Marketing-Trenddossier B2B Marketing Trends 2023 – Visionen und Strategien

Von Alicia Weigel

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Welche neuen B2B Marketing-Entwicklungen hält das Jahr 2023 bereit? Wir haben uns in der Community umgehört und alle wichtigen B2B Marketing Trends 2023 in diesem Artikel zusammengefasst.

Die aktuellen B2B Marketing Trends finden Sie hier im Überblick.
Die aktuellen B2B Marketing Trends finden Sie hier im Überblick.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, das uns allen sehr viel abverlangt hat. Wer hätte Ende 2021 schon damit gerechnet, dass Krieg, Inflation und Energiekrise unser Leben prägen. Zeit also, nach vorne zu schauen. Was erwartet uns in 2023? Genau vorhersagen kann das sicher keiner, aber Inflation und Energiekrise wird uns mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im nächsten Jahr beschäftigen. Genau deshalb sollten Sie diese Entwicklungen, so gut es eben geht, in Ihr B2B Marketing einplanen.

Das Trenddossier 2023

Welche B2B Marketing Trends sollten Sie für 2023 noch mitberücksichtigen? Wir haben uns in der Branche umgehört und Meinungen von B2B Marketern aus der marconomy Community eingeholt.

In der folgenden Bildergalerie geben B2B Marketer und Experten Einblicke in ihre B2B Marketing Trends 2023:

Bildergalerie
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B2B Marketing Trend 1: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit im B2B – auch wenn Sie es sicherlich schon nicht mehr hören können oder auch wollen, aber auch in 2023 wird das ein Trendthema sein. Für immerhin 40 Prozent der KMUs ist Nachhaltigkeit jetzt schon das Thema der Stunde, so das Ergebnis einer Studie von visable aus dem Jahr 2022.

Das Umweltbewusstsein von B2B Einkäufern wirkt sich immer stärker auf ihr Verhalten im Business-Kontext aus. Laut einer Studie des ECC Köln und Adobe achten schon 68 Prozent bei geschäftlichen Bestellungen im Internet darauf, dass ihr CO2-Fußabdruck so minimal wie nur möglich ausfällt. Marketer können dies in ihrer Kommunikation berücksichtigen, indem sie beispielsweise eine CO2-Kompensation für ihre Webseite anbieten. Da die Website oft das erste ist, was Interessierte oder Kunden bewusst ansehen, können Sie mit einer klimaneutralen Website Ihre Haltung zum Klimaschutz von Anfang an zeigen und Ihre Nachhaltigkeitsstrategie glaubhaft unterstreichen. Aber je mehr multimediale Inhalte Sie auf Ihrer Unternehmenswebsite einbauen, umso mehr Energie wird benötigt, was wiederum einen höheren CO2-Ausgleich zur Folge hat. Interessant auch: Eine E-Mail ist genauso klimaschädlich wie eine Plastiktüte. Eine E-Mail ohne Anhang ist für etwa zehn Gramm Kohlenstoffdioxid verantwortlich. Heißt also, indem wir auf unnötige Mails oder Newsletter verzichten, schonen wir die Umwelt.

Papier kann wiederum geschont werden, indem Produktkataloge nicht mehr per Post, sondern einfach via Mail in einem PDF versendet werden. Das produziert zwar noch die oben angesprochenen 10 Gramm CO2, aber im Vergleich zum Druck auf Papier ist das noch deutlich weniger. Außerdem sollten Sie sich bei Ihren Events die Frage stellen, wie viele analoge Materialien Sie auf Ihren Events benötigen. Auch hier können Unternehmen Vorbild für nachhaltige Eventgestaltung sein und Papier und Drucke sparen. Mit Apps lassen sich alle notwendigen Event-Informationen digital abbilden, sind meist übersichtlicher und bieten noch weitere Funktionen wie die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden. Vorbei ist außerdem die Zeit der Wegwerf-Merchandise-Produkte. Stellen Sie sich die Fragen, was die Zielgruppe wirklich gebrauchen kann: Notizbücher aus Graspapier, Pflegeprodukte aus Naturrohstoffen, faire Tees, Bio-Gewürze oder andere, ganz der Zielgruppe angepasste Konsumprodukte.

B2B Unternehmen können sich außerdem einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie Nachhaltigkeit im Unternehmen verankern und fest in ihren Kommunikations-Mix inkludieren.

Mit diesem Fahrplan kann Ihnen das gelingen:

  • 1. Nachhaltiges Bewusstsein im Unternehmen schaffen: Unternehmen sollten bei sich selbst im Unternehmen mit kleinen Maßnahmen starten, um die Glaubwürdigkeit bei ihren Kunden und weiteren wichtigen Stakeholdern zu steigern. Aber ohne Mitarbeiter-Support geht’s nicht. Das heißt, beziehen Sie Ihre Mitarbeiter ein. Welche Ideen und einfach umzusetzende Maßnahmen haben Ihre Mitarbeiter? Bereitstellung eines E-Fuhrparkes oder die Subventionierung von öffentlichen Verkehrsmitteln sind nur ein paar wenige Beispiele. Somit haben Ihre Angestellten die Möglichkeit, E-Bikes und Co. zu testen und können diese damit vielleicht auch für sich gewinnen.
  • 2. Transparenz bei den Produkten: Wenn bestimmte Werte, wie Respekt und Achtung gegenüber der Natur und Mensch, eingehalten werden, dann sollten Sie dies auch ganz klar nach außen kommunizieren. Die Verwendung von Siegeln bietet sich hier gut an. Die Reduktion des Verpackungsmateriales unterstreicht zudem ihr Umweltbewusstsein. Am nachhaltigsten ist es, wenn die Lebenszeit des Produktes verlängert wird. Sie sollten deshalb auch Wartungsservices anbieten.
  • 3. Kommunikation der Nachhaltigkeit: Haben Sie all dies erfolgreich umgesetzt, dann geht es an die Kommunikation. Veröffentlichen Sie Ihre Initiativen doch in einem Nachhaltigkeitsbericht oder mithilfe von Nachhaltigkeitskennziffern im Jahresabschlussbericht des Unternehmens. Kleiner Tipp: Das Institut für Wirtschaftsforschung (IÖW) und future e.V. veröffentlicht außerdem regelmäßig Nachhaltigkeitsrankings von Unternehmen. Wer hier gut zu rankt, kann sich ein positives Image aufbauen.

B2B Marketing Trends 2023 im Praxischeck

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B2B Marketing Trend 2: Employer Branding

Jahr für Jahr verschlimmert sich der Fachkräftemangel. Waren im September 2020 noch knapp 590.000 freie Stellen auf dem Markt, so sind es zwei Jahre später schon 873.000 vakante Positionen. Das entspricht einer Steigerung von fast 48 Prozent. Deshalb ist es spätestens jetzt an der Zeit Employer Branding auf seine to-Do zu schreiben. Bei Employer Branding geht es um die strategische Ausrichtung der eigenen Arbeitgebermarke, um sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt abzuheben. Bei 62 Prozent der B2B Marketer ist dies bereits in 2022 der Fall, so das Ergebnis einer Studie des bviks. Was aber häufig noch fehlt, ist eine konkrete Employer Branding-Strategie. Das gaben jüngst 61 Prozent der marconomy-Leser in unserer Kurz-Umfrage „Employer Branding im B2B“ an. Genau jene muss im Zusammenspiel von verschiedenen Stakeholdern entwickelt werden. Nur wenn Personal, Marketing, Geschäftsführung (+ gegebenenfalls Kommunikationsabteilung) zusammenarbeitet, gelingt eine interessante Arbeitgebermarken-Strategie.

Es ist wichtiger denn je, dass neben der Gewinnung von neuem Personal auch die Belegschaft zufrieden, gesund und motiviert bleibt. Zufriedene Mitarbeiter sorgen für zufriedene Kunden, und Ihr eigenes Team könnte Ihr größtes Marketingkapital sein. Wenn Mitarbeiter ausgeglichen sind, agieren sie häufig schon von selbst als eine Art Corporate Influencer. Dafür ist es wichtig, dass das Wir-Gefühl der Belegschaft nicht vergessen wird.

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Gartner prognostiziert, dass bis 2023 90 Prozent der B2B Unternehmen Employer Branding und Employee Advocacy als Teil ihrer Social Media-Marketingstrategie einsetzen werden. Bei Employer Advocacy geht es darum, dass Unternehmens-News, Pressemitteilungen und Postings nicht mehr nur über die offiziellen Social Media-Kanäle von Unternehmen geteilt werden, sondern zusätzlich von den Mitarbeitern. Aber nicht nur Social Media sollte als Touchpoint im Arbeitgebermarketing genutzt werden. Je nachdem wer Ihre Employee Zielgruppe ist, bieten sich gegebenenfalls auch Kooperationen mit Universitäten, Hochschulen oder Berufsschulen an.

Unser Tipp: Die richtige Mischung macht’s. Wichtig ist, dass eine Arbeitgebermarke nur dann gut ankommt, wenn diese auch vom Management mitgetragen und von der Führungsebene vorgelebt wird.

B2B Marketing Trend 3: Videomarketing

Videomarketing ist nicht nur was für B2C. Auch B2B kann spannende Bilder erzeugen. Und ja auch User generated Content ist möglich, wenngleich deutlich mehr Kreativität gefragt ist als im Endkundengeschäft. Der klare Vorteil von Videomarketing: Egal ob Videos auf YouTube oder auf anderen sozialen Netzwerken, allesamt bekommen sie hohe Aufmerksamkeit. Videos können außerdem sowohl organisch als auch als Anzeigen benutzt werden und eignen sich damit hervorragend für Content Recycling.

Auch die Integration von Videos auf Landingpages lohnt sich. So kann der Einsatz die Conversion Rate um bis zu 70 Prozent steigern. Außerdem geben 90 Prozent der B2C und B2B Kunden in einer Studie an, dass ihnen Videos beim Kaufentscheidungsprozess helfen. Noch ein Grund mehr also Bewegtbilder in Ihren Marketing-Mix aufzunehmen.

Relevante Formate im Videomarketing:

  • Webcast
  • Erklärfilm
  • Multimedia Präsentation
  • Trailer
  • Eventfilm
  • Imagefilm
  • Messefilm
  • Multimedia-Reportage
  • Produktfilm
  • Webinar
  • Video Ad

B2B Marketing Trend 4: Cookieless Future

2023 wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen, denn dann ist Schluss mit den heißgeliebten Third-Party-Cookies. Wie können Sie aber dennoch passend Ihre Werbung ausspielen und diese tracken? Eine Lösung sehen viele Experten in den First-Party-Cookies. First Party-Cookies setzt die Website, auf der ein User gerade surft. Sie sind von Browsern nicht domainübergreifend zugänglich. Ein Third Party-Cookie hingegen setzt ein Dritter, also nicht die Website, auf der sich der Besucher gerade befindet. Kunden vertrauen diesen First-Daten deutlich mehr, da sie den Daten mehr Steuerungsmöglichkeiten zuweisen. Neben dem hohen Vertrauen, das Kunden diesen entgegenbringen, sind solche Daten außerdem effektiver als Daten von Dritten. B2B Unternehmen sollten diese deshalb auf jeden Fall nutzen. Eine gute Quelle für First-Party-Daten bietet beispielsweise E-Mail-Marketing.

Google selbst verfolgt die sogenannte Privacy Sandbox. Das ist Googles Vision eines Cookie-Nachfolgers. Ziel der Sandbox ist es, möglichst viele Daten der personalisierten Werbung zu erhalten, aber gleichzeitig den Informationsfluss so zu beschränken, dass Werbetreibende die Webaktivitäten der User nicht mehr schrankenlos überwachen können. Die Privacy Sandbox befindet sich aktuell noch im Pre-Testing und soll ab dem dritten Quartal in 2023 für alle Anwender ausgerollt werden. Ein Jahr später in Q3 2024 sollen dann endgültig alle Third-Party-Cookies eingestellt werden.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, um Third-Party-Cookies zu umgehen:

  • Contextual Targeting: Bei diesem KI-gestütztem Targeting wird die Werbung nach dem Auftreten von bestimmten Schlagworten („Keywords“) platziert. Obendrein ist diese kontextbezogene Werbung (noch) sehr datenschutzkonform, weshalb sie immer beliebter wird.
  • Semantic Targeting: Bei diesem Verfahren werden nicht nur einzelne Keywords gesucht, sondern ganze Texte analysiert und Schwerpunktthemen bestimmt. Im Anschluss werden die passenden Kampagnen ermittelt und platziert.
  • Universelle IDs: Mit dieser Technologie sollen User eindeutig identifiziert werden. Hierbei werden First-Party-Cookies mit Offline-Daten zu einer „Universal ID“ verbunden, weshalb Werbetreibende hier weiterhin personalisierte und zielgruppenspezifische Werbung ausspielen können.

B2B Marketing Trend 5: Personalisierung

Personalisiert ausgespielte Werbung kennen wir alle sicherlich aus unserem privaten Alltag. Laut der Trendstudie „Digital Analytics & Marketing Activation“ von Trakken arbeiten 59 Prozent der befragten B2C und B2B Unternehmen an Projekten zur Personalisierung, um die Conversion Optimization vor allem im E-Commerce voranzutreiben. Es geht dabei darum, die Anzahl der E-Commerce-Benutzer, die eine bestimmte Aktion ausführen, zu optimieren und im besten Fall zu erhöhen. Der Trend Personalisierung ist also gekommen, um zu bleiben.

Mit den folgenden drei Maßnahmen können Sie sich durch Personalisierung von der Konkurrenz abheben:

  • 1. Personalisierte Kampagnen: Kampagnen sind ein gutes Instrument für Online-Shops, um bestimmte Produkte zu pushen oder Auslaufmodelle abzuverkaufen. Werden diese Kampagnen nun mit personalisierten Inhalten verknüpft, dann gelingt die individuelle Kundenansprache.
  • 2. Personalisierte Beratung: Vielen Kunden fehlt in der Online-Welt eine persönliche Beratung. Neben Ersatzfunktionen für die fehlende Haptik von Produkten, wie aussagekräftige Produktfotos und -videos oder Augmented Reality Funktionen, hat auch die personalisierte Beratung Einzug in den E-Commerce erhalten. Ein Online-Produktberater kann die Rolle des klassischen Verkäufers übernehmen und so den Shopkunden bei der Produktauswahl unterstützen.
  • 3. Personalisierter Shopping Stream: Kundenbindung ist für viele noch eine Herausforderung. Eine Möglichkeit, um Kunden emotional und nachhaltig an den Onlineshop zu binden und ein echtes Highlight im Hinblick auf Personalisierung, ist der Einsatz eines Shopping Streams für jeden einzelnen Kunden. Dabei handelt es sich um einen personalisierten Bereich im Onlineshop, in dem Kunden neben auf ihre Kundenwünsche zugeschnittene Produktempfehlungen, individuellen Produkt-Sets und Shopping-News auch unterhaltsame Inhalte erhalten. Dabei ist jeder Shopping Stream in Layout und Design sowie in Bezug auf die ausgespielten Inhalte individuell gestaltet.

B2B Marketing Trend 6: Metaversum

Ein weiteres Trendthema ist der Einstieg ins Metaversum. Virtuelle Räume werden immer mehr Einzug in unseren Alltag halten. Unternehmen müssen sich, egal ob B2C oder B2B, mit dem Metaversum beschäftigen, weil es zukünftig eine hohe Relevanz haben wird. Glaubt man Zukunftsforschern, könnte mit dem Metaverse sogar der nächste logische Entwicklungsschritt des Internets gezündet werden. Das belegt auch eine aktuelle Studie von Citi GPS. Der Markt für die Metaverse-Wirtschaft könnte auf zwischen acht und dreizehn Billionen Dollar anwachsen.

Die Möglichkeiten im Metaversum sind vielfältig: Egal ob eigene Markenwelt, ein virtueller Showroom oder Events: Der Kreativität sind im virtuellen Raum keine Grenzen gesetzt. Anders als etwa bei einer Website, lässt sich die User Journey nur schwer navigieren. Im virtuellen Raum möchte der User Dinge selbst erkunden und entscheiden, wann er rechts oder links abbiegt.

Auch Werbeformate werden im Metaverse schon eingesetzt. Klassische Displaywerbung, wie wir sie aus dem Online-Bereich kennen, ist auch im Metaversum umsetzbar. Videos, Banner und Anzeigen werden bereits jetzt schon häufig eingesetzt. Spannend ist, dass auch schon programmatische Werbung möglich ist. Avatare und einzelne Parzellen, also Grundstücke im Metaverse, können bereits jetzt schon targetiert werden. Wenn ein User in der virtuellen Welt unterwegs ist, werden ihm in Echtzeit personalisierte Werbeformate ausgespielt. Bewegt er sich weiter im Metaverse, so verschwinden diese und erscheinen auf anderen Flächen wieder, sofern der Kontext passt. Alles, was in der Wallet, also der digitalen Geldbörse der User passiert, kann eingesehen und für programmatische Werbung verwendet werden.

Bisher ist dies vor allem isoliert im virtuellen Raum möglich. Aber schon bald könnten die Grenzen zur Realität verschwinden. Apple plant wohl bald den Launch seiner ersten Generation AR-Brillen. Mit diesen könnten User beispielsweise in wenigen Jahren durch die Einkaufspassage gehen. Wenn sie dann in ein Schaufenster blicken würden, würde das System automatisierte Anzeigen ausspielen. Beispielsweise: „Hosen sind in deiner Größe verfügbar und jetzt sogar 20 Prozent günstiger – schau doch mal rein!“ Das wäre der Beginn von nie dagewesenen Kundenerlebnissen.

Weiter sind auch individuelle Werbeformate möglich. Diese müssen aber immer neu gebaut werden, was die neue Werbeform sehr kostspielig macht. Ein Beispiel hierfür kommt von der Bundeswehr, die das Metaversum für ein Employer Branding-Event genutzt hat. In der virtuellen Welt „Decentraland“ wurde ein Stand geschaffen, an dem sich User einen Trailer zur Recruiting Webserie „Semper Talis“ anschauen können. Sobald dieser Trailer vollständig angesehen wurde, können sich die Nutzer als NFT ein Wearable in Form eines T-Shirts des Wachbataillons sichern. Dieses ist streng limitiert und nach Erhalt im virtuellen Kleiderschrank des Avatars in jedem Metaverse abrufbar. Neben der programmatischen Schaltung im Metaverse ist das Event auch im Kalender von Decentraland angekündigt worden. Kalender in virtuellen Räumen ähneln schwarzen Brettern, wie wir sie aus dem echten Leben kennen. An zentralen Orten der virtuellen Welt sind diese für alle User einsehbar und beschreiben aktuelle und zukünftige Events.

B2B Marketing Trend 7: Personal Branding

Welche Zielsetzung steht im Marketing im kommenden Jahr aber nun ganz oben? 120 Marketingverantwortliche aus der DACH-Region geben in der Trendstudie von eMinded an, dass im Jahr 2023 Leadgenerierung mit knapp 77 Prozent als oberstes Ziel an. Wenig verwunderlich ist, dass fast genauso viele (75 Prozent) bei der Leadgenerierung auf Online-Kanäle, wie Social Media und die eigene Webseite, setzen. Im Zentrum dabei stehen vor allem Social Ads.

Auch wenig überraschend: LinkedIn wird von knapp 31 Prozent der Befragten als stärkster Online-Kanal angegeben. Das Suchmaschinenmarketing folgt mit 25 Prozent (SEA) und 20 Prozent (SEO) dahinter. Auf Platz vier landet das E-Mail-Marketing mit 12 Prozent.

Gerade LinkedIn wird in 2023 weiterhin eine hohe Bedeutung zugeschrieben. Das soziale Netzwerk ist im B2B so beliebt wie nie. So stieg die Anzahl der Mitglieder im DACH-Raum von September 2021 von 17 Millionen auf 19 Millionen im Oktober 2022. Vertriebsmitarbeiter sollten also spätestens im nächsten Jahr ins soziale Netzwerk einsteigen und eine Social Selling-Strategie angehen. Beim Social Selling geht es darum durch aktives Social Media-Verhalten die Kundenbeziehung zu anderen Mitgliedern zu stärken und dadurch eine Leadgenerierung zu erreichen.

Um das Leadgenerierungs-Marketing auf LinkedIn anzukurbeln, sollten User folgende Dinge beachten:

1. Ein optimiertes LinkedIn-Profil: Es ist die Visitenkarte Ihres digitalen Auftritts. Pflegen Sie Ihr Profil sorgfältig mit einem ansprechenden Foto, Visitenkarte und LinkedIn-Banner. Weiter sollten Sie einen guten Profilslogan wählen. Es ist besser, kurz und prägnant zu sein als lang und langweilig. Zu viel Text im Titel kann den Eindruck erwecken, dass Sie sich zu sehr anstrengen.

2. Veröffentlichung von interessanten Inhalten: Weiter ist es auf LinkedIn wichtig, eigene Inhalte zu erstellen. Damit können Sie eine stärkere Verbindung zu Ihrem LinkedIn-Publikum aufbauen. Die Umsetzung einer solchen Strategie ermöglicht es Ihnen, Leads zu pflegen und so neue Kunden zu gewinnen. Welche Inhalte genau funktionieren, hängt immer von Ihrer Zielgruppe ab.

Aber es gibt Arten von Inhalten, die häufig gut performen:

  • Inhalte mit hohem Mehrwert: Ratschläge oder Tipps
  • Autoritätsinhalte: Zahlen, Daten, Fakten oder Erfolgsgeschichten
  • Inspirierende Inhalte: Geschichten, die Emotionen wecken
  • Negative Inhalte: die größten Probleme

3. Community-Aufbau: Gute Inhalte nützen nichts, wenn sie niemanden erreichen. Deshalb gilt es sich von frühzeitig mit relevanten Stakeholdern zu verbinden. Indem Sie andere Postings kommentieren, bringen Sie sich ins Geschehen ein und erzeugen so Aufmerksamkeit. Damit steigt die Followerschaft fast wie von alleine.

B2B Marketing Trend 8: (Corporate) Influencer-Marketing

Bekannte Influencer mit großen Reichweiten aus dem B2C Bereich kennen sicher viele. Influencer-Marketing geht im B2B tatsächlich aber auch über klassische Influencer. Vergangene Entwicklungen haben gezeigt, dass Influencer immer kritischer bei der Auswahl ihrer Kooperationspartner werden. Daher sollten Marken ihren Fokus auf den Beziehungsaufbau mit Influencern legen, die sich mit der Marke identifizieren und langfristige Kooperationen anstreben. Denn: Besonders im B2B Bereich ist der „Brand Fit“ entscheidend. Hat ein Unternehmen Content Creators mit passender Expertise und guten Kampagnen-Ergebnissen identifiziert, muss kontinuierlich in den Aufbau der Zusammenarbeit investiert werden. Influencer, die lange mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, verstehen zunehmend die Marke, deren Produkte und Services, und können so authentisch an die Zielgruppe kommunizieren.

Ein zweiter Weg, wie Influencer-Marketing im B2B gelingen kann, geht über eigene Corporate Influencer. Eigene Mitarbeiter berichten hier über das Unternehmen auf sozialen Netzwerken wie LinkedIn. Arbeitnehmer geben hier Einblick in ihrem Berufsalltag oder diskutieren über aktuelle Geschehnisse oder Trends. Das erzeugt beim Publikum Authentizität. Eine Glaubwürdigkeit, die auch besser als jede HR-Anzeige wirkt. Damit gelingt Employer Branding und B2B Branding im Handumdrehen. Doch nicht jeder Mitarbeiter ist als Corporate Influencer geeignet. Ein Meinungsmacher muss gut ausgewählt werden, denn es gilt ein großes Netzwerk aufzubauen und dieses regelmäßig mit Content zu bespielen. Wer beispielsweise keine Motivation zum Posting hat, der wird auch nie authentischen Content liefern können.

Ein entscheidender Unterschied zwischen B2C und B2B Influencer-Marketing liegt vor allem darin, dass die Wirkung von Influencer-Marketing-Strategien erst später sichtbar wird. Das beruht darauf, dass B2B Kaufentscheidungen oft nuancierter und komplexer sind als die von B2C-Konsumenten. Daher sollten Influencer-Kooperationen langfristig ausgelegt und geplant werden. Mindestens ein halbes – besser ein ganzes – Jahr sollte daher im B2B Bereich mit Influencern kooperiert werden, um einen signifikanten Marketingerfolg zu generieren.

Aktuelle Trends aus dem Influencer-Marketing kurz und knapp zusammengefasst:

  • Nischen-Influencer erweitern Themenfelder: Influencer entwickeln sich stetig weiter. Die Erwartungshaltung der Follower, dass sich ihr Vorbild mit verschiedensten Themen auseinandersetzt, wird von den Influencern umgesetzt. So werden eigene, neue Nischen geschaffen, in welchen sich der jeweilige Protagonist wiederfindet.
  • Storytelling statt Productplacement: User sind immer mehr vom Werbeangebot übersättigt. Daher spielt es eine große Rolle, sie mit emotionalen Erlebnissen und Geschichten abzuholen.
  • Unperfekte Inhalte erzeugen Authentizität: Früher ging der Trend dahin, nur die perfekte Welt zu zeigen. Heutzutage schätzen Nutzer authentische Inhalte aus dem wahren Leben. Sie folgen Menschen und Unternehmen, die sich auch in schwierigen Seiten zeigen.

B2B Marketing Trend 9: Analytics-Alternativen

Bereits 2022 hat Google angekündigt sein Universal Analytics am 01. Juli 2023 einzustellen. Universal Analytics, auch bekannt als Google Analytics, wird aktuell von vielen Marketern zur Messung des Engagements auf der eigenen Website verwendet.

Marketing Manager haben nun die Möglichkeit entweder auf eine neue Google Lösung namens „Google Analytics 4“ (GA4) oder auf andere Analytic-Programme zu setzen. Während Universal Analytics vor allem sehr gut für die Verfolgung des Website-Engagements geeignet ist, soll das neue GA4 noch mehr können. Es lässt sich gut mit Marketing-Websites, E-Commerce-Websites, nativen Apps und Web-Apps kombinieren und bietet einen umfassenden Überblick darüber, wie Nutzer mit der gesamten Marke interagieren. Egal für welche Lösung Marketer sich nun entscheiden, sie sollten frühzeitig alle alten Daten von Universal Analytics sichern und bereits jetzt in das neue System investieren. Damit wird gewährleistet, dass die Analytic-Lösung auch genügend Daten zur Vergleichsanalyse sammeln kann.

Warum aber erfolgt die Änderung? Der Druck auf Werbetreibende nimmt aufgrund von Datenschutzbestimmungen und Änderungen bei Produkten zu. Browser blockieren immer mehr Anzeigen, und Cookies von Drittanbietern werden langsam obsolet. Dadurch wird es für Werbetreibende immer schwieriger, die Leistung ihrer Kampagnen zu messen. Dies führt dazu, dass organischen Inhalten und SEO mehr Bedeutung beigemessen wird, denn wenn B2B Vermarkter die Nutzer nicht gezielt ansprechen können, müssen sie einen Weg finden, um die Nutzer zu ihnen zu führen.

B2B Marketing Trend 10: Präsenz-Events

Die Veranstaltungsbranche musste in den vergangenen zwei Jahren viel einstecken. Doch dadurch hat sie viel gelernt: Veranstaltungen müssen nicht zwingend als Präsenzevent stattfinden. Viele Formate können sehr gut als reine Online-Veranstaltung abgehalten werden, denn dadurch sind die Zuhörer viel flexibler und an keinen Ort gebunden. Das Webinar ist beispielsweise ein solches Format. Längere Veranstaltungen können auch rein online stattfinden, aber das sollten sie vielleicht nicht. Denn: Im B2B Marketing ist die Nähe zum Kunden unerlässlich.

Aktuell scheint es so, als ob die Pandemie zu einer Endemie übergeht. Deshalb setzen Unternehmen nun vermehrt wieder auf Präsenz-Events. Im vergangenen Jahr erwarteten 50 Prozent der Unternehmen, dass sie 2022 mehr persönliche Veranstaltungen besuchen würden als 2021. Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch 2023 fortsetzen, da die Unternehmen den Wert des persönlichen Kontakts für die Gewinnung von Leads und den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen erkennen. Weil viele Menschen aber nun die Vorteile von digitalen Events schätzen gelernt haben, sollten Marketer unbedingt Highlights in ihren Präsenz-Events bieten. Geben Sie Ihrem Kunden einen Grund, weshalb er zu Ihnen kommen soll. Im besten Fall erzeugt der Besucher durch seine Teilnahme sogar User generated Content. Nutzergenerierte Inhalte können zum Beispiel Bilder, Bewertungen, Videos oder auch Blogartikel sein. Diese Art von Content genießt eine besondere Authentizität und erzeugt damit für Ihre Marke „gratis“ Aufmerksamkeit.

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