Recruiting

Wie ein Azubi-Blog qualifizierte Talente in Ihr Unternehmen bringt

| Autor / Redakteur: Sebastian Weidner* / Julia Krause

Ein Azubi-Blog erschafft eine interessante Plattform, auf welcher Azubis über ihre Erfahrungen berichten und andere (potenzielle) Azubis und Mitarbeiter mit den Berichten interagieren können.
Ein Azubi-Blog erschafft eine interessante Plattform, auf welcher Azubis über ihre Erfahrungen berichten und andere (potenzielle) Azubis und Mitarbeiter mit den Berichten interagieren können. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Unternehmen kämpfen vermehrt mit unbesetzten Ausbildungsstellen. Mittlerweile befinden sich diese in einer Position, in welcher sie selbst aktiv werden und junge Menschen ansprechen müssen. Ein Mittel, um junge Talente im digitalen Zeitalter zu erreichen, ist der Azubi-Blog

Ein Blick auf das Problem: Fachkräfte- und Azubi-Mangel

Am 30.09.2018 waren laut der Agentur für Arbeit 57.700 Ausbildungsstellen unbesetzt, damit ist die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Besonders in den MINT-Berufen fehlt es an qualifizierten jungen Talenten - auch, weil das ursprüngliche Erfolgsmodell der deutschen Ausbildung nicht mehr den Anklang findet, wie noch vor einigen Jahren.

Früher absolvierte jeder zweite Jugendliche eine Ausbildung, heute nur jeder vierte. Die Gründe für diesen Mangel an jungen Fachkräften sind vielschichtig. Doch wer als Arbeitgeber denkt, er könne nicht handeln und müsse diese Entwicklung hinnehmen, liegt falsch. Der Arbeitsmarkt für Auszubildende ist mit der rückläufigen Zahl der Auszubildenden mittlerweile von einem Nachfrage- zu einem Anbietermarkt geworden. Das bedeutet: Unternehmen als Nachfrager der Arbeitskraft müssen nun aktiv werden, um für mehr Anbieter, sprich Auszubildende, zu sorgen.

Diese Rolle wird aktuell, so belegen es die genannten Zahlen, nicht ausreichend ausgefüllt. Heute reicht es nicht mehr aus, lediglich die Ausbildung an sich attraktiv zu machen. Die Unternehmen müssen junge Talente von sich als attraktiven Arbeitgeber überzeugen und diese sowohl zum richtigen Zeitpunkt als auch über die richtigen Kanäle abholen.

Konservative Lösungsansätze sind nicht mehr zeitgemäß

Wir befinden uns also auf einem neuen Markt, welcher ein neues Denken und neue – digitale – Ansätze verlangt. Grundsätzlich gilt es, zwei entscheidende Aspekte zu beachten, um eine zeitgemäße und wirkungsvolle Azubi-Akquise zu betreiben:

  • 1. Wo können junge Menschen am besten erreicht werden: Junge Menschen sind im Durchschnitt etwa 7 Stunden Stunden am Tag online. Informationsbedürfnisse beginnen meist in Suchmaschinen, Unterhaltungsbedürfnisse werden in sozialen Medien befriedigt. Nur wer in beiden Kanälen auftaucht, kann langfristig auf sich aufmerksam machen und als relevanter und interessanter Arbeitgeber auftreten.
  • 2. Wann können junge Menschen am besten erreicht werden: Heute reicht es nicht mehr aus, nur in die letzte Phase des Entscheidungsprozesses eines jungen Menschens einzugreifen und die Menschen abzuholen, die bereits die Entscheidung getroffen haben, eine Ausbildung anzutreten. Wer es schafft, das Informationsbedürfnis junger potenzieller Talente zu befriedigen, kann deutlich früher in diesen Entscheidungsprozess eingreifen und auch die Personen ansprechen, die sich noch nicht schlüssig sind, ob eine Ausbildung überhaupt für sie in Frage kommt.
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Azubi-Blogs: Potentieller Katalysator neuer Bewerber

Der Azubi-Blog ist ein beliebtes Mittel, um die Ausbildung im eigenen Hause attraktiv zu machen. Unternehmen wie Ikea, TUI oder die Sparkasse nutzen diesen, indem Auszubildende über ihre Erfahrungen im Unternehmen berichten. Auch B2B Unternehmen, wie beispielsweise Walter Tools oder Biesterfeld sowie weitere Unternehmen aus Branchen wie Maschinenbau oder Großhandel, integrieren vermehrt Azubi-Blogs in ihre Content-Marketing Strategie.

Die Vorteile: Potenzielle Bewerber bekommen direkte Einblicke in die Ausbildung, in das Unternehmen und in das Betriebsklima des Arbeitgebers. Durch spannende Erfahrungsberichte, Video-Tagebücher oder Fotostrecken kann das Image der Ausbildung aufpoliert und die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber vermittelt werden.

Das Problem: Kaum ein Azubi-Blog wird von Personen, die nicht im Unternehmen arbeiten, gelesen. So gut wie alle Azubi-Beiträge gehen damit in den Weiten des Internets verloren und werden höchstens über Social Media gestreut - und erreichen damit lediglich die Personen, die dem Unternehmen bereits folgen. Doch wie erreicht man mit dem Azubi-Blog nun die potenzielle Zielgruppe, junge Erwachsene, die eine Ausbildung als ihren künftigen Berufsweg in Betracht ziehen?

Von Theorie zu Praxis: Wie Azubi-Blogging richtig funktioniert

Ein klassischer Azubi-Blog erschafft eine interessante interne Plattform, auf welcher Azubis über ihre Erfahrungen berichten, andere Azubis und Mitarbeiter mit den Berichten interagieren, diese kommentieren und im besten Fall noch teilen.

Eine tolle Sache, die der internen Unternehmenskommunikation gut tut. Doch was wäre, wenn Ihr Azubi-Blog mehr Leser hätte als nur die eigenen Mitarbeiter und deren Freundeskreis? Was wäre, wenn Ihr Azubi-Blog täglich genau Ihre Zielgruppe über Suchmaschinen anziehen würde und sich die Anzahl Ihrer Bewerbungen dadurch erhöhen würde? Das ist möglich, wenn einige wichtige Aspekte beachtet und der Azubi-Blog conversion- und suchmaschinenoptimiert gestaltet wird.

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Eine vereinfachte Anleitung zum idealen Azubi-Blog

  • 1. Schritt: Der Content-Mix: Erfahrungsberichte von Auszubildenden sind ein wichtiger Bestandteil des Azubi-Blogs. Doch auch weitere Content-Formate sind möglich und notwendig, um Sichtbarkeit zu generieren und spürbaren Mehrwert zu schaffen. Anleitungen (beispielsweise für ein Bewerbungsschreiben), Einschätzungen (beispielsweise ein Vergleich von Studium zu Ausbildung) oder visuelle Beiträge (beispielsweise ein Einblick in die Räumlichkeiten des Unternehmens) sind nur einige Beitragsarten, die einen Azubi-Blog aufwerten können.
  • 2. Schritt: SEO-optimierte Artikel: Im idealen Azubi-Blog besteht eine Symbiose aus Beiträgen, die von Azubis verfasst werden sowie von SEO-optimierten Blog-Beiträgen, die von Experten verfasst werden und das Ziel verfolgen, in Suchmaschinen zu ranken. Werden Sie beispielsweise für interessante Keywords wie “Vorteile einer Ausbildung” oder “Wie schreibe ich einen Lebenslauf” gefunden, erreichen Sie genau die Zielgruppe, die sie erreichen möchten, genau dann, wann Sie sie erreichen möchten.
  • 3. Schritt: Conversion-optimierte Landingpages: Sie haben Schritt 2 beachtet und können langsam einen Zuwachs an organisch generierten Besuchern feststellen? Sehr gut, dann gilt es im nächsten Schritt, diese zu Bewerbern zu konvertieren. Mit gezielter Call-to-Action lassen sich die neu gewonnenen Besucher vom Blog-Beitrag zu entsprechenden Landingpages Ihres Ausbildungsangebotes leiten, über welches sich diese direkt bei Ihnen bewerben können.

Ein strategischer Aufbau ist unerlässlich

Der idealtypische Azubi-Blog kann demnach zu einem langfristig automatisierten Bewerber-Funnel werden, der Sie als eine beliebte Employer-Brand positionieren und vermehrt junge Talente von den Vorzügen Ihres Unternehmens überzeugen kann.

In der Realität sind es dann doch mehr als nur drei Schritte, um den Azubi-Blog zu einem Bewerber-Funnel zu transformieren. Technische Aspekte müssen beachtet werden, damit der Blog suchmaschinenfreundlich gestaltet ist, eine Strategie sollte festgelegt und relevante sowie interessierte Suchbegriffe identifiziert werden und das Linkprofil des Azubi-Blogs sollte gestärkt werden, um das Vertrauen der Suchmaschinen zu gewinnen und gute Positionierungen zu erlangen.

Die Belohnung: Junge Talente werden auf Sie aufmerksam, Besucher werden zu Fans und Sie zu einer beliebten Employer Brand.

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* Sebastian Weidner ist Inhaber der Agentur Rankingdocs.

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