unternehmen als Gravitationszentrum fungiert, und Menschen durch engen Beziehungsaufbau um dieses Zentrum kreisen.
Community statt Funnel
Gemeinschaft wird zur Strategie. „Love is a measure of a member's activity in the community,“ zitiert Durst auf ihrer Präsentation und hebt die Notwendigkeit hervor, Communities nicht aufzubauen, sondern bestehende stärker zu binden. Dies kann durch Community-Marketing-Aktivitäten wie die Unterstützung von Corporate Influencern, das Hosting von Events oder die Zusammenarbeit mit Brand Advocates geschehen.
Key Learnings:
Bedeutung des Vertrauens: Im B2B Bereich können wir uns durch Vertrauen stark differenzieren.
Beziehungspflege: Identifizieren, wer im eigenen Orbit ist, und mit diesen Individuen und Gruppen starke Beziehungen aufbauen.
„Wir müssen das digitale Game spielen, aber es bleibt Raum für Kreativität und Menschlichkeit“. Gerade in einer Zeit der Hyperpersonalisierung hebt Caro die Wichtigkeit der persönlichen Beziehungen hervor – hier liegt großes Potenzial, das es noch zu heben gilt.
Vom Erklären zum Erleben: Wie Marken durch Omnichannel Experience begeistern
Der Vortrag „Marke erleben statt Marke erklären“ von Sebastian Bosch auf der Bühne der Impact Arena behandelt das Thema Omnichannel Experience aus einer neuen Perspektive. Bosch leitet die Präsentation mit der Aussage seines Kollegen ein: „Marken werden zu viel erklärt und zu wenig erlebt“, was die Notwendigkeit betont, Marken erlebbarer zu gestalten. Eine interessante Tatsache unterstreicht dies: 86 Prozent der Kunden sind bereit, mehr zu zahlen, wenn die Experience stimmt. Selbst im B2B-Sektor, wo Emotionen oftmals unterschätzt werden, ist es entscheidend, dass hinter den Geschäftsabschlüssen menschliche Interaktionen stehen.
Die digitale Markenführung verläuft in drei wesentlichen Schritten. Zunächst kommt die strategische Ebene, auf der Werte, Unique Selling Propositions (USP) und Differenzierungen festgelegt werden. Anschließend folgt die strukturelle Komponente, bei der die Customer Journey und alle relevanten Touchpoints betrachtet werden. Schließlich geht es um das Erlebnis, das durch die Gestaltung von Content, Interaktionen, Benutzeroberflächen, Sprachversionen und Animationen ermöglicht wird.
Um eine Marke erlebbar zu machen, sind fünf Schritte entscheidend: Awareness und Recherche, Consideration und Website-Interaktion, Conversion und Sales, Onboarding und Nutzung sowie Bindung und Weiterentwicklung.
Key Learnings:
Die Erfahrung mit dem Unternehmen ist für Kunden genauso wichtig wie die Erfahrung mit dem Produkt.
Versuchen, Content zu emotionalisieren (Interaktionen etc.) und in Journeys zu denken statt in Kanälen – Relevanz und Timing schlagen Lautstärke.
„Community ist heute kein Nice-to-have mehr, sondern eine Überlebensstrategie“
Susanne Trautmann beginnt mit der Ankündigung von Jan Ohrmann, indem sie die Bedeutung von Community im heutigen Geschäftsleben hervorhebt: „Community ist heute kein Nice-to-have mehr, sondern eine Überlebensstrategie.“
Der zentrale Punkt des Vortrags: Community-Management ist mehr als nur ein Trend; es ist das Fundament für nachhaltige Beziehungen im B2B Bereich. Ohrmann betont, dass statt in teure Kampagnen zu investieren, aktive Communities Reichweite, Relevanz und Vertrauen auf organische Weise aufbauen können. Eine zusammenhängende Community schafft Nähe, die über einzelne Touchpoints hinausgeht und durch Kooperation, Austausch und geteilte Werte gestärkt wird.
Heinrich Birndorfer von TÜV Süd spricht aus der Sicht eines Sachverständigen und unterstreicht, dass es bei einer Community nicht einfach nur um Strukturen oder Organisationsformen geht. Vielmehr geht es um das Gefühl der Zugehörigkeit, Leidenschaft und das Schaffen eines Wohlfühlortes.
Key Insights:
Aktives Community-Engagement: Marken mit klarer Haltung, konsistentem Storytelling und echter Interaktion können Stakeholder nicht nur erreichen, sondern einbinden und aktivieren.
Authentizität vor Perfektion: Authentisches, kontinuierliches Engagement und die Bereitschaft, Raum für Dialog zu schaffen, sind entscheidend.
Erschließung neuer Potenziale: Wer Community als Erlebnis versteht, erschließt neue Potenziale für nachhaltige Kundenbindung und Wachstum, auch mit begrenzten Ressourcen.
Der Vortrag verdeutlicht: Eine starke Community kann zum Treiber für nachhaltiges Wachstum und tiefe Kundenbindungen werden – ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Überlebensstrategie im B2B.
Vom Online-Dating und Online-Shopping
Leading Voice im Themenblock E-Commerce ist Prof. Dr. Christian Stummeyer, der in seinem Vortrag beantwortet, wie E-Commerce und KI das B2B-Marketing transformieren.
Bequemlichkeit, große Auswahl und ein nahtloses Erlebnis sind einige der Gründe, weshalb sich fast 61 Prozent der Ehepaare heutzutage über Online-Dating kennengelernt haben. Diese Gründe sind deckungsgleich mit dem Erfolg des Onlinehandels. Der B2B Online-Markt ist wesentlich größer als im B2C. Im Jahr 2024 war der deutsche B2B E-Commerce-Umsatz in 2024 im Vergleich zum B2C fünfmal so groß.
Der Megatrend KI verändert B2B E-Commerce ist tatsächlich schon seit etwa 60 Jahren da. Beispiele für den Einsatz der Technologie im E-Commerce, wie die Dynamische Preisoptimierung oder Vorhersagen und Prognosen über das Bestellverhalten sind daher längst nichts neues mehr.
ChatGPT veränderte alles Als im Jahr 2022 Open AI mit ChatGPT 3.5 an die Öffentlichkeit ging und damit das Zeitalter der Generativen KI einläutete, kam alles anders. Prof. Dr. Christian Stummeyer, damals selbst im Publikum zum Launch, meldete sich sofort für diese neue Technologie an: „Ich kann mich genau an meinen ersten Prompt erinnern“, erzählt Stummeyer. „Bitte schreibe einen Klappentext für mein neues Buch, das hier ist der Titel und das ist der Untertitel“, lautete die Anweisung an das Sprachmodell. „Der Klappentext war so gut, dass der Verlag ihn sofort auf das Buch gedruckt hätte.“
So gut generative AI schon ist, zu „Halluzinationen“, sprich Fehler gibt es immer wieder. „Weiterhin gilt, KIs sind- Sprachmodelle und keine Wissensmodelle“ so Stummeyer. Diesen Fehlern lässt sich zuvorkommen, indem Unternehmen beispielsweise Ihre Produktinformationen der KI zur Verfügung stellen und aus dieser fundierten Faktenbasis ihre Texte generieren zu lassen und Erkenntnisse zu erfragen.
Jetzt oder nie! Gen KI verändert Marketing und E-Commerce grundlegend. Erst wenn KI nahtlos in bestehende Prozesse integriert wird, kann sie ihr volles Potenzial entfalten. Dabei sind qualitativ hochwertige Produktdaten sind der Schlüssel zu Personalisierung, Suchfunktion SEO und auch GEO.
Eine Datenanalyse ist mit einer heutigen KI möglich, genauso komplexe mathematische und logische Fragestellungen sind zu lösen. Neben der klassischen Suchmaschinenoptimierung ist auch GEO ein relevantes Feld, in das sich B2B Unternehmen einfinden sollten. „Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln. Im B2B sollten sie sich überlegen, wie sie mit Assistenten ein Projekt umsetzen könnten“, rät Stummeyer. „Der beste Moment ist jetzt.“
E-Commerce im B2B: KIPPs Schritt in die digitale Zukunft
Tobias Brenner, Head of Marketing bei Kipp gibt in seinem Erfahrungsbericht einige Einblicke, wie das Unternehmen den Online-Verkauf von Bedien- und Normteilen im B2B Sektor erfolgreich umgesetzt hat. Kipp, bekannt für seine Klemmhebel, führt über 85.000 Produkte im Onlineshop. Brenner spricht über die anfänglichen Herausforderungen im E-Commerce: „E-Commerce ist doch was für Schuhe, oder? Nein, auch im B2B sind E-Commerce Einflüsse aus dem B2C durchaus relevant.“ Die Pandemie diente bei Kipp als Katalysator, da traditionelle Vertriebskanäle wie Messen wegbrachen und das Unternehmen vermehrt auf den Onlinehandel setzen musste.
Hürden auf dem Weg:
Vorurteile und das Mindset: "Läuft noch!", waren anfängliche Hindernisse
die neue Technik brachte Bugs und erschwerte die Akzeptanz
die Kommunikation sollte mehr B2C-Elemente integrieren.
Um den Wandel zu vollziehen, baute das Unternehmen ein Team von Spezialisten auf. Ein bemerkenswerter Erfolg ist, dass der Onlineshop im Jahr 2025 voraussichtlich 17.000 Bestellungen generieren wird, bei einer Spitze von 178 Bestellungen pro Tag. "Für Klemmhebel doch ganz ordentlich, oder?" bemerkt Brenner dazu.
Doch die Modernisierung des Markenauftritts wurde auch außerhalb des Shops konsequent umgesetzt, sowohl offline als auch online, um einen ganzheitlichen und Omnichannel-Ansatz zu verfolgen.
Die Chancen von Commerce Conversions
Neele Šumskis, Head of Websites & Lead Generation bei Rittal nimmt die Teilnehmer an die Hand. Sie erklärt, wie der Shift zu meistern ist und stellt die Herausforderungen und Chancen von Commerce Conversions in der digitalen Marketingstrategie dar.
Vor 2010 war die Website eine Unterstützung für den Außendienst. Bis 2015 ging es vor allem um Content Marketing und SEO. Ab den Folgejahren kam die Conversion Optimierung ins Spiel. Und heute – ist KI in aller Munde. Marketing wird also anspruchsvoller und dynamischer, mit allen Chancen und Herausforderungen.
Bei Rittal versucht man diesem Shift mit einem dynamischen Ansatz zu begegnen. Basis aller Kampagnen und Aktionen sind die Fragen:
welches Produkt, welcher Kategorie wird von
welcher Person bzw. Buying committee und auf
welchem Vertriebsweg erworben?
Diese Überlegungen lassen sich beispielsweise in einer Conversion-Matrix zusammenfassen. Mit diesen dezidierten Überlegungen bestehen gleichzeitig verschiedene User Journeys und Conversion Ziele, was wiederum eine ausgeklügelte UX und UI bedarf.
3 Tipps, um Content und UX zu harmonisieren:
1. Klarer Conversion-Fokus pro Seite = jede Seite sollte eine primäre Conversion verfolgen – sei es ein Kauf, ein Sign-up oder eine Anfrage. Ordnen Sie die Page dem Conversion Ziel zu und vermeide konkurrierende CTAs, um den Nutrzer nicht zu verwirren.
2. Visuelle Hierarchie optimieren durch Farben, Hierarchien in den Überschriften, um den Blick zu lenken
3. Ladezeiten reduzieren: Schnellere Seiten, höhere Conversion durch komprimierte Bilder, Lazy Loading und nur notwendige Skripte.
Lead Generation fokussiert sich auf die Kontaktgewinnung (z.B. E-Mail und Download). Commerce Conversions zielen auf direkte Transaktionen (z.B. Kauf und Buchung). Beide Ziele können koexistieren, aber brauchen unterschiedliche Strategien.
„Wir versuchen das Beste aus beiden Welten umzusetzen“, sagt Neele Šumskis. Das bedeutet bei Rittel konkret:
Lead Nurturing für Warenkorbabbrecher, zum Beispiel Retargeting.
Content Marketing als Pre-Sales, zum Beispiel Ratgeber, Produktvergleich und Webinare.
Automatisierung, zum Beispiel E-Mails Flows basierend auf Verhalten
Segmentierung in Leads vs. Käufer vs. Wiederkäufer.
“Commerce Conversions sind eine Chance – nicht nur ein technischer Wandel“ sagt, Neele Šumskis. „Und mit allen Daten, die wir haben, können wir nur wachsen.“
„Mach es zu deinem Projekt“
Adrian Benz gibt einen faszinierenden Einblick in das Re-Factoring einer digitalen Plattform bei Schmalz, einem Hidden Champion aus dem Schwarzwald, der mit seiner Vakuumtechnik in diversen Branchen tätig ist. Benz stellt die Frage: Wie digital tickt ein solcher Innovator? Der digitale Fußabdruck begann bereits 2002 mit einer E-Commerce-Plattform und erfährt 2025 einen Relaunch. Aber warum? Die Antwort liegt in der internationalen Skalierung, der gestiegenen Komplexität und identifizierten UX-Potenzialen.
Wie startet man ein solches Vorhaben?
Benutzung der bestehenden Plattform bis zur vollständigen Ablösung.
Agieren wie ein „U-Boot“, das diskret, aber zielstrebig eine umfassende Dimension erreicht.
Umstellung auf agile Arbeitsweisen nach eigenen Spielregeln.
Enge Verzahnung von technischen und geschäftlichen Aspekten.
Direkte Lösung von Legacy-Themen auf dem Weg nach vorn.
Aufbau externer strategischer Partnerschaften.
Einrichtung automatischer Test-Routinen.
Das Credo war klar: „Mach es zu deinem Projekt.“
Das vielseitige Team bei Schmalz umfasst die Bereiche Content, Digital Marketing, UX/UI, DevOps, Product Owner, Solution Architect und Programm Management.
Learnings aus dem Projekt:
Die Komplexität darf nicht unterschätzt werden.
Sicherstellung der Projektstatus-Kommunikation ist unerlässlich.
Immer Puffer einplanen.
Notfalls den Umfang („Scope“) minimieren.
Re-Factoring umfasst Technik und Content gleichermaßen.
Nicht zögern – handeln!
Adrian Benz fasst zusammen, dass Re-Factoring eine multidimensionale Herausforderung ist, die aber klare Verbesserungen und strategische Vorteile für die Zukunft bringt.
Weg von der Produktfixierung und hin zur wahren Identität
Katharina Krimmer ist Expertin für digitale, kanalübergreifende Kommunikation. In ihrem Vortrag thematisiert sie die Schlüsselkompetenzen für B2B Marketingteams, insbesondere wie Content im Kontext und abteilungsübergreifend entwickelt werden sollte. Sie beginnt damit, dass Unternehmen oft Schwierigkeiten haben, ihr wahres Selbst zu definieren. Als Beispiel beschreibt sie eine typische Workshop-Situation in der sie fragt: „Worum geht’s? Erzählt doch erstmal, wer ihr seid. Schreibt auf, wer ihr als Unternehmen sein wollt [...].“ Das Resultat ist meist chaotisch: „Das Ergebnis ist oft eine Wand mit 50, 60 Zetteln. Dies führt zu maximaler Verwirrung für alle Beteiligten.“
Krimmer betont, wie wichtig es ist, im digitalen Zeitalter gezielt Vernetzung zu nutzen, um eine starke Community aufzubauen. Dabei geht es nicht darum, überall präsent zu sein, sondern darum, durch klare Identität und Core Values Vertrauen zu schaffen. Sie erzählt, dass sie selbst in einer Zeit, als alle sich auf Performance Marketing setzten, "tapfer mein Branding-Fähnchen geschwungen" habe. Dies sollte sich als klug erweisen, da aktuelle Entwicklungen zwigen, wie wichtig Erkennbarkeit und Markenidentität sind.
Website is key: Wir können über Websites inzwischen so viel lernen. Das Stichwort lautet 'User Behavior.
Katharina Krimmer
In ihren Workshops warnt sie: „Wenn intern nicht klar ist, wer ihr seid und wo ihr sein wollt, dann wird auch euer kanalübergreifender Content kein einheitliches Bild vermitteln. Und das ist schlecht.“ Sie betont, dass B2B Marketing Teams die wichtigste Abteilung überhaupt seien: „Diese Teams sollten als Quelle und Identität für die Kunden dienen und nicht allein auf eigenen Content setzen, sondern auch auf eine starke Community“, so Krimmer. Das Ziel: Glaubwürdigkeit jenseits von bloßer Unternehmenskommunikation zu erreichen.
Von der Nische zur Kultmarke: Smudo über Glück, Wachstum und die Kunst der Unterhaltung
Am Ende des Tages erwartet die Teilnehmer ein absolutes Highlights: Fireside-Chat mit Kult-Musiklegende Smudo. Im Gespräch mit Lucas Neurauter gibt Smudo einen entspannten Einblick in das Leben und die Karriere der Fantastischen Vier. Der Künstlername "Smudo" kam schon in der Schulzeit auf, und seitdem ist die Grenze zwischen Smudo und der Privatperson Michael fließend – "im Grunde genommen ist das alles das Gleiche", verrät er. Der Weg von den ersten Beats mit der selbstgebauten Rhythmus-Maschine zu ausverkauften Shows ist eine Geschichte der Flexibilität und des Glücks: „Vielleicht haben wir auch einfach zehnmal beim Münzwurf Kopf gehabt.“
Die Fantastischen Vier erweiterten ihre Nische und entwickelten sich zu einer Marke. Smudo erinnert sich, dass sie ursprünglich einfach nur Musik- und Computer-Geeks waren. Der Erfolg mit „Die da“ hat ihnen gezeigt, wie wichtig ein durchdachtes öffentliches Konzept ist, welches sie als experimentierfreudig, humorvoll und auf Augenhöhe positionierte.
Später stießen sie das Tor zur breiten Unterhaltung auf. Smudo gesteht: „Wir sind keine Musikexperten, aber wir sind Unterhaltungsexperten.“ Durch ihre Teilnahme an Formaten wie "The Voice Kids" gewannen sie Fans über Generationen hinweg und prägten das positive Image der Marke. Und auch wenn Smudo keinen Anspruch auf Gesang oder Programmieren erhebt, betont er humorvoll: „Wenn meine Musiklehrerin wüsste, dass meine Autos und der Privatjet von Deutschrap bezahlt wurden, würde sie sich im Grabe umdrehen.“
Was wirklich zählt, ist die Präsenz im Bewusstsein der Menschen zu behalten, „denn Musik ist eine identitätsstiftende Ware“, erklärt Smudo. Einfach immer stattzufinden, sei der Schlüssel zum Erfolg, und selbst wenn KI beim Galgenmännchen nicht mithalten kann, für Witze sei sie hervorragend geeignet.